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Kopfpauschale und kein Ende ...
[05/2010] Viel Geld wird von den Menschen in Deutschland für die Gesundheit ausgegeben, rund 180 Milliarden Euro im Jahr. Doch sind die Deutschen deshalb gesünder? Erhalten sie für diese immense Summe einen echten Gegenwert?
An sich geht es bei dem Streit um die Kopfpauschale letztendlich darum, wie die Krankenkassen zu ihrem Geld kommen. Zumindest versichert uns das der Bundesgesundheitsminister. Denn jene, die den künftigen, für alle gleich hohen Beitrag zur Krankenversicherung nicht bezahlen können, sollen sozial abgefederte Zuwendungen erhalten, um so die Höhe der Einheitspauschale sozialverträglich zu machen.
Man kann von der Kopfpauschale halten, was man will. Natürlich ist sie weder gerecht, noch fair. Gleichwohl verdrängt die Diskussion über die Kopfpauschale beziehungsweise die Finanzierung unseres Gesundheitswesens die wirklichen Probleme des Systems. Jene Probleme, die unbedingt und rasch angesichts der absehbaren Alterung der Bevölkerung anstehen.
Obwohl die Zahl der Ärzte Jahr für Jahr steigt, es Regionen mit einer Überversorgung gibt, gelingt es nicht, Ärzte in ländlichen Gegenden anzusiedeln. Jahr für Jahr steigen die Kosten für die Krankenhausbehandlung. Doch noch immer fehlt ein flächendeckendes Konzept über die notwendige Anzahl von Klinikkapazitäten und Rehabilitationsangebote.
Zwar gibt es mittlerweile ein Institut für Qualitätssicherung, doch die Bewertung von Nutzen und Kosten von Arzneimitteln auf neutraler Basis ist immens schwierig. Hierzu müsste deutschlandweit eine unabhängige Arzneimittelforschung aufgebaut werden.
Nach wie vor tut sich die Politik schwer mit dem Erlass eines Präventionsgesetzes. Dabei wäre die Vermeidung von Volkskrankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes und Rückenbeschwerden durch gezielte Aufklärung über richtige Ernährung und durch Fitnessprogramme wahrscheinlich kostengünstiger als die tägliche Einnahme eines Medikamentencocktails durch die betroffenen Patienten. Schließlich kann es nicht sein, dass wir Deutschen, obwohl nicht kränker als die Dänen, Schweden oder Franzosen, weitaus häufiger beim Arzt sitzen - im Schnitt 18 Mal pro Jahr.
An diesen Problemen ändert die nicht enden wollende Debatte über die Kopfpauschale überhaupt nichts. Im Gegenteil, das Gerede über die Kopfpauschale verhindert, dass die oben aufgeführten Probleme angegangen werden.
Berndt Maier

