18. Juli 2018
So hilft der VdK

VdK-Mitglied erhält Anspruch auf Altersrente

Wie wichtig es ist, den Rentenbescheid sorgfältig zu prüfen und bei Fragen und Unstimmigkeiten den VdK zurate zu ziehen, zeigt der Fall von VdK-Mitglied Bertha Reimers (Name von der Redaktion geändert) aus Aurich. Im Zusammenhang mit der Mütterrente und einer fehlenden Mitteilung der Rentenversicherung erwarb sie schließlich doch noch einen Anspruch auf eine Altersrente und bekam sogar eine Nachzahlung.

Wichtig: Den Rentenbescheid auf Fehler und Unstimmigkeiten prüfen! Im unten geschilderten Fall konnte ein VdK-Mitglied so seinen Anspruch auf Altersrente erwirken (Symbolbild). | © imago/wolterfoto

Ihre letzte Auskunft zum Rentenanspruch und zu den erforderlichen Wartezeiten hatte Bertha Reimers (Jahrgang 1940) im Jahr 2003 erhalten. Laut Rentenversicherung hatte sie keinen Anspruch auf eine Altersrente. Grund war, dass sie sich in den 1970er-Jahren ihre bis dahin entstandenen Rentenansprüche hatte auszahlen lassen. Für ihre beiden Kinder bekam sie damals jeweils ein Jahr Erziehungszeit als Pflichtbeitragszeit angerechnet.

Rentenauskunft war nicht mehr aktuell

Im Jahr 2016 wurde Bertha Reimers Witwe. Da sie lediglich eine Witwenrente als Einkommen hatte, wandte sie sich an Thomas Feldmeier, Rechtsschutzleiter der VdK-Kreisgeschäftsstelle im niedersächsischen Aurich. Dieser prüfte die Unterlagen und stellte fest, dass die Rentenauskunft nicht mehr aktuell war. Aufgrund der 2014 eingeführten Mütterrente hätten nun für jedes vor 1992 geborene Kind jeweils zwei Jahre Erziehungszeit als Pflichtbeitragszeit angerechnet werden müssen.

Für eine Altersrente benötigte Bertha Reimers fünf Jahre allgemeine Wartezeit, von denen nun vier statt der bisher zwei Jahre vorlagen. Doch darüber hatte die Rentenversicherung ihre Versicherte ebenso wenig informiert, wie über die Möglichkeit, das fehlende Jahr über eine freiwillige Zahlung auszugleichen.

Rentenanspruch doch noch erworben

In der sozialrechtlichen Beratung empfahl Thomas Feldmeier, den Beitrag für das eine Jahr nachzuzahlen. Ausgehend von dem seinerzeit geltenden Mindestbeitrag von 85,05 Euro ergab sich ein Gesamtbeitrag von 1020,60 Euro, den Bertha Reimers der Deutschen Rentenversicherung überwies. Damit war die Wartezeit von fünf Jahren erfüllt und sie erwarb einen monatlichen Rentenanspruch von 129 Euro.

3.200 Euro von der Rentenversicherung für fehlende Beratung

Abzüglich der Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung betrug die Nettomonatsrente 115 Euro. Zusätzlich erhielt das VdK-Mitglied rückwirkend eine einmalige Zahlung von 3200 Euro wegen fehlender Aufklärung und Beratung seitens der Rentenversicherung. Damit hatte sich die Einmalzahlung mehr als ausgezahlt.

Lesen und sehen Sie mehr:

Rente
Symbolfoto: Ein kleiner Junge an der Hand seiner beiden Eltern. Sie gehen auf einer Wiese spazieren.
Wer Kinder hat, kann dadurch seine Rente erhöhen. Was ist die "Mütterrente"? Wer hat Anspruch? Können auch Väter die Mütterrente erhalten? Wir beantworten Fragen zum Thema. | weiter
14.11.2018 | cl
Rente
Symbolfoto: Eine Rentenauskunft. Darauf steht ein kleines Figürchen, außerdem liegt ein Kugelschreiber darauf.
Die Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung kommt in der Regel jährlich und gibt Auskunft über zukünftige Rentenansprüche. Was steht drin und was bedeutet das? | weiter
01.03.2018 | ali/cl

VdK-TV: Rentenversicherung: Rentenauskunft und Renteninformation (UT)

Einmal im Jahr gibt es für Rentenversicherte Post von der Rentenversicherung: Die Renteninformation. Daneben gibt es etwa für Rentenversicherte ab 55 Jahre die Rentenauskunft. Unser Video erklärt die Begriffe.

sko

Schlagworte Rente | Mütterrente | Wartezeit | Altersrente | Rentenbescheid | Rentenanspruch | Rentenauskunft

VdK-Rechtsberatung

Der Sozialverband VdK berät und vertritt seine Mitglieder im Bereich gesetzliche Rentenversicherung, zum Beispiel zum Thema Erwerbsminderungsrente.

Mitgliedschaft
Eine Gruppe von Menschen - Männer und Frauen, Jung und Alt, mit und ohne Behinderung - bildet Arm in Arm eine Kette.
Es gibt viele gute Gründe für eine Mitgliedschaft im VdK - dem mit mehr als 2 Millionen Mitgliedern größten Sozialverband Deutschlands. | weiter