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VdK Bezirksgeschäftsstelle Oberfranken

Die VdK- Bezirksgeschäftsstelle ist vom
24.12.14 bis einschließlich 06.01.15 geschlossen.

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"Niemand soll Angst haben, ins Heim zu kommen"

"Der VdK fordert nicht nur, er handelt auch. Das haben wir mit dem Einreichen der Verfassungsbeschwerde gezeigt, mit der den Verletzungen der Grundrechte von Pflegebedürftigen in Pflegeheimen ein Riegel vorgeschoben werden soll", so VdK-Landesvorsitzende Ulrike Mascher auf der heutigen Pressekonferenz des VdK Bayern in München. Mascher: "Mein Ziel ist es, dass in Deutschland niemand mehr Angst haben muss, ins Heim zu kommen."

Sie berichtete von großer Zustimmung für die Verfassungsbeschwerde aus der Bevölkerung, aber auch aus der Politik und von Fachleuten aus der Pflege. Gerade von Seiten der Pflegekräfte komme viel Unterstützung: "Viele sprechen mehr oder minder offen von Mängelverwaltung und Mängelvertuschung."

Beschwerdeführer sind sieben Personen aus ganz Deutschland, die wegen einer Erkrankung oder bereits bestehender Pflegebedürftigkeit befürchten, in ein Pflegeheim umziehen zu müssen und dort massiven Grundrechtsverletzungen ausgesetzt zu sein, erläuterte Verfassungsrechtler Prof. Dr. Alexander Graser auf der Pressekonferenz: "Unter anderem haben sie Angst davor, unzureichend mit Nahrung oder Flüssigkeit versorgt zu werden, mit Fixiergurten oder Psychopharmaka ruhig gestellt zu werden, vermeidbare Druckgeschwüre oder Kontrakturen zu erleiden, hygienisch zu verwahrlosen oder seelisch zu verkümmern."

Die Mängel seien so verbreitet, ergänzte Rechtsanwalt Dr. Christoph Lindner, "dass ihre Ursachen im System zu suchen sind". Das Grundgesetz gebiete aber den aktiven Schutz der Grundrechte, weshalb der Staat gegenüber Pflegebedürftigen in der Pflicht sei. Das Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht ist eingeleitet, über die Dauer lässt sich derzeit jedoch nichts aussagen.

Mascher kritisierte den auch in Bayern ungebremsten "Zug ins Heim". Waren es 1999 noch 82.400 Personen, die im Heim lebten, war deren Zahl Ende 2013 auf 112.000 gestiegen. Im selben Zeitraum sind 500 Pflegeheime in Bayern hinzugekommen. Gleichzeitig haben sich im Lauf der Zeit Städte und Kommunen immer mehr aus der Pflegethematik herausgezogen, nur 156 der 1751 stationären Einrichtungen in Bayern sind in öffentlicher Trägerschaft. Die VdK-Landesvorsitzende forderte für Bayern "eine Rückbesinnung auf kleinräumliche Strukturen in der Pflege". Kommunen müssten in die Pflicht genommen, aber auch finanziell wie organisatorisch in die Lage versetzt werden, Pflegebedürftige in ihrer gewohnten Umgebung versorgen zu lassen ? idealerweise bis an deren Lebensende.

Mascher: "Pflegeheime könnten für eine solche Neustrukturierung ein weiterer sinnvoller Baustein sein, zum Beispiel als Begegnungszentren mit Angeboten zur Tages- und Kurzzeitpflege, aber auch mit medizinischen Angeboten zur Prävention und Rehabilitation." Ebenso müsse die ambulante Pflegeversorgung gerade im Flächenland Bayern auch mit finanzieller Aufwertung gewährleistet werden.

Die VdK-Landesvorsitzende sieht Pflege als Querschnittsaufgabe der Politik: "Das Thema gehört in alle Ressorts." Der VdK Bayern fordert deshalb eine viel deutlichere Unterstützung für den Pflegebeauftragten der bayerischen Staatsregierung, Hermann Imhof, beispielsweise für dessen Vorstoß für einen Pflege-Flächentarifvertrag. In dieser Richtung sollte es von Gesundheitsministerin Melanie Huml und Arbeitsministerin Emilia Müller, aber auch von Ministerpräsident Horst Seehofer deutlichere Signale geben.

