23. Juli 2013
VdK-Pressemeldung

Sozialverband VdK fordert mehr Geld für Rehabilitation

"Rehabilitation muss uneingeschränkt gefördert werden." Das fordert Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, anlässlich aktueller Medienberichte, nach denen die Zahl der Arbeitnehmer, die eine Reha in Anspruch nehmen, drastisch gestiegen sei. Demnach wurden im Jahr 2012 fast 1,1 Millionen Reha-Maßnahmen genehmigt – 25 Prozent mehr als 2005.

VdK-Präsidentin Ulrike Mascher | © Peter Himsel

"Trotz aller Sparbemühungen und einer sehr restriktiven Bewilligungspraxis hat die Deutsche Rentenversicherung im Jahr 2012 das Budget für Leistungen der beruflichen und medizinischen Rehabilitation überschritten. Das zeigt, dass der tatsächliche Bedarf sehr hoch ist. Und es ist unbestritten, dass in den nächsten Jahren noch mit einer weiteren Steigerung des Reha-Bedarfs zu rechnen ist und das gedeckelte Rehabilitationsbudget auch weiterhin nicht ausreichen wird, diesen zu decken", so VdK-Präsidentin Ulrike Mascher.

Als "kleinen Lichtblick" begrüßt der Sozialverband VdK die Absichtserklärung der Bundesregierung, noch in dieser Legislaturperiode mehr Mittel für die berufliche und medizinische Rehabilitation auf den Weg zu bringen. In die jährlichen Neuberechnungen des Budgets soll dann neben der Entwicklung der Bruttolöhne künftig ein demografischer Faktor einfließen. "Politiker aller Parteien sind sich einig, dass es auf dem Gebiet der Rehabilitation deutliche Verbesserungen geben muss – doch noch immer ist nichts passiert. Es besteht deshalb nach der Bundestagswahl dringender politischer Handlungsbedarf für die Bundesregierung und den Bundestag, damit die Betroffenen ab 2014 davon profitieren können", so Mascher.

Mit der Anhebung des Reha-Deckels entstehe zwar ein größerer Finanzierungsspielraum, doch es sei zu befürchten, dass auch dieser nicht ausreiche und Bewilligungen für eine Reha weiterhin restriktiv gehandhabt werden müssten. Laut aktueller Zahlen wurden von 2,1 Millionen Anträgen im Jahr 2012 nur 65 Prozent von der Rentenkasse bewilligt. Mascher: "Auch aus den Beratungen des VdK wissen wir, dass viele Reha-Anträge erst einmal abgelehnt werden. Nur wer Widerspruch einlegt, kann eventuell zum Zug kommen."

Der VdK beharrt deshalb auf seiner Forderung, den Reha-Deckel, der die Ausgaben für die Rehabilitation begrenzt, ganz abzuschaffen. "Der Reha-Deckel muss weg! Wer wegen Krankheit oder Behinderung auf Dauer arbeitsunfähig wird, belastet das Sozialsystem weit mehr als derjenige, der nach einer Reha wieder in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zurückkehren kann. Die Wiederherstellung beziehungsweise der Erhalt der Arbeitsfähigkeit müssen im Vordergrund stehen. Wir dürfen nicht länger in Kauf nehmen, dass immer mehr Menschen auf Dauer erwerbsunfähig werden", fordert Mascher. Es sei längst nachgewiesen, dass die Kosten für eine berufliche Reha bereits nach drei bis fünf Jahren wieder hereingeholt würden.

Cornelia Jurrmann

Schlagworte Pressemeldung | Pressemitteilung | VdK-Präsidentin | Ulrike Mascher | Reha-Deckel | Reha | Rehabilitation | Budget | Rentenversicherung

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