28. November 2011

So hilft der VdK: Der jahrelange zähe Kampf hat sich gelohnt

Sozialverband VdK erstreitet die volle Erwerbsminderungsrente für einen kranken Arbeitnehmer

Der Druck am Arbeitsplatz nimmt zu. Darunter leiden immer mehr Menschen und werden krank – physisch und verstärkt auch psychisch. Das bestätigen jüngste Statistiken und Studien. Auch Hans R. (Name von der Redaktion geändert) erging es so. Als er seine Arbeit wegen massiver gesundheitlicher Probleme aufgeben musste, holte sich der Regensburger beim VdK Hilfe, um seine Ansprüche durchzuboxen.

Mehr als zehn Jahre liegt es zurück, dass der gelernte Industriekaufmann gesundheitliche Probleme bekam. Krankenhausaufenthalte und Heilbehandlungen brachten jedoch immer nur eine kurzzeitige Besserung der psychischen Erkrankung, die auch mit starken körperlichen Beschwerden wie Rückenproblemen einherging. Dem heute 61-Jährigen, der zuletzt als Kalkulator in einem großen metallverarbeitenden Betrieb tätig war, ging es immer schlechter. Hans R. musste aufhören zu arbeiten. Sein Antrag auf Anerkennung der Schwerbehinderung ging ohne Probleme durch. Bei ihm wurde ein Grad der Behinderung von 50 festgestellt. Doch die eigentliche Odyssee sollte erst beginnen.

Professionelle Hilfe vom VdK

Der Antrag auf Erwerbsminderungsrente wurde mit der Begründung abgelehnt, Hans R. könne als kaufmännischer Angestellter noch mindestens sechs Stunden täglich arbeiten und sei auch auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt in gleichem zeitlichem Umfang einsetzbar. Der eingelegte Widerspruch blieb erfolglos. Doch damit wollte sich der Regensburger nicht zufriedengeben. Jetzt war für den Mann der Zeitpunkt gekommen, sich professionelle Hilfe zu suchen. Er wandte sich an den VdK-Landesverband Bayern und vereinbarte einen Termin in der VdK-Bezirksgeschäftsstelle Oberpfalz in Regensburg. Mithilfe des VdK, von dem Hans R. vor dem Sozialgericht Regensburg als Mitglied vertreten wurde, bekam er eine teilweise Erwerbsminderungsrente wegen Berufsunfähigkeit zugesprochen.

Doch über dieses Ergebnis konnte sich der 61-Jährige nicht lange freuen. Weil er mit der halben Rente den Lebensunterhalt seiner Familie nicht bestreiten konnte, musste er Teilzeitjobs annehmen. Der gesundheitliche Rückschlag ließ nicht lange auf sich warten. Dem sowieso schon kranken Mann ging es wieder schlechter. Er erlitt mehrere Zusammenbrüche.

Gutachten wurden ignoriert

Nach einer mehrwöchigen Reha stellte Hans R. einen Antrag auf volle Erwerbsminderungsrente. Doch der Rentenversicherungsträger akzeptierte die Leistungsbeurteilung der Klinik nicht und lehnte den Antrag ab. Nachdem der VdK für sein Mitglied Widerspruch eingelegt hatte, wurde ein Gutachten erstellt. Die Gutachter kamen zu dem gleichen Ergebnis wie bereits die Mediziner in der Reha-Klinik: Bei Hans R. sind die Voraussetzungen für eine volle Erwerbsminderung gegeben. "Doch der Rentenversicherungsträger blieb stur und ignorierte diese Gutachten", so Monika Schneider, die als Sozialreferentin in der VdK-Bezirksgeschäftsstelle Oberpfalz mit dem Fall betraut war. Erst nach wiederholter Begutachtung folgte das Sozialgericht der Empfehlung und sprach Hans R. eine volle Erwerbsminderungsrente zu. Zwischenzeitlich hatte der VdK für sein Mitglied einen Antrag auf vorgezogene Altersrente für schwerbehinderte Menschen gestellt, mit Erfolg.

Für Hans R. hat sich der jahrelange Kampf gelohnt. Auch wenn er zwischenzeitlich nicht mehr daran geglaubt hat, dass er das bekommt, was ihm als schwerbehindertem Menschen zusteht. "Der Einsatz des VdK ist nicht hoch genug einzuschätzen", lobt der 61-Jährige. Allein hätte er das nie geschafft, so beharrlich auf sein Recht zu pochen und immer wieder einen neuen Anlauf zu nehmen. Er könne den Sozialverband VdK ruhigen Gewissens weiterempfehlen.

ikl

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