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Sozialverband VdK startet "Aktion gegen Armut"
Der Sozialverband VdK Deutschland hat am 4. März 2008 die bundesweite Kampagne "Aktion gegen Armut" gestartet. Daran beteiligt sich auch der VdK-Landesverband Niedersachsen-Bremen mit seinen zugehörigen Kreis- und Ortsverbänden. Plakatmotive zur Kinder- und zur Altersarmut in Deutschland, die auf 10.000 Werbe-Großflächen zu sehen sind, bilden das Kernstück der Kampagne.
"Es ist eine Schande, dass 2,5 Millionen Kinder und drei Millionen Rentner in Deutschland in Armut leben müssen. Durch unsere Kampagne sollen Politik, Wirtschaft und Bevölkerung aufgerüttelt und das öffentliche Bewusstsein für die wachsende Armut im Land geschärft werden", begründete VdK-Landesverbandsvorsitzender Manfred Hüniken die Aktion.
Nach VdK-Angaben gelten laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) 18 Prozent der Bundesbürger mittlerweile als armutsgefährdet, weil sie gemäß einer EU-einheitlichen Definition weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens zur Verfügung haben. In Deutschland gilt als armutsgefährdet, wer weniger als 880 Euro Einkommen pro Monat hat. Seit 1992 sind die Einkommen der ärmsten zehn Prozent der Bevölkerung um 13 Prozent gesunken, die Einkommen der reichsten zehn Prozent hingegen um 31 Prozent gestiegen. Innerhalb von drei Jahren hat sich die Zahl der in Armut lebenden Kinder verdoppelt. Und die Zahl der Menschen, die Grundsicherung im Alter beantragt haben, wächst kontinuierlich: von 2005 auf 2006 um acht Prozent auf 680.000.
Hüniken: "Die Armut wächst in allen Altersgruppen. Angesichts dieser bedrohlichen Entwicklung wird ein Armutsbeauftragter in Bund und Ländern immer wichtiger". Bei der Armutsbekämpfung bestehe ein ressortübergreifender Koordinierungsbedarf. Armutsvermeidung sei eine Querschnittsaufgabe, derer sich Sozial- und Arbeitsmarktpolitik, Gesundheitspolitik und Bildungspolitik gleichermaßen annehmen müssten, sagte der VdK-Landesvorsitzende.
Der "Aktion gegen Armut" ist ein begleitender VdK-Forderungskatalog beigefügt, in dem unter anderem die Anhebung des Hartz IV-Satzes für Kinder, Erwachsene und Rentner um mindestens 20 Prozent gefordert wird. Außerdem, so VdK-Landesvorsitzender Hüniken, müsse die Bundesagentur für Arbeit dringend die Rentenbeitragszahlungen für ALG II-Empfänger deutlich erhöhen. Nach der jetzigen Regelung würden Langzeitarbeitslose pro Jahr der Arbeitslosigkeit eine "geradezu lächerliche" Rentenanwartschaft in Höhe von 2,19 Euro erwerben. "Da ist Altersarmut vorprogrammiert und deshalb muss der Gesetzgeber hier schleunigst handeln", forderte Hüniken.
Um Altersarmut vorzubeugen, fordert der Sozialverband VdK, dass die Riester-Rente künftig nicht mehr in vollem Umfang auf die Grundsicherung im Alter angerechnet werden darf.
Darüber hinaus fordert der VdK eine Wiederbelebung der 1992 abgeschafften "Rente nach Mindesteinkommen", bei der die Rentenversicherungsbeiträge von Geringverdienern auf ein Niveau angehoben werden, das 75 Prozent des Beitrags eines Durchschnittsverdieners entspricht.



