17. April 2013

VdK fordert ersatzlose Streichung der Rentenkürzungsfaktoren

VdK-Präsidentin Mascher: "Renten müssen parallel zu Löhnen und Gehältern steigen"

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Anlässlich der heute im Bundeskabinett verabschiedeten Rentenerhöhung zum 1. Juli um 3,29 Prozent im Osten und 0,25 Prozent im Westen erklärte Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland: "Für die etwa 16 Millionen Rentnerinnen und Rentner im Westen ist das Mini-Rentenplus ein herbe Enttäuschung. Angesichts der steigenden Preise, beispielsweise beim Strom, bei der Miete oder bei den Zuzahlungen im Gesundheitswesen, werden sie einen weiteren Kaufkraftverlust ihrer Altersbezüge hinnehmen müssen. Das ist für die Betroffenen besonders hart."

Die VdK-Präsidentin warnte jedoch mit Blick auf die Rentenanpassung von 3,29 Prozent in den neuen Bundesländern davor, Ost und West gegeneinander auszuspielen: "Das Problem ist nicht, dass Rentner im Osten zu viel Erhöhung bekommen haben. Das Problem ist, dass Rentner im Westen viel zu wenig bekommen haben." Die errechneten Erhöhungen mögen zwar formal korrekt sein, so Mascher weiter, "doch sie sind ein schlagkräftiger Beweis dafür, dass die gesamte Rentenformel auf den Prüfstand muss".

Mascher weiter: "Die Rentner hätten deutlich mehr Geld in der Tasche, wenn Riester-, Nachhol- und Nachhaltigkeitsfaktor entfallen und die Renten wieder exakt der Lohnentwicklung in Ost und West folgen würden. Denn die Rente darf nicht von der allgemeinen Lohnentwicklung abgekoppelt werden." Der Sozialverband VdK fordert deshalb die ersatzlose Streichung der Kürzungsfaktoren bei der Rentenanpassung und die Rückkehr zur dynamischen Rente, wonach die Rentenerhöhung uneingeschränkt der Lohn- und Gehaltsentwicklung folgt.

Die VdK-Präsidentin forderte außerdem, das gesetzliche Rentenniveau bei 50 Prozent einzufrieren und die Absenkung des Rentenniveaus von derzeit 51 Prozent auf 43 Prozent bis zum Jahr 2030 zu stoppen: "Bei 50 Prozent des durchschnittlichen Nettolohns muss Schluss sein". Dies sei dringend notwendig, um das Altersarmutsproblem nicht weiter zu verschärfen.

Cornelia Jurrmann

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