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Der Sozialstaat - Garant für den Frieden

Tübinger Herbstversammlung mit 400 Teilnehmern

"Wer Altersarmut ernsthaft bekämpfen will, muss das Rentenniveau dringend wieder anheben." Und bei den Erwerbsminderungsrenten müssten die Abschläge abgeschafft werden, betonte die Bundestagsabgeordnete (MdB) Heike Hänsel auf der Herbstversammlung des Kreisverbands Tübingen. Neben der "Linken"-Politikerin aus Tübingen waren Ende Oktober auch weitere Gastredner und Ehrengäste nach Pfrondorf gekommen. Die alljährliche Großveranstaltung in der Schönbuchhalle hat beim VdK Tübingen eine lange Tradition, geht sie doch auf die Gründerzeit des Kreisverbands zurück, wie der frühere Kreisvorsitzende Ernst Schmid im Gespräch mit der Redaktion hervor hob. Sein Amtsnachfolger Manfred Brüssel hatte auch wieder 400 Mitglieder in der herbstlich geschmückten Halle begrüßen können.

Herbstversammlung 2016 Kreisverband Tübingen

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    Schönbuchhalle Pfrondorf

    Eine gut gefüllte Schönbuchhalle.Foto: Simone Watzl

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    Manfred Brüssel

    Manfred Brüssel, Vorsitzender des Kreisverbandes Tübingen, begrüßt seine Gäste.Foto: Simone Watzl

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    Heike Hänsel

    Grußwort von Heike Hänsel (MdB), stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion.Foto: Simone Watzl

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    Joachim Walter

    Grußwort von Joachim Walter, Landrat des Landkreises Tübingen.Foto: Klaus Kuhm

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    Siegfried Rapp

    Siegfried Rapp, Ortsvorsteher von Pfrondorf.Foto: Simone Watzl

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    Georg Wiest

    Sozialpolitische Rede von Georg Wiest, Mitglied des VdK-Bundesausschussses.Foto: Klaus Kuhm

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    Heike Hänsel, Joachim Walter

    Heike Hänsel (MdB) im Gespräch mit Landrat Joachim Walter.Foto: Simone Watzl

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    Ehrengäste

    Rege Unterhaltungen am Tisch der Ehrengäste.Foto: Simone Watzl

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    Ehepaar Neumeister

    Der neu gewählte Bezirksverbandsvorsitzende Jürgen Neumeister mit Ehefrau Marion Dammberg, Vorsitzende des Ortsverbandes Gomaringen/Bronnweiler. Links im Bild: Dagmar Maier, Frauenvertreterin des Kreisverbandes Reutlingen.Foto: Klaus Kuhm

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    Horst Vahsen und Oswald Zink

    Horst Vahsen, neu gewählter Bezirks- und Landesverbandschriftführer, im Gespräch mit Oswald Zink, Kreisverbandsvorsitzender Freundenstadt.Foto: Klaus Kuhm

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    Heike Hänsel

    Heike Häsel (MdB) gibt ihre Stimme ab für die bundesweiter VdK-Kampagne "Weg mit den Barrieren!" für ein barrierefreies Deutschland.Foto: Klaus Kuhm

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    Heike Hänsel, Klaus Kuhm

    Heike Hänsel (MdB), stellv. Vorsitzende der Linksfraktion, mit dem Kassier und Fotografen des VdK-Kreisverbandes Tübingen, Klaus Kuhm.Foto: Klaus Kuhm

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    Shanty-Chro der Marinekameradschaft Rottenburg

    Der Shanty-Chor Rottenburg unter der Leitung von Martin Dreiling sorgt für Stimmung...Foto: Klaus Kuhm

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    Sänger des Shanty-Chors

    ... und berührt die Herzen.Foto: Simone Watzl

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    Ursula Moosburger

    Schlusswort von Ursula Moosburger, Frauenvertreterin des Kreisverbandes Tübingen und des Bezirksverbandes Südwürttemberg-Hohenzollern.Foto: Klaus Kuhm

Die Teilnehmer der Herbstversammlung bedachten die sozialpolitische Rede von MdB Hänsel mit viel Beifall. Schließlich hatte Heike Hänsel mit ihrer kritischen Bemerkung, dass die Bundesregierung ausgerechnet den Geringverdienern rate, gegen Altersarmut privat vorzusorgen, vielen aus dem Herzen gesprochen. Heike Hänsel machte sich für eine monatliche Mindestrente von 1050 Euro, vergleichbar der Mindestrente in Österreich, stark. Beim Thema Mindestlohn gab sie zu bedenken, dass trotz der jüngst beschlossenen Erhöhung um 34 Cent hier ein Abrutschen in spätere "Armut trotz Arbeit" nicht verhindert werden könne. Da brauche es schon einen Mindestlohn von mindestens zwölf Euro, so die Bundestagsabgeordnete.

