Sozialverband VdK Deutschland e.V.
6. März 2013
VdK-Pressemeldung

VdK: Wachsende Spaltung der Gesellschaft muss gestoppt werden

"Wir fordern eine Kehrtwende in der Steuerpolitik, die eine gerechtere Vermögensverteilung ermöglicht!"

"Die Kluft wächst!" - Mit diesem Plakatmotiv hatte der VdK bereits im Rahmen seiner Aktion "Stoppt den Sozial-Abbau" auf das Problem wachsener sozialer Spaltung in Deutschland hingewiesen. | © VdK

Das erklärte Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, heute anlässlich des im Bundeskabinett verabschiedeten 4. Armuts- und Reichtumsberichts, aus dem hervorgeht, dass die Kluft zwischen Arm und Reich weiter wächst.

Der VdK kritisiert vor allem, dass auf Druck der FDP maßgebliche Aussagen des 4. Armuts- und Reichtumsberichts mehrfach geändert beziehungsweise geglättet wurden. "Es ist nicht nachvollziehbar, dass sich die Koalition offensichtlich nicht dem Armutsproblem stellen will, die Lage verharmlost und scheinbar keinen Handlungsbedarf sieht. Daher fordert der VdK ein unabhängiges Gremium, das regelmäßig über Armut und Reichtum in Deutschland berichtet", so Mascher.

Armut ist nicht wegzudiskutieren oder gar schönzureden

"Renten, die zum Leben kaum genügen, Niedriglöhne, die keine Familie ernähren können: Armut ist nicht mehr wegzudiskutieren oder gar schönzureden. Das soziale Ungleichgewicht in Deutschland wächst und verunsichert immer mehr Menschen", so Mascher. "Wenn die reichsten zehn Prozent der Haushalte über 53 Prozent des gesamten Nettovermögens verfügen und die untere Hälfte der Haushalte dagegen nur ein Prozent, zeigt das, dass die Spaltung der Gesellschaft voranschreitet".

Die Lösung liege in einer gerechteren Besteuerung von Reichtum, so die VdK-Präsidentin. "In den 1990-er Jahren lag der Spitzensteuersatz noch bei 53 Prozent, heute liegt er nur noch bei 42 Prozent, die Vermögenden bekamen also elf Prozent geschenkt." In derselben Zeit hätten sozial Benachteiligte aber immer mehr Einschnitte verkraften müssen. "Mit dem Geld aus einer fairen Besteuerung könnten wichtige Themen angepackt werden: die Bekämpfung der Altersarmut, Verbesserungen für Pflege und Gesundheit sowie Investitionen für mehr Bildungsgerechtigkeit".

Bereits im November 2012 hatte der VdK eine Stellungnahme zum Armuts- und Reichtumsbericht abgegeben - hier herunterladen:

Stellungnahme des Sozialverbands VdK Deutschland zum 4. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung "Lebenslagen in Deutschland" | weiter
28.11.2012

Michael Pausder

Schlagworte Armut | Reichtum | Armuts- und Reichtumsbericht | soziale Spaltung | Altersarmut | VdK-Pressemeldung | Pressemeldung | Pressemitteilung | Spitzensteuersatz | Steuerpolitik

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