Dr. Bettina Schubarth

Anna Schaffelhuber krönt ihre herausragende Saison - VdK-Mitglied wird Behindertensportlerin des Jahres 2014

Die Monoskifahrerin Anna Schaffelhuber ist zum dritten Mal Behindertensportlerin des Jahres geworden. Nach ihren fünf Goldmedaillen bei den Paralympischen Winterspielen in Sotschi setzte sich das VdK-Mitglied in der Wahl gegen starke Konkurrentinnen durch. Rad-Weltmeister Michael Teuber und Tischtennis-Team-Weltmeister Tom Schmidberger, ebenfalls Mitglieder des Sozialverbands VdK Bayern, kamen unter die ersten drei.

Anna Schaffelhuber war die herausragende Athletin bei den Paralympics in Sotschi: In jedem Rennen, in dem sie an den Start ging, siegte sie. Mit fünf Goldmedaillen kehrte die 21-jährige Niederbayerin aus Russland zurück. Nun wurde Schaffelhuber zur Behindertensportlerin des Jahres 2014 gewählt. Nach 2011 und 2013 setzte sie sich damit zum dritten Mal durch. "Ich freue mich wahnsinnig darüber", sagte die Jura-Studentin nach der Ehrung im Deutschen Sport & Olympia Museum in Köln. "Ich möchte mich bei allen Fans bedanken, die mich gewählt haben." Bei der entscheidenden Internet-Wahl verwies Schaffelhuber die beiden anderen Paralympics-Gewinnerinnen Andrea Eskau und Anja Wicker auf die Plätze zwei und drei. Eskau errang bei den Paralympics in Sotschi zwei Goldmedaillen im Biathlon-Sprint sowie im Langlauf-Sprint. Wicker gewann in Sotschi Gold und Silber im Biathlon.

Schaffelhuber kam mit einer inkompletten Querschnittslähmung zur Welt und sitzt deswegen im Rollstuhl. Da ihre Brüder und ihre Eltern Ski fuhren, wollte sie das auch. Ihr Vater erfuhr dann von den Monoskikursen des VdK und meldete die damals fünfjährige Anna dafür an. Es machte ihr so viel Spaß, dass sie dabei blieb. "Seit ich klein bin, will und mache ich alles irgendwie genauso wie meine Mitmenschen- nur hin und wieder auf andere Art. Wie das Skifahren", erklärt Anna Schaffelhuber. "Auf dem Ski fühle ich mich unabhängig und beflügelt, und dieses Gefühl möchte ich mir noch lange bewahren."

Bei den Paralympics 2010 in Vancouver gewann sie bereits als 17-Jährige Bronze im Super G. Ein Jahr später wurde sie in Sestriere dreifache Weltmeisterin. Im Jahr 2013 holte die 20-Jährige bei der Weltmeisterschaft im spanischen La Molina Gold im Slalom sowie zwei Silber- und zwei Bronzemedaillen. Sotschi mit fünf Goldmedaillen war nun der Höhepunkt ihrer jungen Karriere. Obwohl sie als Skifahrerin alles erreicht hat, ist ihre Motivation ungebrochen. "Für mich ist eine Medaille auch immer ein Ansporn", sagte Schaffelhuber im Interview mit VdK-TV. Und so will sie auch bei den Weltmeisterschaften vom 28. Februar bis 10. März im kanadischen Panorama wieder fünfmal antreten und fünfmal gewinnen.

Zu den besten drei männlichen Sportlern gehört VdK-Mitglied Michael Teuber. Der Radsportler, der schon lange Jahre dem Sozialverband VdK angehört, wurde bei den diesjährigen Paracycling-Weltmeisterschaften im US-amerikanischen Greenville zum siebten Mal Zeitfahr-Weltmeister. Der 46-Jährige aus dem oberbayerischen Odelzhausen holte damit sein insgesamt 17. WM-Gold. Kurz nach seinen WM-Erfolgen ist Teuber beim Training in Österreich schwer gestürzt. Er erlitt einen komplizierten Trümmerbruch im rechten Oberschenkel und musste operiert werden. Inzwischen geht es ihm wieder besser. Teuber hatte sich 1987 bei einem Autounfall den zweiten und dritten Lendenwirbel gebrochen mit der Folge einer inkompletten Querschnittslähmung.

