27. März 2017

Und jetzt haben wir den Salat

Extremes Wetter im Süden sorgt für teures Gemüse im Supermarkt

Gemüse ist in letzter Zeit auffallend teuer. Bestes Beispiel: der Eisberg-Salat. Ein Kopf hat nach Zahlen der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) vergangenen Winter im Schnitt 65 Cent gekostet, diesen Februar waren es fast zwei Euro. Der Grund war eine ungewöhnliche Schlechtwetter- und Kältewelle in Südeuropa und die damit verbundene Knappheit. Der Ausweg: regionale Produkte.

© imago/STTP

Wenn die Gemüsebauern in Spanien und Italien weniger Salat liefern können, weil Regen und Kälte die Ernte zerstört haben, merken das die Kunden im deutschen Supermarkt. Betroffen von der dramatischen Preissteigerung in den vergangenen Monaten um teilweise über 100 Prozent sind neben Eisbergsalat auch Brokkoli, Gurken und Zucchini.

Weil jetzt der Frühling vor der Tür steht, heißt das nicht, dass sich die Preise für Gemüse aus dem Mittelmeerraum wieder normalisieren. Nach Einschätzung der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft können die hohen Preise noch Monate anhalten. Denn das extreme Wetter habe auch junge Triebe zerstört und eine neue Aussaat verhindert.

Wenig Angebot und hohe Nachfrage bedeuten hohe Preise. Das schreckt die deutschen Kunden vom Kauf ab. Dabei kommt hierzulande laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) ohnehin viel zu wenig Obst und Gemüse auf den Teller. 650 Gramm pro Kopf und Tag sollten es sein, 237 Kilogramm wären das im Jahr. Die Verbraucher in Deutschland schafften laut Nachrichtenagentur dpa gerade mal 160 Kilogramm – pro Haushalt, nicht pro Kopf.

Für eine optimale Vitamin-C-Zufuhr etwa empfiehlt die DGE, täglich bis zu fünf Portionen Gemüse und Obst zu verzehren, um die empfohlene Menge für Erwachsene von 100 Milligramm am Tag zu erreichen. Damit preisbewusste Verbraucher in Zeiten der Knappheit nicht ganz und gar auf Gesundes verzichten, raten die Experten der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft, auf Gemüse aus heimischem Anbau zurückzugreifen. Denn Gemüse, das im Herbst in Deutschland geerntet und jetzt aus dem Lager verkauft werde, sei vergleichsweise günstig. Weißkohl ist momentan sogar rund 20 Prozent billiger als im Vorjahreszeitraum, Karotten sieben Prozent. Der Trend geht also zu regionalen Produkten.

Dazu rät auch die Verbraucherzentrale auf ihrer Internetseite: „Lebensmittel aus der Region sind frisch und umweltfreundlich.“ Regional bedeutet, „dass ein Produkt innerhalb einer abgegrenzten Region erzeugt, verarbeitet und vermarktet wird“. In der Werbung würden die Begriffe „regional“ und „Region“ oft wenig nachvollziehbar verwendet. Für Verbraucher sei es daher ratsam, sich im Laden immer genau zu erkundigen, woher das in der Werbung angepriesene Produkt stammt.

Einige Regionalzeichen garantierten neben der regionalen Herkunft, dass zusätzliche qualitative, ökologische und soziale Kriterien, zum Beispiel gentechnikfreie Fütterung, eingehalten würden.

Ob Gemüse, Eier oder Fleisch: Sind die Lebensmittel aus der Region, gelangen sie auf kürzeren Transportwegen zum Handel und somit zum Verbraucher. Das bedeutet frische Ware und eine Möglichkeit, klimaschonend einzukaufen. 


VdK-TV: Besser essen - die richtige Ernährung für jedes Lebensalter

"Man ist, was man isst", heißt es im Volksmund und tatsächlich steckt viel Wahres in diesem alten Sprichwort. Denn wie wir uns fühlen und wie gesund wir sind, hängt maßgeblich von unserer Ernährung ab.

Caroline Meyer

Schlagworte Salat | Gemüse | Preise | Kosten | regional | Ernährung | Essen

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