Sozialverband VdK Deutschland e.V.
7. Oktober 2019
PRESSE-STATEMENT

Einkommensungleichheit: VdK fordert höheren Mindestlohn und weniger prekäre Beschäftigung

Die Ungleichheit bei den Einkommen in Deutschland hat nach einer aktuellen Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) einen neuen Höchststand erreicht. Trotz guter Konjunktur und der günstigen Lage auf dem Arbeitsmarkt habe sich die Schere zwischen den Wohlhabenden und den unteren Einkommensgruppen in den vergangenen Jahren noch weiter geöffnet, heißt es in dem heute veröffentlichten Verteilungsbericht des WSI. Dies kommentiert Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, wie folgt:

„Die Zahlen des WSI überraschen uns als Sozialverband VdK leider überhaupt nicht. Seit Langem beobachten wir eine immer weiter aufgehende Schere zwischen sehr Wohlhabenden und denen, die wenig verdienen. Es läuft viel schief, wenn allein Wohlhabende von der guten Konjunktur und steigenden Kapital- und Unternehmenseinkommen profitieren und sich dadurch immer weiter von der Mehrheit der Menschen und ihren Einkommen entfernen.

Gegen diese Entwicklung müssen die politisch Verantwortlichen endlich etwas tun. Zunächst brauchen wir einen Mindestlohn von über 12 Euro. Gute Stundenlöhne führen dazu, dass sich die Einkommen wieder einander annähern und sich die soziale Ungleichheit vermindert. Ganz wichtig ist uns als Sozialverband VdK, dass Löhne und Gehälter durch mehr Tarifbindung in der Arbeitswelt erhöht werden. Die Unternehmen müssen wieder stärker nach Tarif bezahlen, wofür der Staat Anreize schaffen und etwa öffentliche Aufträge nur an tarifgebundene Unternehmen vergeben muss. Auch müssen Jobs im Niedriglohnsektor eingedämmt werden. Das funktioniert dadurch, dass mehr reguläre, gut bezahlte sozialversicherungspflichtige Beschäftigung geschaffen wird. Das sorgt für gute Einkommen und hilft, die Schere zwischen Arm und Reich nicht weiter aufgehen zu lassen.“

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Pressekontakt: Cornelia Jurrmann, Telefon: 030 / 92 10 580-401