26. Februar 2013
VdK-Zeitung

Neue Fünf-Euro-Scheine: Frische Optik, noch mehr Sicherheit

Wasserzeichen, Hologramme und winzige Buchstaben, die nur mit einem Mikroskop zu entziffern sind: Schon jetzt ist es für Geldfälscher eine Herausforderung, die vor elf Jahren eingeführten Euro-Banknoten zu kopieren.

So sieht er im Moment aus: Der Fünf-Euro-Schein | © Imago

Zukünftig soll das nahezu unmöglich werden. Ab Mai 2013 bringt die Europäische Zentralbank (EZB) einen neuen Fünf-Euro-Schein in Umlauf, der mit zusätzlichen Sicherheitsmerkmalen ausgestattet ist. Auch alle anderen Scheine der ersten Euro-Generation sollen in den kommenden Jahren schrittweise generalüberholt werden.

Echt oder Blüte?

Gut möglich, dass so mancher Bürger die neuen Fünf-Euro-Scheine, die ab 2. Mai von Geldautomaten und an Bankschaltern ausgegeben werden, im ersten Augenblick selbst für Falschgeld hält. Zwar wurde an der grundsätzlichen Gestaltung nicht gerüttelt, die grüne Farbgebung der neuen Banknote ist jedoch kräftiger als die ihres Vorgängers. Die aufgedruckte Wertziffer ist vom rechten Rand in die Mitte gerutscht und dank einer speziellen Beschichtung, die vor allzu schneller Abnutzung schützen soll, fühlt sich das Papier des neuen Fünfers auch ungewohnt anders an.

Nicht ganz so auffällig sind freilich die Änderungen, mit denen die EZB die Euro-Scheine der zweiten Generation noch besser vor Fälschung schützen will. "Bereits die Banknoten der ersten Serie verfügen über sehr viele wirksame Sicherheitsmerkmale", erklärt Ton Roos, Direktor Banknoten der Europäischen Zentralbank. "Wir wollen den Fälschern aber immer einen – oder am besten mehrere – Schritte voraus sein."

Neu ist zum einen die Wertzahl links unten auf der Vorderseite. Kippt man den Geldschein, ändert diese sogenannte "Smaragdzahl" ihre Farbe von Dunkelgrün zu Tiefblau. Überarbeitet haben die Währungsdesigner der EZB zudem das nur bei Gegenlicht sichtbare Wasserzeichen im Papier links sowie die im rechten Silberstreifen abgebildeten Hologramme. An beiden Stellen ist zukünftig ein Porträt der phönizischen Königstochter und Zeus-Geliebten Europa zu sehen – jener Figur aus der griechischen Mythologie also, der der europäische Kontinent und Kulturraum seinen Namen verdankt. Kopfzerbrechen dürfte Fälschern nicht zuletzt die feine Reliefstruktur bereiten, die jeweils am linken und rechten Rand des Geldscheins eingearbeitet und bei Berührung deutlich spürbar ist.

Kein Wertverlust

Der Fünf-Euro-Schein wird in allen 17 Mitgliedsstaaten der Eurozone zeitgleich eingeführt. Nach dem Startschuss im Mai werden alte und neue Banknoten zunächst parallel im Umlauf bleiben. Nach und nach werden die alten Scheine dann aus dem Verkehr gezogen. Ab wann sie ihren Status als gesetzliches Zahlungsmittel verlieren, ist bislang unklar. "Der Zeitpunkt wird jedoch frühzeitig bekannt gegeben – und auch danach werden die alten Banknoten ihren Wert beibehalten", versichert man vonseiten der Deutschen Bundesbank, die in Deutschland für die reibungslose Einführung der neuen Euro-Noten verantwortlich zeichnet und in vielen größeren Städten Außenstellen unterhält. In diesen öffentlich zugänglichen Filialen kann man bis heute alte D-Mark-Scheine und sogar Münzen problemlos in Euro umtauschen. Bis in ferne Zukunft soll dies auch mit allen Euro-Scheinen der ersten Generation, sobald diese durch neue Banknoten ersetzt wurden, möglich sein.

Als nächster Kandidat steht der Zehn-Euro-Schein auf der Liste der EZB. "Der genaue Termin und auch der Zeitplan für alle anderen Scheine ist noch nicht veröffentlicht. Es ist aber ein Prozess, der sich über mehrere Jahre hinziehen wird", sagt Ton Roos. "Wie beim Fünfer werden sich die sichtbaren Veränderungen auch bei den anderen Euro-Noten in Grenzen halten."

Info für blinde und sehbehinderte Menschen

Für sehbehinderte Menschen ist auf der neuen Banknote die Wertzahl in großem Fettdruck, der erhaben und somit leicht zu ertasten ist, aufgebracht. Weiterhin wurden - wie bei der alten Banknoten-Serie - die starken Farbkontraste der verschiedenen Banknoten beibehalten, damit die einzelnen Stückelungen leicht auseinander zu halten sind. Die Fünf-Euro-Scheine sind grau, die Zehn-Euro-Banknoten rot und die Zwanzig-Euro-Scheine blau.

Blinde Menschen können die Stückelungen an der unterschiedlichen Größe der Scheine ertasten. Zudem befinden sich am Rand der Banknote ertastbare Zeichen.

Mehr Infos zu den neuen Banknoten in deutscher Sprache gibt es hier:
www.ecb.europa.eu/euro/html/index.de.html
/www.neue-euro-banknoten.eu/

jvr

Schlagworte Fünf-Euro-Schein | Geldschein | Europäische Zentralbank | Eurozone | Banknote | fäschungssicher

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