30. Januar 2013
VdK-Pressemeldung

VdK fordert Beschluss der Koalition für höhere Mütterrenten

Anlässlich der morgigen Sitzung des Berliner Koalitionsausschusses am Donnerstag, in der auch das Thema höhere Mütterrenten auf der Agenda steht, erklärte Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, in Berlin: "Der VdK fordert den Koalitionsausschuss auf, die rentenrechtliche Gleichstellung aller Mütter auf den Weg zu bringen."

Ungerecht: Bisher erhalten nur Mütter, deren Kinder nach 1992 geboren wurden, drei Kindererziehungsjahre angerechnet. Für Kinder, die vor 1992 geboren wurden, wird der Rente nur ein Jahr gutgeschrieben. | © Imago

Dies bedeute die generelle Anrechnung von drei Kindererziehungsjahren pro Kind für die Rente, egal, wann ein Kind geboren wurde und wann seine Mutter in Rente geht oder schon gegangen ist. Die CSU hat sich im Vorfeld deutlich für diesen VdK-Vorschlag ausgesprochen: "Wir appellieren auch an die Koalitionspartner CDU und FDP, ihre Vorbehalte fallen zu lassen. So könnte sogar noch in dieser Legislaturperiode die Altersarmut von Frauen wirksam bekämpft werden. Höhere Mütterrenten wären wesentlich zielführender gegen weibliche Altersarmut als ein Konzept wie die Zuschussrente", so Mascher.

Bisher erhalten nur Mütter, deren Kinder nach 1992 geboren wurden, drei Kindererziehungsjahre angerechnet, für Kinder, die vor 1992 geboren wurden, wird der Rente nur ein Jahr gutgeschrieben. Mascher: "Diese Ungerechtigkeit muss endlich ein Ende haben, es darf nicht länger Mütter erster und zweiter Klasse geben." Die VdK-Präsidentin wies darauf hin, dass schon heute Altersarmut vor allem weiblich ist: "Viele dieser Frauen gehören der Müttergeneration an, die vor 1992 Kinder bekommen hat. Das ist besonders bitter, weil viele dieser Frauen wegen fehlender Kinderbetreuungsmöglichkeiten gar keine Chance hatten, sich selbst eine ausreichend hohe Rente zu erwirtschaften, deshalb heute arm sind und auch keine Möglichkeit mehr haben, ihre Situation aus eigener Kraft zu verbessern." Eine Rentnerin, die vor 1992 Kinder geboren hat, würde dann pro Kind 56 Euro (im Osten: 50 Euro) mehr monatliche Rente beziehen.

Die Aussage von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, höhere Mütterrenten seien unfinanzierbar, weist Mascher deutlich zurück: "Mit dem Haushaltsargument lässt sich natürlich alles vom Tisch wischen. Doch es ist auch eine Frage der Prioritätensetzung, wofür Geld ausgegeben wird." In der Bevölkerung hätten höhere Mütterrenten einen großen Zuspruch: "Wir spüren durch alle Altersgruppen hindurch eine große Solidarität und bekommen viel positive Rückmeldung, seit der VdK sich dieses Themas angenommen hat." Die Meinung sei einhellig: "Diesen Frauen soll, kann und muss man endlich helfen."
Höhere Mütterrenten sind ein wesentlicher Aspekt, um Altersarmut in Deutschland zu bekämpfen. Nach Meinung des VdK sollte dies Teil eines Maßnahmenbündels sein: "Angefangen bei Verbesserungen in der Bildungspolitik, um allen Kindern und Jugendlichen gute Startbedingungen zu verschaffen, über die Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns bis hin zum Stopp der Rentenniveauabsenkung", forderte Mascher.

Michael Pausder

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