Sozialverband VdK - Bezirksgeschäftsstelle Oberfranken
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VdK-Aktion
Plakat

"Endlich handeln!": VdK-Veranstaltungen zur Bundestagswahl

Schluss mit sozialer Ungerechtigkeit! Im Vorfeld der Bundestagswahlen 2013 macht der Sozialverband VdK bundesweit mit der Aktion "Endlich handeln!" mobil. In Bayern finden sieben zentrale Veranstaltungen mit VdK-Präsidentin Ulrike Mascher als Hauptrednerin statt. Veranstaltungen in Bayern

VdK-Großveranstaltungen in Bayern mit VdK-Präsidentin Ulrike Mascher

"Wir wollen im Vorfeld der Bundestagswahl ein deutliches Zeichen setzen - gegen die zunehmende soziale Spaltung und für soziale Gerechtigkeit". Mit diesen Worten gab die Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, Ulrike Mascher, heute auf der VdK-Pressekonferenz in Berlin den Startschuss zur großen VdK-Aktion "Endlich handeln!".

Die VdK-Aktion richtet sich gegen die Sparpolitik der Bundesregierung in vielen Feldern der Sozialpolitik, die größtenteils zu Lasten der ohnehin Benachteiligten geht, und gegen die ungerechte Steuerpolitik der letzten Jahre. Der VdK fordert deshalb mehr Steuergerechtigkeit, etwa durch eine Anhebung des Spitzensteuersatzes oder eine einmalige Vermögensabgabe für Menschen, die den oberen zehn Prozent angehören.

Ob Rentnerinnen und Rentner mit geringem Einkommen, Arbeitslose, Alleinerziehende, chronisch Kranke, Menschen mit Behinderung oder Familien und Arbeitnehmer immer mehr Menschen hätten Angst vor dem sozialen Abstieg. "Sie mussten in den letzten Jahren viel zu viele Einschnitte verkraften", so Mascher. Die Stabilität einer Gesellschaft hänge aber vom Grad der sozialen Gerechtigkeit ab. "An den Positionen der Parteien zu Armut, Rente, Gesundheit, Pflege und Behinderung wird sich die nächste Bundestagswahl mit entscheiden. Die Politik muss endlich handeln und die Weichen für eine gerechte Zukunft stellen", forderte die VdK-Präsidentin.

In Bayern finden in den Schwerpunktmonaten Juni und Juli VdK-Großveranstaltungen in allen sieben Regierungsbezirken statt. Auftakt ist am Samstag, 15. Juni, in München. VdK-Präsidentin Ulrike Mascher wird bei jeder Veranstaltung als Hauptrednerin auftreten und die VdK-Forderungen vortragen. Anschließend beziehen Bundestagskandidatinnen und -kandidaten auf dem Podium dazu Stellung und stellen sich den Fragen des Publikums.

Kluft

© VdK

In Oberfranken findet die Veranstaltung zur Aktion am Samstag, 6. Juli, 10:30 Uhr, in der Stadthalle (Dr.-Stammberger-Halle), Sutte 2, 95326 Kulmbach, statt.

Infos unter Tel. (0921) 759 87-0


VdK Oberfranken im Fernsehen

Vom 05. März bis 07.Mai zeigte TV Oberfranken in seiner Sendereihe -Oberfranken aktuell- zehn verschiedene Berichte über die Arbeit im VdK-Bezirk Oberfranken. Die Themen der einzelnen Sendungen orientieren sich an den zehn guten Gründen VdK Mitglied zu sein. Die Beiträge sind auch in der Mediathek von TV Oberfranken abzurufen. Link zu Beiträge TV-O TV-O

Wenn aus Krankheit Armut wird

VdK Bayern fordert Verbesserungen für Menschen mit Erwerbsminderung

Der VdK Bayern schlägt Alarm: Wer wegen Unfall oder Krankheit vorzeitig Rente beziehen muss, trägt ein hohes Armutsrisiko. Bisher wird die prekäre Situation der Betroffenen von Politik und Öffentlichkeit aber noch kaum wahrgenommen. Dabei wird in Bayern jede fünfte neue Versichertenrente wegen Erwerbsminderung ausbezahlt.

Arm durch Krankheit, das kennen die VdK-Berater von ihren Mitgliedern leider sehr gut. Ein typischer Fall ist dieser: Ein 52-Jähriger bezieht seit vier Jahren Erwerbsminderungsrente. Wegen orthopädischen Erkrankungen kann der Handwerker nicht mehr arbeiten. Zu seiner Rente von 480 Euro erhält der Münchner noch Grundsicherung von 183 Euro. Er muss also mit 663 Euro auskommen, rechnete die Landesvorsitzende Ulrike Mascher bei der Jahrespressekonferenz des VdK Bayern vor.

Es kann jeden treffen

Krankheit oder Unfall können jeden treffen plötzlich ist von einem Tag auf den anderen alles anders, stellte Mascher klar. Erwerbsminderungsrenten werden ausgezahlt, wenn ein Arbeitnehmer aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr oder nur erheblich eingeschränkt berufstätig sein kann. Das Problem: Die durchschnittlichen Zahlbeträge sinken seit Jahren rapide. Derzeit erhalten Neurentner nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung nur 596 Euro. Damit liegen diese Renten deutlich unterhalb der Grundsicherungsgrenze von 688 Euro, erklärte Ulrike Mascher. Seit 2001 sanken die durchschnittlichen Erwerbsminderungsrenten sogar um 80 Euro ein enormer Verlust bei diesen ohnehin kleinen Renten.

Ein Grund für die niedrigen Zahlbeträge sind die obligatorischen Rentenabschläge von 10,8 Prozent. Diese Abschläge müssen weg, stellte Mascher klar. Hier werde so verfahren, als ob jemand freiwillig früher in Rente ginge. Doch von Freiwilligkeit könne ganz und gar nicht die Rede sein. Wegen der niedrigen Zahlbeträge sei es auch nicht verwunderlich, dass immer mehr dieser Rentenbezieher Grundsicherung beantragen, weil ihr Einkommen unterhalb der Armutsgrenze liegt. Etwa 42 000 der 203 000 Erwerbsminderungsrentner bezogen 2011 in Bayern Grundsicherung. Die Statistiker verzeichnen einen Anstieg um sieben Prozent im Jahresvergleich. Die Zahlen der Erwerbsminderungsrenten steigen zwar an, aber eigentlich müssten diese sogar noch viel höher sein. 50 Prozent der Erstanträge werden zunächst abgelehnt.

Ohne juristische Unterstützung, etwa durch den Sozialverband VdK, schaffen es viele nicht, selbst ihre gut begründeten Anträge auf Erwerbsminderungsrente durchzusetzen. Diesen Menschen bleibt dann nichts außer Langzeitarbeitslosigkeit und Hartz IV, erklärte Mascher. Doch selbst wenn der Antrag durchgebracht werden konnte, kehrt für die gesundheitlich schwer angeschlagenen Menschen längst noch keine Ruhe ein. