1. Juni 2012

Ältere sind bei der Jobsuche weiter benachteiligt

Neue Studie stellt den meisten Betrieben ein schlechtes Zeugnis aus – "Rente mit 67" bleibt umstritten

Nur jedes zwölfte Unternehmen sucht gezielt nach Arbeitnehmern über 50 Jahre. Zu diesem ernüchternden Ergebnis gelangte eine Studie der Bertelsmann Stiftung und der Unternehmensberatung Mercer.

Auf dem Deutschen Seniorentag am 4. Mai in Hamburg verteidigte Bundeskanzlerin Angela Merkel die schrittweise Einführung der "Rente mit 67". Gleichzeitig kritisierte sie, dass Arbeitgeber den über 55-Jährigen zum Teil keine Beschäftigungsperspektiven mehr geben: "Das muss sich ändern", betonte Merkel. Drei Tage später veröffentlichte die Bertelsmann Stiftung Untersuchungsergebnisse, die verdeutlichen, dass die Unternehmen viel zu wenig tun, um ältere Arbeitnehmer im Betrieb zu halten, und viel zu wenig bereit sind, Ältere einzustellen. Nur knapp über die Hälfte der Unternehmen in Deutschland rechnet mit einem Anstieg an Arbeitsplätzen für über 60-Jährige. Als "geradezu alarmierend" bezeichnen die Autoren der Studie, dass nur jedes zwölfte Unternehmen im Rahmen seiner Personalgewinnungsstrategie gezielt Ältere anspricht.

Der Sozialverband VdK hat bereits im Jahr 2003 mit einer großen Kampagne auf die schlechte Beschäftigungssituation älterer Arbeitnehmer aufmerksam gemacht. Ein Plakatmotiv zeigte einen älteren Mann und dazu den Schriftzug "Wir müssen leider draußen bleiben!". Auch wenn jetzt mehr Ältere in Beschäftigung sind als vor neun Jahren, sind die Chancen bei der Suche nach einer neuen Stelle für über 55-Jährige hingegen kaum gestiegen.

Der VdK bleibt bei seiner Position: Für all diejenigen, die es aus unterschiedlichen Gründen nicht schaffen, bis 67 zu arbeiten, wird die "Rente mit 67" nichts anderes sein als eine Rentenkürzung.

VdK-Präsidentin Ulrike Mascher: "Wenn Ältere länger im Beruf durchhalten sollen, dann bedarf es innerbetrieblicher Maßnahmen zur Weiterbildung und Gesundheitsförderung sowie eines anerkennenden Umgangs mit älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Aber davon sind leider viele Betriebe noch weit entfernt."

mpa

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