27. August 2013
VdK-Pressemeldung

VdK: Ältere im Gesundheitssystem nicht benachteiligen

"Ältere Menschen, die oft an mehreren Krankheiten leiden, dürfen im Gesundheitssystem nicht benachteiligt werden. Sie sind besonders auf medizinische Leistungen angewiesen". Das erklärte die Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, Ulrike Mascher, anlässlich des heute vom Bundesversicherungsamt (BVA) veröffentlichten Tätigkeitsberichts 2012.

© Imago

Das BVA mahnt darin das Vorgehen einiger Krankenkassen an, vorrangig einkommensstarke und gesunde Versicherte für eine Mitgliedschaft zu gewinnen, beziehungsweise ältere oder kranke Versicherte aus der Krankenkasse herauszudrängen.

"Seit Jahren ist bekannt, dass für diese unhaltbare und diskriminierende Entwicklung unter anderem ein unzureichender Finanzausgleich zwischen den Krankenkassen verantwortlich ist. Dieser muss endlich korrigiert werden", forderte Mascher. Sonst würde der Wettbewerb zwischen den Kassen vor allem auf dem Rücken von älteren, chronisch kranken und pflegebedürftigen Versicherten ausgetragen.

Der sogenannte morbiditätsorientierte Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA) zwischen den Krankenkassen, der seit 2009 auch die Krankheit der Versicherten berücksichtigt, sollte ursprünglich die unterschiedlichen Versichertenstrukturen der einzelnen Kassen ausgleichen, damit ein fairer Wettbewerb um eine gute Versorgung entstehen kann.

In einem Gutachten hat der wissenschaftliche Beirat des Bundesversicherungsamts bereits 2011 einen Methodenfehler festgestellt, der dazu führt, dass die Kosten im Sterbejahr nur unvollständig berücksichtigt werden und sich daraus für ältere Versicherte erhebliche Unterdeckungen und für jüngere Versicherte erhebliche Überdeckungen ergeben. Im Wettbewerb der Krankenkassen besteht deshalb ein Anreiz, ältere Versicherte gar nicht erst aufzunehmen oder durch restriktive Leistungsgewährung zu vergraulen. Das Bundesgesundheitsministerium hat eine Änderung des Risikostrukturausgleichs bisher verhindert.

Cornelia Jurrmann

Schlagworte Pressemeldung | Pressemitteilung | Morbi-RSA | Krankenkassen | Krankenversicherung | gesetzliche Krankenkassen | Risikostrukturausgleich | Bundesversicherungsamt | Ulrike Mascher | VdK-Präsidentin | Wettbewerb

Presse-Kontakt

Sozialverband VdK Deutschland
Linienstraße 131
10115 Berlin
Telefon 030 9210580-400
Telefax 030 9210580-410
presse@vdk.de


VdK-Pressemeldung
Symbolfoto: Rad eines Rollators oder Rollstuhls scheitert an einer Bordsteinkante
2.12.2016 - In einer gemeinsamen Erklärung fordert der Sozialverband VdK Deutschland mit anderen Verbraucher-, Sozial- und Wohlfahrtsverbänden die Bundesregierung auf, umfassende Barrierefreiheit, also die Zugänglichkeit aller Lebensbereiche, für Menschen mit Behinderung oder Beeinträchtigungen herzustellen.
VdK-Pressemeldung
VdK-Präsidentin Ulrike Mascher
25.11.2016 - Der Sozialverband VdK fordert Nachbesserungen nach dem gestrigen Rentengipfel der Koalition. Zu den aktuellen Entscheidungen der Koalition zur Rentenpolitik erklärt Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland:


VdK-Zeitung
Eine zusammengerollte VdK-Zeitung, Ausgabe Dezember 2016/Januar 2017
In dieser Doppelausgabe der VdK-Zeitung unter anderem: Barrierefreiheit ist ein Menschenrecht - Bundesteilhabegesetz muss nachgebessert werden - Ehrenamtliche sind die Seele der großen VdK-Familie - Behinderung muss im Bewerbungsschreiben nicht angegeben werden - Ab Januar Rente für Pflege beantragen - und viele mehr!
VdK-Pressemeldung
Foto: Ulrike Mascher bei einer Pressekonferenz
Unsere Pressemitteilungen informieren bundesweit über wichtige Forderungen, Positionen, Ziele und Termine des Sozialverbands VdK.
Presse-Kontakt
Symbolfoto: eine PC-Tastatur mit Symbolen für E-Mail, Telefon und Brief
Ihre Ansprechpartner für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Sozialverbands VdK Deutschland.
Für Medienvertreter
Symbolfoto: Eine Fotokamera
Journalisten finden hier Hintergrundinformationen und Logos zum VdK Deutschland sowie Pressefotos und eine Vita der VdK-Präsidentin.
VdK-Zeitung
Eine zusammengerollte VdK-Zeitung, Ausgabe Dezember 2016/Januar 2017
Die VdK-Zeitung erscheint zehnmal pro Jahr. Mit einer Auflage von 1,5 Millionen Exemplaren gehört sie zu den größten Mitgliederzeitungen bundesweit. Die überregionalen Artikel der VdK-Zeitung können Sie jeden Monat kostenlos hier lesen.