31. Oktober 2016

Stadtbibliothek: Ein Ort zum Entspannen und Schmökern

In der Stadtbibliothek kann man lesen, lernen, spielen, Musik hören und natürlich Menschen treffen

Die Stadtbibliothek ist heute nicht mehr nur ein Platz, an dem sich ein Buchregal an das nächste reiht, sondern ein generationenübergreifender sozialer Treffpunkt für alle Menschen. Hier hat jeder freien Zugang zu Informationen und Wissen. Sie ist zudem einer der wenigen öffentlichen Orte, den man nutzen kann, ohne etwas kaufen zu müssen.

© imago/Eibner

In Deutschland gibt es bundesweit rund 10 .000 öffentliche Bibliotheken. Laut Deutschem Bibliotheksverband sind sie mit jährlich rund 120 Millionen Besuchern die am stärksten genutzten Kultur- und Bildungseinrichtungen überhaupt. 375 Millionen Medien stehen dort für die Nutzer bereit, 450 Millionen werden pro Jahr ausgeliehen.

Die Philipp-Schaeffer-Bezirksbibliothek in Berlin-Mitte verfügt über 2.000 weitgehend barrierefreie Quadratmeter mit Einzel- und Gruppenarbeitsplätzen sowie Couchgruppen und Sesseln zum Entspannen und Schmökern. Viel Platz für Menschen und Medien. Es gibt Bücher, E-Books, Hörbücher, CDs, DVDs und Blue-rays, Comics, Konsolenspiele, Zeitschriften und Zeitungen. Wer zu Hause keinen Computer hat, kann in der Bibliothek ins Internet gehen. All das kostet Erwachsene zehn Euro im Jahr für den Bibliotheksausweis. Kinder und beispielsweise Hartz-IV-Bezieher zahlen nichts. Auch ohne Mitglied zu sein, kann man hier vor Ort mit seinem Laptop arbeiten und Zeitungen lesen.

Ein Drittel der Fläche nimmt die Bibliothek für Kinder ein. Sie haben eine eigene großzügige Etage mit Comic-Ecke, Märchenzimmer und Arbeitsplätzen. Dort können sie sich mit anderen austauschen und spielen oder zum Lesen zurückziehen. Den Platz schätzen Erwachsene und Kinder aus den oft kleinen Großstadtwohnungen gleichermaßen. Eltern nutzen den Ort gerne, um in der ruhigen Atmosphäre vorzulesen. Auch Schulklassen und Kindergartengruppen sind oft da. Wer will, kann hier seine Schulaufgaben machen. Es gibt eine regelmäßige ehrenamtliche Hausaufgabenhilfe.

Treffpunkt Bibliothek

„Die Bibliothek als sozialer Ort wird immer wichtiger“, sagt Bibliothekarin Katrin Rosemann. Der Trend geht hin zu mehr Kommunikation. Die Stadtbibliotheken öffnen sich einem breiten Publikum, wie es beispielsweise in Dänemark schon lange üblich ist. Es gibt öffentliche Lesungen, Lesekreise, Vorträge, Konzerte, Computerschulungen, Deutschkurse und Beratungsangebote. In manchen Büchereien kann man Musikinstrumente nutzen. In anderen stehen sogar Nähmaschinen, und man experimentiert mit 3-D-Druckern.

Für den Vorlesetag am 18. November hat die Philipp-Schaeffer-Bibliothek etwas Besonderes geplant. Es wird in portugiesischer Sprache vorgelesen. Überhaupt gibt es in den Regalen eine Vielzahl von fremdsprachiger Literatur sowie verschiedenen Lernmaterialien, beispielsweise in Spanisch, Englisch, Polnisch und Türkisch.

Beliebt bei Kindern und älteren Menschen sind Hörbücher. Wer Probleme mit den Augen hat, kann sich Bücher in Großdruck ausleihen. In Kooperation mit einem Beschäftigungsträger bietet die Bibliothek einen kostenlosen mobilen Hol-, Bring- und Vorleseservice für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen an. Die Mitarbeiter beraten bei der Auswahl und bringen die Medien fristgerecht zurück. Zudem gibt es einen Bücherbus, der regelmäßig die Grundschulen anfährt und damit die wenig mobilen jüngeren Schüler erreicht.

Wer lieber digital liest und hört, kann auch die digitalen Online-Angebote nutzen. Damit lassen sich nicht nur Medien bequem von zu Hause aus vorbestellen, sondern auch direkt herunterladen. „Das spart viel Geld und Zeit“, sagt Katrin Rosemann. Und ist gelebte Teilhabe, die alle Menschen einbezieht.

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Schlagworte Bibliothek | Bücherei | Lesen | Stadtbücherei | Stadtbibliothek

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