Behindertensportler des Jahres wurde der Ausnahme-Weitspringer Markus Rehm. Rehm siegte in diesem Jahr nicht nur bei den Leichtathletik-Europameisterschaften der Menschen mit Behinderung. Für noch größeres Aufsehen sorgte der unterschenkelamputierte Rehm, als er im Sommer als erster Behindertensportler Deutscher Meister im Weitsprung wurde und alle Sportler ohne Behinderung hinter sich ließ. Neben Teuber und Rehm gehörte Mathias Mester zu den ersten drei. Der kleinwüchsige Mester gewann bei den Leichtathletik-Europameisterschaften im walisischen Swansea Gold im Speerwerfen.

Bei den Mannschaften des Jahres kam Rollstuhlfahrer Tom Schmidberger unter die besten Drei. Gemeinsam mit seinem Partner Thomas Brüchle gewann das VdK-Mitglied aus dem niederbayerischen Viechtach bei den diesjährigen Para-Tischtennis-Weltmeisterschaften die Goldmedaille im Herren-Team. Im Finale siegten die beiden mit 3:2 gegen die favorisierten Gastgeber aus China. Im Einzel hatte der 23-jährige Schmidberger die Silbermedaille gewonnen. Schmidberger hatte sich als Vierjähriger bei einem Autounfall so schwer verletzt, dass er seitdem querschnittsgelähmt ist. Die meisten Stimmen bei der Internet-Wahl bekam die Nationalmannschaft Rollstuhlbasketball Damen, die in diesem Jahr Vize-Weltmeister geworden ist. Unter die ersten drei kam außerdem noch die Nationalmannschaft Rollstuhlbasketball Herren U 22.

Sebastian Heise

Wer von der neuen Mütterrente wie profitiert


Mehrfache Mütter ohne Beitragszeiten erwerben Rentenanspruch ? Auswirkungen auf Hinterbliebenenrente und Grundsicherung

Viele Mütter und manche Väter bekommen dank der höheren Mütterrente, für die der Sozialverband VdK gekämpft hat, nun eine höhere Rente. In den meisten Fällen brauchen die Begünstigten nichts zu tun, die Altersbezüge werden automatisch angepasst. Einige müssen sich jedoch selbst darum kümmern, um davon zu profitieren. Andere, wie Empfänger von Hinterbliebenenrente und Grundsicherung, können leider auch leer ausgehen.

So sieht es für die einzelnen Personengruppen aus:

  • Frauen und Männer, die eine gesetzliche Rente beziehen oder erwarten und Erziehungszeiten für Kinder genommen hatten, die vor 1992 geboren wurden:

Sie brauchen sich im Normalfall um nichts zu kümmern. Ihre Altersbezüge werden beziehungsweise wurden bereits automatisch angepasst. Viele von ihnen haben schon eine höhere Rente überwiesen bekommen. Pro Monat und Kind erhalten sie ab 1. Juli 2014 einen zusätzlichen (Brutto-)Pauschalbetrag. In den alten Bundesländern beträgt dieser 28,61 Euro, in den neuen Ländern sind es 26,39 Euro pro Kind. Das entspricht auf ein Jahr gerechnet 343,23 Euro (alte Bundesländer) und 316,68 Euro (neue Bundesländer). Fällt die gesamte Rente höher aus als der individuelle Rentenfreibetrag, müssen die Altersbezüge versteuert werden. Gegebenenfalls müssen von der Mütterrente auch Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge bezahlt werden.

  • Frauen und Männer, die mindestens drei Kinder erzogen haben, die vor 1992 geboren sind, und die keine weiteren Rentenbeitragszeiten haben:

Dies sind zum Beispiel Selbstständige oder Elternteile, die keine eigenen Einkünfte hatten, weil sie sich um Haushalt und Erziehung gekümmert haben. Durch die Neuregelung erreichen sie nun die fünfjährige Mindest-Beitragszeit für eine gesetzliche Altersrente und erwerben damit einen Rentenanspruch. Diese Personen müssen von sich aus tätig werden und bei der Rentenversicherung einen Antrag stellen.

