28. März 2014

So hilft der VdK: VdK-Mitglied setzt für Mutter Pflegestufe 0 durch

Antrag wurde zuerst abgelehnt – Anerkennung dank Beratung bei der VdK-Geschäftsstelle Düren erreicht – Familie erleichtert

Oft ist die Rede von der Sandwichgeneration, wenn Erwachsene sich um die Kinder und Eltern zugleich kümmern. Dieser Generation gehört auch VdK-Mitglied Karl Radtke an. Bis vor Kurzem noch berufstätig, betreut der 65-Jährige sogar drei Generationen: seine Kinder, die Enkel und seine 90-jährige Mutter, die an Demenz leidet. Für sie setzte er mit dem VdK Düren zusätzlich zur Pflegestufe 1 die Pflegestufe 0 durch.

© Imago

Seit dem Tod des Vaters Mitte der 1990er-Jahre kümmert sich Karl Radtke um die Belange der Mutter, hält unter anderem das Haus instand und erledigt die ­Abrechnungen und die Korrespondenz mit der Krankenversorgung der Bundesbahnbeamten (KVB). Die Mutter ist dort privat versichert, weil ihr Mann Beamter war.

„Von süßem Nichtstun oder der lang ersehnten Selbstbestimmung habe ich in den zehn Monaten, die ich nun Rentner bin, nichts gemerkt“, berichtet Radtke. Dass seine Mutter älter wurde, sei ihm natürlich nicht entgangen. Doch bis vor einiger Zeit habe sie den Eindruck vermittelt, als ob sie ihr Leben im Griff hat. Der Sohn bestärkte sie daher darin, allein im zehn Kilometer entfernten Elternhaus wohnen zu bleiben. Mit Unterstützung durch die Schwester und Nachbarn sollte die Mutter ihr gewohntes Leben weiterleben können.

Fortschreitende Demenz

„Ich war immer auf Achse“, erzählt Radtke. „Wahrscheinlich habe ich nicht so genau hingesehen beziehungsweise konnte es nicht, weil meine Zeit als Berufstätiger, Ehemann, Vater und Großvater eingeschränkt war“, räumt er im Nachhinein ein. „Sonst hätte ich die Anzeichen für die Verschlechterung ihres Gesamtzustandes, aber vor allem die fortschreitende Demenz, früher erkennen müssen.“ So mied die Mutter seit einiger Zeit alle sozialen Kontakte. Damit einher ging ein Sprachverlust. Sie konnte sich nichts mehr merken und sich nur noch vage mitteilen. Überempfindlich geworden, klagte sie ununterbrochen über Schmerzen an ständig wechselnden Stellen. Die Arztbesuche häuften sich. „Allerdings konnten die Ärzte meistens nichts Körperliches feststellen, außer – wie man so schön sagt – Zipperlein, die man in dem Alter halt hat“, sagt Karl Radtke.

Hartnäckig bleiben

„Es wurde immer anstrengender mit Mutter. Der Alltag schlauchte ganz schön. So konnte es nicht weitergehen.“ Er beschloss, zusätzlich Pflegestufe 0 zu beantragen. Doch die Pflegeversicherung der KVB lehnte den im Januar 2013 gestellten Antrag ab. Zuvor hatte sich ein Gutachter einen Eindruck von der Mutter verschafft. Karl Radtke gab nicht auf. Er ging mit dem Schreiben zum VdK in Düren und ließ sich den Sachverhalt erläutern, denn der Verband berät auch in Fragen der privaten Pflegever­sicherung sozialrechtlich. „Der VdK hat mir schnell und unbürokratisch geholfen.“ Zwischenzeitlich stellte sich heraus, dass die KVB den Antrag falsch aufgefasst hatte. Sie sei davon ausgegangen, dass es um die Bewilligung der Pflegestufe 2 ginge, so Radtke.

Hartnäckig beantragte er auf Rat des VdK erneut die Pflegestufe 0 für seine Mutter. Ein neuer Gutachter kam und im Dezember wurde die zusätzliche Pflegestufe endlich bewilligt. Seither bekommt die Mutter insgesamt 305 Euro monatlich von der Pflegeversicherung. „Die sind auch dringend notwendig, weil meine Mutter nur eine kleine Beamtenversorgung bezieht und praktisch das ganze Einkommen für die häusliche Pflege aufgewendet werden muss“, sagt der Sohn. Vor allem die Stromkosten im Zusammenhang mit der sogenannten Energiewende würden die Kosten massiv nach oben treiben.

Karl Radtke ist froh, dass er für seine Mutter zusätzlich Hilfe außerhalb der Familie finanzieren kann. „Wir sind jetzt nicht mehr so angespannt und können der Mutter offener begegnen“, freut sich der Sohn.

Weitere echte Fälle aus der VdK-Sozialrechtsberatung lesen Sie in unserer Reihe "So hilft der VdK":

Mitgliedschaft
Symbolfoto: Eine Statue der Justitia
In unserer Serie "So hilft der VdK" berichten wir regelmäßig über echte Fälle aus der Sozialrechtsberatung unserer VdK-Landesverbände, bei denen der VdK seinen Mitgliedern zu ihrem Recht verholfen hat. | weiter

sko