3. April 2012
VdK-Zeitung

Wie wird eine Reha beantragt?

Rehabilitation: Wissenswertes rund um Arztgespräch und Kostenträger

Egal ob durch eine chronische Erkrankung, einen Unfall oder nach einem Krankenhausaufenthalt: Die Rehabilitation setzt dort an, wo Selbstbestimmung und Autonomie des Menschen verloren gegangen oder gefährdet sind.

Entsprechende Leistungen – ambulant und stationär sowie als Vorsorge – gibt es für Berufstätige sowie Menschen im Rentenalter. Im Folgenden geht es um die Beantragung einer medizinischen Reha.

Unter welchen Voraussetzungen kann ein Antrag gestellt werden?

Der behandelnde Arzt muss die medizinische Notwendigkeit einer Rehabilitationsmaßnahme feststellen und entscheiden, welche Therapie aus medizinischer Sicht erforderlich ist. Der erste Weg sollte also immer zum Haus- oder Facharzt führen. Eine medizinische Reha wird erst erbracht, wenn die Mittel der Krankenbehandlung nicht mehr ausreichen. Generell genehmigen Krankenkassen oder die gesetzliche Rentenversicherung eine stationäre Reha erst dann, wenn die ambulanten Leistungen nicht ausreichen, um das Reha-Ziel zu erreichen.

Hilft der Arzt auch beim Ausfüllen des Antrags?

Ja, der Arzt gibt Hilfestellung. Anhand der vorliegenden Diagnose und der einzelnen Befunde erstellt er einen Bericht, der dem Reha-Antrag beigefügt wird. Er gibt auch an, ob eine stationäre oder ambulante Reha empfehlenswert ist. Grundsätzlich gilt: ambulant vor stationär, Reha vor Rente.

Worauf sollte man bei der Antragstellung besonders achten?

Ratsam ist es, dass der Arzt die Notwendigkeit der Reha ausführlich begründet. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass der Antrag genehmigt wird. Außerdem sollten alle Details, die den Krankheitsverlauf betreffen, sorgfältig dokumentiert werden. Dies ist generell für alle Menschen wichtig, denn jeder kann in die Situation kommen, eine Reha zu brauchen.

Wo gibt es Antragsformulare?

Die Formulare gibt es bei der jeweiligen gesetzlichen Krankenkasse und bei den Servicestellen der Deutschen Rentenversicherung. Informationen unter www.reha-servicestellen.de

An wen muss der ausgefüllte Antrag geschickt werden?

Das hängt ganz davon ab, wer zuständig ist. Die Rentenversicherung ist es vorrangig dann, wenn es um den Erhalt der Erwerbsfähigkeit geht. Die gesetzliche Krankenversicherung ist zuständig, wenn einer drohenden Behinderung oder Pflegebedürftigkeit vorgebeugt werden soll oder nach ihrem Eintritt eine Besserung erzielt oder Verschlimmerung verhütet werden soll. Wurde der Antrag an den falschen Kostenträger geschickt, ist dieser gesetzlich verpflichtet, ihn weiterzuleiten.

Kann ich auch eine Reha bekommen, wenn ich noch nicht krank bin, aber Gefahr laufe, es zu werden?

Gesetzlich Krankenversicherte haben auch Anspruch auf medizinische Vorsorgeleistungen, um eine Schwächung der Gesundheit, die in absehbarer Zeit voraussichtlich zu einer Krankheit führen würde, zu beseitigen. Dies trifft auch zu, wenn Pflegebedürftigkeit droht. Ob die Reha genehmigt und in welcher Form sie erbracht wird, entscheidet der Kostenträger, in diesem Fall die gesetzliche Krankenkasse.

Welche Möglichkeiten gibt es, wenn der Reha-Antrag abgelehnt wird?

Innerhalb eines Monats kann schriftlich Widerspruch beim jeweiligen Kostenträger eingelegt werden. Der Sozialverband VdK hilft seinen Mitgliedern hier gern weiter. Wenden Sie sich an die zuständige VdK-Geschäftsstelle.

Gibt es die Möglichkeit, sich eine Rehaklinik auszusuchen?

Der Arzt kann eine Reha-Einrichtung vorschlagen. Grundsätzlich stehen bei der Wahl medizinische Aspekte im Vordergrund und nicht etwa die Lage des Hauses.