  • Frauen und Männer, die zwei Kinder erzogen haben, die vor 1992 geboren sind, und die keine weiteren Rentenbeitragszeiten haben:

Diese Mütter und Väter sollten sich beraten lassen, ob durch die Nachzahlung von freiwilligen Beiträgen ein Rentenanspruch erworben werden kann. Wenn beispielsweise einer Frau mit zwei vor 1992 geborenen Kindern, der bislang zwei Jahre Kindererziehungszeiten angerechnet wurden, künftig vier Jahre zugeschrieben werden, reicht ein Jahr mit freiwilligen Beiträgen aus, um die Wartezeit für eine Regelaltersrente zu erfüllen. Wer das gesetzliche Rentenalter schon erreicht hat, kann die für den Rentenanspruch fehlenden Beiträge nachzahlen. Der notwendige Mindestbeitrag für zwölf Monate beläuft sich derzeit auf rund 1020 Euro. Daraus ergibt sich laut Deutscher Rentenversicherung eine monatliche Bruttorente von bis zu 120 Euro.

  • Frauen und Männer in Rente, die Leistungen der Grundsicherung im Alter erhalten:

Die Mütterrente wird auf die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsunfähigkeit angerechnet. Durch den Zuschlag für vor 1992 geborene Kinder erhöht sich also die Rente. Bei Frauen und Männern, die wegen ihrer geringen Altersbezüge auf Grundsicherung angewiesen sind, verringert sich so der Anspruch auf Sozialhilfe oder geht ganz verloren. Unter Umständen können sogar Rückzahlungsforderungen auf sie zukommen. Für diese Betroffenen könnte es jedoch einen Weg geben, dies abzumildern. Eventuell haben diese Rentnerinnen und Rentner durch den Wegfall der Sozialhilfe Ansprüche auf Wohngeld. In dem Fall empfiehlt es sich, schnell zu reagieren und umgehend einen Wohngeldantrag zu stellen, damit keine Lücke entsteht. Denn das Wohngeld wird grundsätzlich nur vom Beginn des Monats an gewährt, in dem der Antrag bei der Wohngeldbehörde gestellt wurde.

Gerade die ärmeren Frauen und Männer können also wegen der Mütterrente leer ausgehen. Die Sozialhilfe wird auf ihre Kosten entlastet und Steuermittel werden eingespart. Der Sozialverband VdK fordert deshalb die Einführung eines Freibetrags in Höhe von 100 Euro bei der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung. Damit würde sichergestellt, dass auch Rentnerinnen, die auf Grundsicherung angewiesen sind, durch die Verbesserungen bei der Mütterrente spürbar mehr Geld erhalten. Der VdK hatte diese Forderung bereits im Gesetzgebungsverfahren erhoben. Denn jede Form der eigenen Altersvorsorge, einschließlich der gesetzlichen Rentenversicherung sowie betrieblicher und privater Vorsorge, sollte auch im Alter das individuelle Grundsicherungsniveau erhöhen. Eigene Altersvorsorge muss auch bei Abhängigkeit von Grundsicherung im Alter belohnt werden.

  • Frauen und Männer, die zugleich Alters- und Hinterbliebenenrente beziehen:

Auch bei ihnen kann durch den Zuschlag für vor 1992 geborene Kinder die Altersrente niedriger ausfallen. Grund: Einkommen oberhalb eines Freibetrags von derzeit 755,30 Euro in den alten Bundesländern und 696,70 Euro in den neuen Bundesländern werden zu 40 Prozent auf die Witwen- sowie die Witwerrente angerechnet. Als solches Einkommen zählt auch die eigene Altersrente. Überschreitet diese aufgrund der höheren Mütterrente den Freibetrag, wird die Hinterbliebenenrente entsprechend gekürzt. Dann wäre der Vorteil dahin. Der Gesetzgeber hatte diese Anrechnung 1989 eingeführt. Das Bundesverfassungsgericht sah diese Regelung 1998 als verfassungsgemäß an und entschied, dass die Hinterbliebenenrente anders als die Altersrente nicht unter den Eigentumsschutz des Grundgesetzes fällt. Die Hinterbliebenenrente ersetze nicht früheres eigenes Einkommen, sondern den Unterhalt, den der verstorbene Versicherte vorher aus seinem Einkommen geleistet hat. Sie habe deshalb nur Unterhaltsersatzfunktion.

