27. August 2014

So hilft der VdK: „Das hätte ich selbst nie so hinbekommen“

VdK-Mitglied aus Rostock setzt mit Hilfe des Verbands eine teilweise Erwerbsminderungsrente durch

Wer eine Erwerbsminderungsrente beantragt, muss in der Regel erst einmal mit einem Ablehnungsbescheid rechnen. So ging es auch Marina P. (Name von der Redaktion geändert), die Mitglied im Sozialverband VdK Mecklenburg-Vorpommern ist. Mit Hilfe der VdK-Juristin gelang es, ihren Anspruch im Widerspruchsverfahren durchzusetzen.

© Thorben Wengert/pixelio.de

Marina P. leidet seit Geburt unter einer Fehlform an beiden Kniegelenken, die zur Folge hat, dass die Kniescheiben häufig herausspringen. Die Folgen der Fehlstellungen sind nicht lokal begrenzt, sondern wirken sich beispielsweise auch auf die Schultern und die Halswirbelsäule aus, die „kaputt“ ist, wie Marina P. berichtet. Die Ärzte sprechen in ihrem Fall von einem sogenannten Verkettungssyndrom.

Es fing mit Schmerzen im Knie an. Die 53-Jährige ist derweil mehrfach am Kniegelenk operiert worden. Bereits mit 34 Jahren erhielt sie ein künstliches Gelenk. Doch dieses war zu groß und schädigte die Kniesubstanz so stark, dass weitere Operationen nötig waren. Dreizehn sind es bis zum heutigen Tag gewesen.

Antrag auf Rente

Seit 1977 ist Marina P. als Angestellte an der Universitätsmedizin Rostock tätig. Die gelernte Krankenschwester arbeitete bis 1996 als Stationsschwester auf der neurologischen Station, wo sie sich um Hirntumorpatienten kümmerte. Aufgrund ihrer gesundheitlichen Probleme musste sie den Beruf aufgeben. Mit Unterstützung ihres Arbeitgebers absolvierte sie eine berufliche Rehamaßnahme. Sie ließ sich zur Kauffrau für Bürokommunikation ausbilden und arbeitete fortan als Sachbearbeiterin in der Uniklinik.

Doch der Gesundheitszustand von Marina P. verschlechterte sich weiter. Aufgrund der Beschwerden war es ihr nicht mehr möglich, ganztags zu arbeiten. Daher stellte sie im Jahr 2012 einen Antrag auf Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung. Die beiden Gutachter der Rentenversicherung Bund sahen das jedoch anders. Sie entschieden per Aktenlage und lehnten den Rentenantrag des VdK-Mitglieds ab. Und dies, obwohl Marina P. eine anerkannte Schwerbehinderung mit Merkzeichen G (gehbehindert) hat und chronische Schmerzpatientin ist.

Unterstützung vom VdK

Marina P. gab sich jedoch mit dem Bescheid der Rentenversicherung nicht zufrieden und wandte sich an Daniela Reineke in der VdK-Zweiggeschäftsstelle Rostock. Die Juristin für Sozialrecht leitet die Rechtsabteilung des Sozialverbands VdK Mecklenburg-Vorpommern. Sie sah sich den Fall an und legte einen umfangreich begründeten Widerspruch bei der Rentenversicherung ein. „Das hätte ich selbst nie so hinbekommen“, sagt Marina P. und ist dankbar über die Hilfe. Auf Veranlassung der VdK-Juristin hin wurden dann von der Rentenversicherung auch die Ärzte von Marina P. befragt. Über zwei Jahre hat es insgesamt gedauert, bis es zu einer Entscheidung kam, die erst vor Kurzem fiel.

Letztendlich bekam Marina P. eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung zugesprochen, weil sie nur noch maximal sechs Stunden pro Tag arbeitsfähig ist. Als voll erwerbsgemindert gilt, wer nur noch bis zu drei Stunden am Tag arbeiten kann.

„Ich bin sehr zufrieden“, sagt Marina P., die seit ihrem 17. Lebensjahr an der Universitätsmedizin Rostock tätig ist. Sie ist glücklich, dass sie nun täglich viereinhalb Stunden weiterhin ihrem Beruf nachgehen und sich danach um ihre Gesundheit kümmern kann. „Ohne die Hilfe des VdK hätte ich das Ziel nicht erreicht“, sagt sie und freut sich darüber, wieder stundenweise an ihren Arbeitsplatz zurückkehren zu können. Die Rente ist befristet auf drei Jahre, da Erwerbsminderungsrenten in der Regel nur noch auf Zeit bewilligt werden. Danach muss ein Antrag auf Verlängerung gestellt werden.

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sko

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