Wie lange dauert eine Reha?

In der Regel dauert eine ambulante Reha 20 Tage und eine stationäre drei Wochen. Sie kann aber auch verlängert werden, wenn dies medizinisch erforderlich ist.

ikl

Aktuelle Artikel im September 2016:

VdK-Zeitung
Gruppenfoto der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Wanderung des VdK in Kassel
„Weg mit den Barrieren!“ fordern VdKler von der Küste bis zu den Bergen – mit Erfolg! Unzählige Ortsbegehungen, Großveranstaltungen und Mitmach-Aktionen in allen 13 VdK-Landesverbänden haben im vergangenen halben Jahr Politik und Bevölkerung wachgerüttelt. Wie die Beispiele aus den Landesverbänden zeigen, sind noch viele Hürden einzureißen.
VdK-Zeitung
Symbolfoto: Schatten von gehenden Menschen auf dem Straßenpflaster
Erwerbsminderungsrentner werden mit ungerechten Abschlägen bestraft und rutschen unter das Existenzminimum: Krank zu werden, sucht sich keiner aus. Doch wer aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten kann, wird gleich doppelt bestraft. Denn viele, die eine Erwerbminderungsrente beziehen, müssen zusätzlich von Grundsicherung leben.

VdK-Zeitung
Symbolfoto: Vier Seniorinnen und Senioren gemeinsam am Küchentisch
Roter Lippenstift statt Fettcreme, Rolling Stones statt Volksmusik – in einer Münchner Wohngemeinschaft für Demenzkranke keine Ausnahme. Das Projekt des Vereins Carpe Diem legt auf die individuellen Bedürfnisse der Bewohner genauso großen Wert wie auf eine gute Gemeinschaft. Dafür sorgt ein Team aus Betreuern, Pflegern und Angehörigen. Letztere sind für die Organisation und Verwaltung verantwortlich.
VdK-Zeitung
Symbolfoto: Älterer, pflegebedürftiger Mann liegt im Bett. Am Bett sitzt seine Frau, den Kopf erschöpft in die Hände gestützt.
Die Pflege kranker Angehöriger ist eine große Herausforderung. Wer für seine Eltern, seinen Partner oder sein Kind da ist, leistet jeden Tag Großartiges. Doch der Preis ist hoch, denn oft gehen Pflegende an ihre Grenzen und darüber hinaus. Ein Drittel von ihnen wird selbst krank. Dass sie Anspruch auf eine stationäre Reha-Maßnahme haben, wissen die wenigsten.

Hier finden Sie die Artikel aus unserer Reihe "So hilft der VdK":

VdK-Zeitung
Symbolfoto: Eine Statue der Justitia
In unserer beliebten Serie "So hilft der VdK" berichten wir in der VdK-Zeitung regelmäßig über echte Fälle aus der Sozialrechtsberatung unserer VdK-Landesverbände. | weiter
19.09.2016
VdK-Pressemeldung
Foto: Ulrike Mascher bei einer Pressekonferenz
Unsere Pressemitteilungen informieren bundesweit über wichtige Forderungen, Positionen, Ziele und Termine des Sozialverbands VdK.
Presse
Symbolfoto: Eine Kamera filmt die VdK-Präsidentin
Das VdK-Internet-TV ist das Videoportal des Sozialverbands VdK. Unter www.vdktv.de finden Sie mehr als 100 spannende und informative Filmbeiträge rund um die Themen des Verbands, zum Beispiel zu Rente, Pflege, Behinderung, Gesundheit, Leben im Alter, Arbeitsmarkt und viele mehr!
Presse
Symbolfoto: Eine Fotokamera
Journalisten finden hier Hintergrundinformationen und Logos zum VdK Deutschland sowie Pressefotos und eine Vita der VdK-Präsidentin.
VdK-Zeitung
Foto einer VdK-Zeitung von Juli / August 2016
Die VdK-Zeitung erscheint zehnmal pro Jahr. Mit einer Auflage von 1,5 Millionen Exemplaren gehört sie zu den größten Mitgliederzeitungen bundesweit. Die überregionalen Artikel der VdK-Zeitung können Sie jeden Monat kostenlos hier lesen.