11. April 2019
PRESSE-STATEMENT

Pränataltests: Akzeptanz von Behinderung ist nötig

Der Bundestag hat heute über vorgeburtliche Bluttests debattiert, mit denen sich unter anderem Trisomie 21 diagnostizieren lässt.

VdK-Präsidentin Verena Bentele kommentiert dies wie folgt:

„Wir als VdK freuen uns, dass die Debatte über die Pränataltests endlich im Bundestag geführt wird. Wir wollen weg von der Defizitorientierung und weg vom Fokus auf Kostenfragen, stattdessen hin zu der Erkenntnis, dass ein Leben mit Downsyndrom lebenswert und schön ist. Viele unserer VdK-Mitglieder haben Kinder mit Trisomie 21 und es sind glückliche Familien mit einem erfüllten Leben.

Frauen, die im Rahmen einer Untersuchung in der Schwangerschaft über Auffälligkeiten informiert werden, sollten unserer Ansicht nach umfassend beraten werden – nämlich darüber, dass ein Kind mit Downsyndrom kein 'Unglücksfall' oder 'schlimmes Schicksal' ist, sondern dass es sich um wunderbare Kinder handelt. Denkbar wären zum Beispiel Angebote, bei denen die betroffenen Frauen und Männer sich mit anderen Familien austauschen können und einen Einblick in deren Familienalltag mit einem Kind mit Downsyndrom erhalten.

Eltern, die Kinder mit Behinderung haben, brauchen innerhalb unserer Gesellschaft mehr Unterstützung und einen besseren Zugang zu Hilfsangeboten. Sie sollten keine mühsamen Kämpfe beispielsweise um Hilfsmittel oder Betreuungsleistungen ausfechten müssen. Wenn die Debatte um die Pränataltests diesen Aspekt mehr ins Bewusstsein rückt, ist das ein wichtiger Beitrag zur gesellschaftlichen Akzeptanz von Behinderung.“

verantwortlich: Cornelia Jurrmann, Telefon: 030 / 92 10 580-401

Schlagworte Trisomie 21 | Pränataltest | Down-Syndrom | Statement | Bundestag | Behinderung | Kinder

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