Die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts ermöglichte es dem Gesetzgeber, die Hinterbliebenenrente immer mehr in Richtung Fürsorgeleistung mit Grundsicherungscharakter zu reduzieren. Vor diesem Hintergrund sieht der VdK keine Aussicht auf Erfolg, politisch oder verfassungsrechtlich dagegen vorzugehen. Die Änderungen bei der Hinterbliebenenrente zeigen aber, dass es der richtige Weg ist, eigene Rentenansprüche für Frauen auszubauen, um insgesamt die Altersversorgung zu verbessern. Hier ist die höhere Mütterrente ein erster wichtiger Schritt. Der VdK fordert aber weiterhin eine vollkommene Gleichstellung aller Mütter und Väter. Egal, wann ein Kind auf die Welt kam, müssen jeweils drei Jahre auf die Rente angerechnet werden ? so, wie es bei den ab 1992 geborenen Kindern bereits der Fall ist. Wer Fragen zum Rentenanspruch hat, kann sich gerne an die Geschäftsstellen des Sozialverbands VdK wenden.

Sebastian Heise

VdK Bayern auf Facebook

der VdK Bayern hat jetzt einen eigenen Facebook-Auftritt.

Besuchen Sie uns unter: Facebook VdK Bayern

Gelungene Veranstaltung zur VdK-Kampagne mit Podiumsdiskussion, in der Zecherhalle Neukenroth, Stockheim.

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Am 17.05. fand die Veranstaltung des Bezirks Oberfranken zur VdK-Kampagne: Pflegereform jetzt! statt. Fast 500 Zuhörer verfolgten eine informative und lebendige Diskussion. Als Gäste konnte der Bezirk unter anderem die Präsidentin des VdK Deutschland und Landesvorsitzende des VdK Bayern Ulrike Mascher begrüßen.

Weitere Bilder unter unserer Rubrik Aktuelles

VdK-Kampagne
Banner zur Pflege-Kampagne

Erfolgreiche VdK-Kampagne: Über 150.000 Menschen unterschreiben für große Pflegereform

Mascher: "Grundlegende Verbesserungen für Demenzkranke jetzt auf den Weg bringen"

"Das ist ein deutliches Signal an die politisch Verantwortlichen, die nun unmissverständlich zum nachhaltigen Handeln aufgefordert sind", kommentiert die Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, Ulrike Mascher, die breite Unterstützung der Petition, die der VdK und die Deutsche Alzheimer Gesellschaft im Zuge ihrer Kampagne "Große Pflegereform jetzt!" beim Bundestag eingereicht hatten.

Mehr als 150.000 Menschen haben die Petition des VdK schriftlich und online für ein Gesetz unterzeichnet, das die Pflegeversicherung nach 20 Jahren endlich einer echten grundlegenden Reform unterziehen soll. Damit wird das Anliegen des Sozialverbands VdK und der Deutschen Alzheimer Gesellschaft zur Pflege nun Gehör in einer öffentlichen Sitzung im zuständigen Bundestagsausschuss finden. Das dafür nötige Quorum von 50.000 wurde deutlich übertroffen. ?Der Deutsche Bundestag möge eine Reform beschließen, die auf der Grundlage eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs den Hilfebedarf eines Menschen ganzheitlich, also unter Einbeziehung von seelischen, geistigen und körperlichen Einschränkungen, beurteilt?, heißt es konkret in der Petition.

"Auch wenn das kürzlich von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe vorgestellte Konzept einer Pflegereform kleinere Verbesserungen beinhaltet, lässt der VdK nicht locker", betont die VdK-Präsidentin. "Zwei wichtige Aspekte unseres Kampagnenmottos wurden dabei leider nicht berücksichtigt", erklärt Mascher weiter, "die Wörter "groß" und "jetzt"". Vor allem der vorgestellte Zeitplan für eine Neufestlegung der Pflegekriterien lasse befürchten, dass sich grundlegende Verbesserungen für Demenzkranke kaum noch in dieser Legislaturperiode umsetzen lassen. "Wir brauchen für den neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff keinen Testlauf mehr. Bereits 2008 wurde das neue Begutachtungssystem in einer repräsentativen Studie erfolgreich erprobt. Es gibt keinen Grund, die große Pflegereform nicht sofort anzugehen", so Mascher.

