10. Mai 2019
KAMPAGNE

Was ist für den Sozialverband VdK Generationengerechtigkeit?

Zukünftig wird es immer mehr Rentnerinnen und Rentner geben. Wegen dieses demografischen Wandels wird von manchen Seiten gefordert, das Renteneintrittsalter über 67 Jahre hinaus zukünftig weiter anzuheben.

Meinungsumfragen belegen jedoch, dass eine weitere Erhöhung der Regelaltersgrenze von der Bevölkerung abgelehnt wird. In einer aktuellen Studie sprachen sich 84 Prozent gegen eine Erhöhung aus. Gegen eine weitere Anhebung der Regelaltersgrenze spricht außerdem, dass der Großteil der Rentnerinnen und Rentner vor dem gesetzlichen Rentenalter in Altersrente geht und sogar Abschläge in Kauf nimmt. Eine weitere Erhöhung des Renteneintrittsalters wäre damit ein reines Rentenkürzungsprogramm.

Wir als VdK sagen: Für die Stärke der Deutschen Rentenversicherung ist nicht das Verhältnis von älteren zu jüngeren Menschen, sondern das Verhältnis von Nichterwerbstätigen zu Erwerbstätigen entscheidend. Nicht jeder unter 65 Jahren zahlt Beiträge (zum Beispiel Hausfrauen, Hausmänner, Arbeitslose, Studierende oder Beamte). Wichtig ist eine hohe Beschäftigungsquote in sozialversicherungspflichtigen Jobs. Dafür kann bei der Erwerbstätigkeit bestimmter Personengruppen angesetzt werden: Damit mehr Mütter arbeiten können, brauchen wir mehr und bessere Kindertagesstätten, eine gute Versorgung von Pflegebedürftigen und gute Arbeitsplätze, jenseits von 450-Euro-Jobs.

Auch müssen mehr Väter zu einer partnerschaftlichen Aufteilung der Kinderbetreuung und Hausarbeit bereit sein. Außerdem ist es wichtig, dass möglichst viele Menschen mit Behinderungen in den ersten Arbeitsmarkt integriert werden. Damit mehr Ältere arbeiten können, brauchen wir gute und altersgerechte Arbeitsplätze und mehr Anstrengungen bei der Rehabilitation. Auch qualifizierte Zuwanderung hilft, die Balance von Einzahlern und Beziehern zu halten. Für ausreichende Rente bedarf es darüber hinaus eines hohen und stabilen Rentenniveaus.

Bis 2011 betrug das Rentenniveau über 50 Prozent

Das sogenannte Standardrentenniveau ist ein abstrakter Wert, der das Verhältnis von Standardrente und Durchschnittsverdienst darstellt. Bis 2011 betrug das Rentenniveau noch über 50 Prozent. Derzeit liegt das Rentenniveau gerade einmal bei 48,1 Prozent. Ohne Anhebung würde das Rentenniveau in den nächsten Jahrzehnten weiter sinken. Bis 2032 könnte es laut aktuellsten Daten auf 44,9 Prozent fallen.

Eine Stabilisierung des Rentenniveaus ist wichtig, um das Vertrauen in der Bevölkerung in die gesetzliche Rentenversicherung wieder zu stärken. Fast drei von vier jungen Menschen zwischen 14 und 34 Jahren fürchten beispielsweise, später nicht gut von der Rente leben zu können.

Was wir als Sozialverband VdK fordern

  • Eine gute Rente muss für alle Generationen garantiert werden: Menschen sollen von der gesetzlichen Rente leben können und nicht auf eine zusätzliche betriebliche oder private Rente angewiesen sein.
  • Keine weitere Erhöhung der Regelaltersgrenze.
  • Dauerhafte Anhebung des Rentenniveaus auf 50 Prozent. Ein Rentenniveau von 50 Prozent stellt sicher, dass sogenannte Standardrentner die Hälfte des geltenden Durchschnittsverdienstes erhalten.
  • Erwerbstätigkeit von Frauen stärken: Es gibt viele Menschen, die gerne arbeiten gehen würden, dies zurzeit aber nicht können. Vor allem Frauen sind häufig als Mutter oder Pflegeperson zu stark in der Familie eingebunden. Wir brauchen daher Investitionen in gute Kindertagesstätten und gute Pflege, damit Frauen arbeiten gehen können. Frauen brauchen gut bezahlte Arbeit, keine 450-Euro-Jobs, damit sie eine eigene gute Rente aufbauen können. Altersarmut ist viel zu häufig Frauenarmut.


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Schlagworte Sozialverband VdK | #Rentefüralle | Altersrente | Generationengerechtigkeit

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