3. September 2019
PRESSE-STATEMENT

VdK: Pflegende Angehörige brauchen bezahlte Auszeiten für die Pflege

Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes waren Ende 2017 3,41 Millionen Menschen pflegebedürftig. 76 Prozent oder 2,59 Millionen Pflegebedürftige wurden zu Hause versorgt. Davon wurden 1,76 Millionen allein durch Angehörige gepflegt. Diese Zahlen kommentiert Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, wie folgt:

„Die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes führen uns noch einmal deutlich vor Augen, wie viele Millionen Menschen sich um pflegebedürftige Verwandte, Freunde oder Nachbarn kümmern. Wer privat pflegt, dem gebührt großer Respekt für seine tägliche Leistung, die psychisch und körperlich oft enorm belastend ist.

Die Belastungen sind deutlich geringer, wenn pflegende Angehörige stärker unterstützt werden. So muss es zum Beispiel möglich sein, dass sich pflegende Angehörige für die Pflege eine Auszeit von der Arbeit nehmen, ohne dadurch große, finanzielle Nachteile zu haben. Pflege-Darlehen, über die aktuell solche Auszeiten finanziert werden, sind der falsche Weg und werden von pflegenden Angehörigen auch nicht nachgefragt. Seit 2015 haben ganze 921 Menschen ein solches Darlehen genommen. Diese geringe Zahl an Anträgen ist nachvollziehbar, denn: Wer möchte sich für die Pflege schon verschulden?

Wir brauchen tragfähige Konzepte von Pflege-Auszeiten. Nur damit gelingt es Menschen, Beruf und Pflege wirklich miteinander zu vereinbaren. Gelingen kann das mit unserem Konzept des Pflegepersonengeldes und der Pflegepersonenzeit. Wir verstehen darunter eine Lohnersatzleistung, die der Staat einem privat Pflegenden für eine gewisse Zeit zahlt. Ähnlich dem Elterngeld und der Elternzeit, an die wir uns mit unserem Konzept anlehnen. Wir finden nämlich, dass die Pflege etwa alter Menschen gesellschaftlich genauso wichtig ist wie die Erziehung von Kindern.

Darüber hinaus brauchen pflegende Angehörige auch mehr Angebote, die sie von der Pflege entlasten. Dazu gehören zum Beispiel mehr Plätze in der Tagespflege oder in der Kurzzeitpflege für Pflegebedürftige. Auch die Angebote in der ambulanten Pflege müssen ausgebaut werden, hier gibt es in manchen Regionen einen teils gravierenden Mangel.“

Zurück zu unseren Pressemitteilungen.

Pressekontakt: Cornelia Jurrmann, Telefon: 030 / 92 10 580-401

Abteilung Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Sozialverband VdK Deutschland
Linienstraße 131
10115 Berlin
Telefon 030 9210580-400
Telefax 030 9210580-410
presse@vdk.de

Mitgliedschaft
Eine Gruppe von Menschen - Männer und Frauen, Jung und Alt, mit und ohne Behinderung - bildet Arm in Arm eine Kette.
Es gibt viele gute Gründe für eine Mitgliedschaft im VdK - dem mit mehr als 2 Millionen Mitgliedern größten Sozialverband Deutschlands. | weiter