"Demokratie und Sozialstaat gehören zusammen", sagte der stellvertretende Kreisvorsitzende Georg Wiest zum Auftakt seiner Rede. Wiest strich heraus, dass, um an der Demokratie teilhaben zu können, die Menschen Bildung und gesicherte Existenz bräuchten. Soziale Rechte seien "die Garanten für den inneren Frieden". Außerdem warnte er davor, auf den Sozialstaat zu verzichten. Sozialstaat und Demokratie bildeten eine Einheit. Der frühere Bezirksverbandsvorsitzende wies darauf hin, dass es immer seltener Normalarbeitsverhältnisse gebe. So würden auch soziale Sicherheit und kontinuierliches Auskommen immer seltener. Und er beklagte: "Die Einkommen driften in einem Tempo auseinander wie in keinem anderen Industriestaat". Die unteren 40 Prozent der Lohnabhängigen hätten heute ein geringeres Realeinkommen als vor 20 Jahren. Zugleich sei die Wirtschaftsleistung aber um 30 Prozent gestiegen. "Aber die Zuwächse kamen nur bei den Kapitalbesitzern an", kritisierte Georg Wiest. Eindringlich warnte Wiest davor, durch die zunehmende Ungleichverteilung den Nährboden für Rechtspopulisten zu schaffen. Der Tübinger Kreisvize plädierte für mehr Umverteilung von unten nach oben. So könne der Staat die dringend notwendigen Ausgaben für bessere Schulen, mehr Barrierefreiheit und vieles mehr leisten. "Würden die deutschen Steuern auf Immobilien, Erbschaften und Vermögen auf den Durchschnitt aller Mitgliedsländer der OECD steigen, brächte das gute 200 Milliarden Euro im Jahr", sagte Wiest, ehe er sich den Pflegestärkungsgesetzen I und II zuwandte, die ab Januar 2017 die Pflegeversicherung neu ordnen werden. Hier lobte der VdK-Experte, dass dann die Beurteilungsgrundlage für den Hilfebedarf pflegebedürftiger Menschen geändert wird. "Die Stoppuhr hat bald ausgedient", betonte Georg Wiest mit Blick auf die ab 2017 geltenden fünf Pflegegrade mit ihren Kriterien der Selbstständigkeit beziehungsweise der Unselbstständigkeit in allen relevanten Lebensbereichen.

Die Städte und Gemeinden im Einzugsgebiet des Kreisverbands Tübingen wurden durch den Landrat Joachim Walter auf der Großveranstaltung vertreten. Er würdigte in seinem Grußwort die Rolle des VdK als Sprachrohr für soziale Gerechtigkeit und Solidarität. Ältere und hilfsbedürftige Menschen fänden beim VdK kompetente und hilfeorientierte Beratung sowie einen starken Partner und Weggefährten. Landrat Walter lobte die VdK-Kampagne "Weg mit den Barrieren!" Sie habe den Blick auf dieses wichtige Thema gelenkt. "Barrierefreiheit bedeutet auch, -Barrieren im Kopf- abzubauen", sagte Joachim Walter in diesem Zusammenhang. Auch nannte er das Förderprogramm des Landkreises zum Abbau von Barrieren im Öffentlichen Personennahverkehr, das seit März 2013 39 Bushaltestellen zugutegekommen sei. Wie Georg Wiest kam der Landrat ebenfalls auf die Pflegethematik zu sprechen und erwähnte hier die Neustrukturierung des Pflegestützpunkts im Landkreis Tübingen mit jetzt drei Standorten. Die Resonanz der Menschen sei sehr positive Resonanz. Denn die Einwohner im Landkreis könnten sich unabhängig von der Lage ihres eigenen Wohnsitzes an jeden Standort in Tübingen, Rottenburg oder Mössingen wenden. Ortsvorsteher Siegfried Rapp aus Pfrondorf griff wie Joachim Walter das Stichwort Barrierefreiheit auf und verwies hier auf sogenannte Kasseler Borde, die die Bushaltestellen in Pfrondorf erhalten sollen, um das Ein- und Aussteigen zu erleichtern.

Kreis-und Bezirksfrauenvertreterin Ursula Moosburger beendete das gelungene Herbsttreffen mit einem Appell an die Frauen im Saal, die die Mehrheit der Veranstaltungsteilnehmer ausmachten. Sie sollten sich auch weiterhin im Sozialverband VdK engagieren. Mit dem Shanty-Chor der Marinekameradschaft Rottenburg unter der Leitung von Martin Dreiling wurde noch ein musikalischer Schlusspunkt gesetzt.

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  1. Schönbuchhalle Pfrondorf | © Simone Watzl
  2. Manfred Brüssel | © Simone Watzl
  3. Heike Hänsel | © Simone Watzl
  4. Joachim Walter | © Klaus Kuhm
  5. Siegfried Rapp | © Simone Watzl
  6. Georg Wiest | © Klaus Kuhm
  7. Heike Hänsel, Joachim Walter | © Simone Watzl
  8. Ehrengäste | © Simone Watzl
  9. Ehepaar Neumeister | © Klaus Kuhm
  10. Horst Vahsen und Oswald Zink | © Klaus Kuhm
  11. Heike Hänsel | © Klaus Kuhm
  12. Heike Hänsel, Klaus Kuhm | © Klaus Kuhm
  13. Shanty-Chro der Marinekameradschaft Rottenburg | © Klaus Kuhm
  14. Sänger des Shanty-Chors | © Simone Watzl
  15. Ursula Moosburger | © Klaus Kuhm

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