11. November 2014
VdK-Pressemeldung

VdK: Angekündigte Rentenerhöhung 2015 ist enttäuschend

„Wieder einmal bleiben die fast 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner in Deutschland von der guten wirtschaftlichen Entwicklung abgekoppelt“, so kommentierte Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, die heute auf einer Veranstaltung der Deutschen Rentenversicherung in Würzburg veröffentlichte Prognose der Rentenanpassung zum 1. Juli 2015. Dort wurde eine Erhöhung „zwischen einem und zwei Prozent in den westlichen und östlichen Bundesländern“ bekannt gegeben. Mascher nannte das „enttäuschend“.

© Uschi Dreiucker / pixelio.de

Nach Vorausberechnungen der Bundesregierung werden die Löhne pro Kopf im Westen um 2,8 Prozent und im Osten um 2,9 Prozent steigen. „Schon seit Jahren hinken die Rentenanpassungen der Konjunktur hinterher. Angesichts des sinkenden Rentenniveaus für Neurentner wird der starke Trend zur Altersarmut dadurch noch weiter beschleunigt“, warnte die VdK-Präsidentin. „Die Rentenformel enthält so viele Dämpfungsfaktoren, dass von einem Gleichschritt der Gehalts- und Rentenentwicklung schon lange keine Rede mehr sein kann“, erklärte Mascher. „Die Rentnerinnen und Rentner hätten deutlich mehr Geld in der Tasche, wenn diese Dämpfungsfaktoren endlich alle entfallen würden.“ 2014 liegt das Rentenniveau nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung schon bei 48 Prozent, geplant ist eine Absenkung bis zum Jahr 2030 auf 43 Prozent. „Der VdK fordert, das Rentenniveau bei 50 Prozent einzufrieren. Das wäre eine notwendige Maßnahme im Kampf gegen Altersarmut“, so Mascher.

Die wichtigste Berechnungsgrundlage für die Rentenformel, das Durchschnittseinkommen in Deutschland, hat sich zudem zu Ungunsten der Rentenanpassung nach unten entwickelt. Grund hierfür ist die kürzlich bekannt gewordene Einbeziehung von Einkommen von Geringverdienern wie Menschen mit Behinderung, die in Werkstätten beschäftigt sind, zur Festlegung des Durchschnittseinkommens. „Statt der von der Bundesregierung vor einiger Zeit prognostizierten Rentenerhöhung von 3,76 Prozent für Westrentner werden jetzt nur ein bis zwei Prozent erwartet. Solche großen Abweichungen kann man keinem plausibel erklären. Die Rentnerinnen und Rentner verlieren das Vertrauen in die Politik, denn die Rentenanpassungen werden immer intransparenter“, kritisierte die VdK-Präsidentin.

Cornelia Jurrmann

Schlagworte Pressemeldung | Pressemitteilung | VdK-Präsidentin | Rentenerhöhung | Rentenformel | Altersarmut | Dämpfungsfaktoren | Rentner | Rentnerinnen | Rentenanpassung

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