22. Oktober 2013

Rente muss zum Leben reichen - Sozialverband VdK sieht dramatischen Anstieg der Altersarmut

Die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden zu den Empfängern von Grundsicherung im Alter sind äußerst besorgniserregend. Demnach erhielten Ende 2012 knapp 465.000 Personen über 65 Jahre Grundsicherung.

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Nach Auffassung des Sozialverbands VdK Deutschland sagt diese neue Zahl viel über die wachsende Altersarmut in Deutschland aus. Gegenüber 2011 erhöhte sich damit die Zahl der Hilfebezieher um rund 55.000 Personen oder 6,6 Prozent. "Das ist ein dramatischer Anstieg und nicht länger hinnehmbar!" kommentiert Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, die neuen Zahlen. Besonders bedrückend über die reinen Daten und Fakten hinaus ist außerdem, dass viele Rentner aus Scham oder Nichtwissen um diese Leistung gar nicht zum Amt gehen. Daher ist die Dunkelziffer der Rentner, deren Einkommen nicht zum Leben reicht, noch viel höher.

"Die weiter stark steigende Zahl von Leistungsbeziehern der Grundsicherung im Alter und auch bei der Erwerbsminderung sind ein Warnsignal für künftige Altersarmut", erklärt Ulrike Mascher. Der VdK fordert seit langem, die Regelsätze in der Grundsicherung für ältere Menschen und dauerhaft Erwerbsgeminderte anzuheben und jährlich unter Beachtung der Preisentwicklung bedarfsgerecht anzupassen.

Mascher mahnt die künftige Bundesregierung an, Maßnahmen gegen die wachsende Altersarmut in Angriff nehmen, um zu verhindern, dass immer mehr Menschen im Alter auf Grundsicherung angewiesen sind. "Die gesetzliche Rente und die Erwerbsminderungsrente müssen armutsfest gemacht werden", erklärt Mascher. Dazu gehöre die Abschaffung der Rentenabschläge für Erwerbsminderungsrentner, die aus Krankheitsgründen nicht bis zum 65. Lebensjahr arbeiten können. Zudem sollte sichergestellt werden, dass die gesetzliche Rente nach langjähriger vollzeitnaher Erwerbstätigkeit deutlich über dem Grundsicherungsniveau liegt. Mascher ergänzt: "Das allgemeine Rentenniveau muss insbesondere durch Streichung der Dämpfungsfaktoren in der Rentenanpassungsformel wieder angehoben werden. Für Menschen, die lange Jahre im Niedriglohnbereich gearbeitet haben, müssen die niedrigen Rentenversicherungsbeiträge aufgewertet werden."

Cornelia Jurrmann

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