28. November 2013

So hilft der VdK: Nachzahlung von fast 42.000 Euro für VdK-Mitglied

Erwerbsminderungsrente: Rechtsexperte des VdK-Kreisverbands Siegen-Olpe-Wittgenstein schließt Vergleich vor Sozialgericht Dortmund

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Der Druck im Berufsalltag nimmt für viele Menschen ständig zu. Immer mehr Aufgaben müssen in immer kürzerer Zeit bewältigt werden. So war es auch bei Heinz Brander (Name von der Redaktion ­geändert). ­Gesundheitlich schwer mitgenommen von dem Stress im Arbeitsleben, beantragte er eine Rente wegen Erwerbsminderung. Mit Hilfe des VdK in Siegen setzte er diese durch und erhielt eine Nach­zahlung von fast 42.000 Euro.

Der Beruf von Heinz Brander im Einkauf eines Unternehmens war sehr verantwortungsvoll. Als sich die gesundheitlichen Probleme häuften und er zunehmend unter Erschöpfung litt, beantragte er im Jahr 2010 die Rente wegen Erwerbsminderung. Die Rentenversicherung ließ ihn von einem Psychiater medizinisch begutachten. Dieser bescheinigte dem VdK-Mitglied "unter Ausschöpfung aller Behandlungsmaßnahmen eine vollschichtige Belastbarkeit in seinem Beruf und auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt". Die Rentenversicherung lehnte daraufhin die Erwerbsminderungsrente ab, weil die medizinischen Voraussetzungen nicht erfüllt seien.

Heinz Brander (Jahrgang 1954) wandte sich an den VdK-Kreisverband Siegen-Olpe-Wittgenstein. Geschäftsführer und Rechtsexperte Frank Meyer nahm sich des Falls an. Er legte Widerspruch ein und beantragte Akteneinsicht. Wie erwartet, wurde der Widerspruch von der Rentenversicherung zurückgewiesen. Mitte 2011 legte Frank Meyer für das VdK-Mitglied Klage beim Sozialgericht Dortmund ein. Im Sommer 2012 ließ das Sozialgericht Dortmund ein neues psychosomatisch-psychiatrisches Gutachten erstellen. Der Gutachter kam zu dem Ergebnis, dass der Leistungsumfang nach Ausschöpfung aller Behandlungsmaßnahmen nicht abgeschätzt werden kann und Heinz Brander daher aktuell nicht vollschichtig einsetzbar sei.

In der mündlichen Verhandlung im Januar 2013 schlug der Richter einen Vergleich vor. Dieser enthielt sechs Punkte, die aufeinander aufbauten. Danach sollte Heinz Brander erstens für die Zeit vom Juli 2010 bis Juni 2013 rückwirkend die volle Erwerbsminderungsrente erhalten. Zweitens vom Juli 2013 bis Januar 2014 dann eine Berufsunfähigkeitsrente. Drittens sollte die Deutsche Rentenversicherung eine Reha in einer psychosomatischen Klinik bewilligen. Viertens verpflichtet sich Heinz Brander, die Reha auch durchzuführen. Tut er das nicht, so entfällt fünftens der Anspruch auf die volle Erwerbsminderungsrente. Sechstens und abschließend wird nach der Reha über den weiteren Rentenanspruch entschieden. "Ein nicht alltäglicher Fall", wie VdK-Rechtsexperte Frank Meyer sagt.

Der VdK-Jurist und Heinz Brander verständigten sich, den Vergleich als Chance zu sehen, und sie stimmten dem Vorschlag des Richters zu. Im Februar 2013 trat das VdK-Mitglied die Reha-Maßnahme an. Dort erkannten die Ärzte schnell, dass Heinz Brander tatsächlich nicht mehr arbeiten konnte. Daraufhin zahlte die Rentenversicherung die volle Erwerbsminderungsrente von Juli 2010 bis Juni 2013 nach. Insgesamt belief sich diese Summe mit Zinsen auf fast 42.000 Euro. Ab 1. Juli 2013 bekommt Heinz Brander nun auch die volle Erwerbsminderungsrente bis zum Beginn der Regelalters­rente am 1. Dezember 2019. Der Gang zum VdK hat sich somit für das Mitglied gelohnt (Aktenzeichen: S 15 R 1096/11).

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sko