Bisher erhalten Demenzkranke kaum Leistungen aus der Pflegeversicherung. Auch wenn sie häufig 24 Stunden am Tag Betreuung benötigen, passt ihr Krankheitsbild aufgrund ihrer eher geistigen als körperlichen Einschränkungen nicht in das jetzige System der Pflegestufen. "Für sie und ihre pflegenden Angehörigen bedeutet das konkret, dass sie viel zu wenig Geld aus der Pflegekasse erhalten. Angesichts einer deutlichen Zunahme von Demenzerkrankungen in einer älter werdenden Gesellschaft ist dieser Zustand unhaltbar; für die Erkrankten wie für deren Angehörige", erklärt Mascher.

"Wir freuen uns über die große Unterstützung unserer Kampagne und bedanken uns sehr herzlich bei den vielen Menschen und Organisationen, die uns unterstützt haben. Mit unserer Kampagne haben wir offenbar den richtigen Nerv getroffen. Der nächste Schritt ist nun die Anhörung unseres Anliegens im Petitionsausschuss des Bundestages. Wir sind guter Dinge, dass den Pflegebedürftigen nun schneller und gründlicher geholfen werden kann", so Mascher.

Cornelia Jurrmann

Infofilm "Große Pflegereform jetzt!"

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www.grosse-pflegereform-jetzt.de

Ulrike Mascher erneut an die Spitze des VdK-Bundesverbands gewählt

Vorsitzende des VdK Bayern mit überwältigender Mehrheit im höchsten VdK-Amt bestätigt

Die Landesvorsitzende des VdK Bayern, Ulrike Mascher, ist heute in Berlin mit überwältigender Mehrheit in ihrem Amt als Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, für vier weitere Jahre im Amt bestätigt worden. Die Münchnerin erhielt auf dem VdK-Bundesverbandstag in Berlin am Dienstag 99 Prozent der Stimmen und ist mit diesem eindrucksvollen Ergebnis zum dritten Mal in das höchste VdK-Amt auf Bundesebene gewählt worden. Sie war ohne Gegenkandidaten zur Wahl angetreten. Die 75-Jährige steht seit September 2008 an der Spitze des größten deutschen Sozialverbands.

Bereits seit 2006 ist sie Landesvorsitzende des VdK Bayern, des mit 630.000 Mitgliedern größten VdK-Landesverbands. Von 1990 bis 2002 war Ulrike Mascher Mitglied des Deutschen Bundestages und von 1994 bis 1998 Vorsitzende des Ausschusses für Arbeit und Sozialordnung. Der Regierung Schröder gehörte sie von 1998 bis 2002 als Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesarbeitsministerium an.

In seinem Amt als VdK-Bundesschatzmeister wurde in Berlin mit Rechtsanwalt Konrad Gritschneder noch ein weiteres Vorstandsmitglied des VdK Bayern für das VdK-Präsidium bestätigt. Auch beim VdK Bayern bekleidet er das Amt des Schatzmeisters.

Der VdK ist mit 1,7 Mitgliedern bundesweit die größte Interessenvertretung von älteren Menschen, chronisch Kranken und Menschen mit Behinderung. Die VdK-Präsidentin sieht trotz Verbesserungen wie beim Rentenpaket weiteren Regelungsbedarf, etwa in der Gesundheitspolitik beim Thema Pflege.

Mascher betont: "Unsere Ankündigung einer Verfassungsklage für die staatliche Garantie einer würdevollen Pflege hat für Bewegung im Bundesgesundheitsministerium gesorgt. Wir werden hier genau schauen, welche konkreten Maßnahmen die Regierung ergreift. Menschenwürdige Lebensbedingungen muss es für Pflegebedürftige, chronisch Kranke, Menschen mit Behinderung, Rentnerinnen und Rentner sowie Arme und Arbeitslose geben. Wir sprechen hier von über 20 Millionen Bürgerinnen und Bürgern, deren Anspruch auf Teilhabe und Grundrechte nicht unter Haushaltsvorbehalt gestellt werden darf!"

Dr. Bettina Schubarth

VdK Bayern und Lohnsteuerhilfe Bayern schließen Kooperation

Günstige Steuerberatung für alle

Die Steuererklärung ist für viele ein Buch mit sieben Siegeln. Damit das nicht so bleibt, hat der VdK Bayern mit der Lohi (Lohnsteuerhilfe Bayern) eine Kooperation geschlossen. Die Lohi bietet Arbeitnehmern, Rentnern und Pensionären - im Rahmen einer Mitgliedschaft begrenzt nach Paragraf 4 Nummer 11 Steuerberatungsgesetz - Beratung in allen Einkommen- und Lohnsteuerfragen. Ab 1. Januar 2014 entfällt in Bayern für VdK-Mitglieder die Aufnahmegebühr für die Lohi.

© VdK/Lohi

Der VdK Bayern und die Lohnsteuerhilfe Bayern kooperieren ab sofort. | © VdK/Lohi

Nicht für jeden ist die Beratung durch einen Steuerberater erschwinglich. Damit auch Menschen mit kleineren Einkommen Unterstützung bei ihrer Steuererklärung bekommen, gibt es die Lohnsteuerhilfe Bayern. Viele VdK-Mitglieder, die beim Sozialverband Beratung suchen, haben auch steuerliche Fragen. Gerade viele Rentnerinnen und Rentner sind oft unsicher, ob sie steuerpflichtig sind oder nicht. Der VdK Bayern darf allerdings in Steuerfragen nicht beraten, seine Beratungen dürfen sich nur um sozialrechtliche Belange drehen. Umgekehrt stellen die Mitarbeiter der Lohi immer wieder fest, dass ihre Mitglieder Unterstützungsbedarf im Sozialrecht haben, den wiederum sie nicht erfüllen dürfen. Deshalb wurde die Idee einer Kooperation geboren.

Wer bei seinem Mitgliedsantrag für die Lohi seinen VdK-Mitgliedsausweis vorlegt, für den entfällt die Aufnahmegebühr von 15 Euro. Die Lohi-Jahresbeiträge, beginnend bei 45 Euro, richten sich nach dem individuellen Einkommen. Mitglieder mit wenig Einkommen müssen also auch wenig zahlen. Nach dem Ausfüllen des Lohi-Mitgliedsantrags kann vom ersten Tag an die Beratungsleistung in Anspruch genommen werden, Wartezeiten gibt es nicht.

Herbert Lochbrunner, stellvertretender Landesgeschäftsführer des VdK Bayern, ist überzeugt: "Die neue Kooperation des VdK Bayern mit der Lohi ist für unsere Mitglieder ein echter Vorteil. Die Lohi arbeitet nicht gewinnorientiert, unsere Mitglieder sind bei den Steuerexperten sehr gut aufgehoben." Darüber hinaus wurde ein fachlicher Austausch zwischen VdK und Lohi vereinbart. Gudrun Steinbach vom Vorstand der Lohnsteuerhilfe ergänzt: "Die Lohi lebt wie der VdK in Bayern das Prinzip der kurzen Wege. In über 140 Beratungsstellen bekommen unsere Mitglieder Unterstützung."

Die nächstgelegene Beratungsstelle der Lohnsteuerhilfe Bayern finden Interessierte unter http://www.lohi.de/ oder im örtlichen Telefonbuch.

VdK-Internet-TV
Filmrolle

VdK-Internet-TV

Bewegte Bilder im VdK-Internet-TV

Besuchen Sie auch unser VdK-Internet-TV, das Videoportal des Sozialverbands VdK Deutschland und seiner Landesverbände. Unter der Internet-Adresse www.vdktv.de können sich alle Interessierten über 100 Filmbeiträge rund um die VdK-Themen Sozialrecht, Sozialpolitik, Service, Barrierefreiheit, Ehrenamt, VdK-intern, Sport und Gesundheit anschauen. Link zu VdK-Internet-TV: VdK-TV

Die VdK Bezirksgeschäftsstelle Oberfranken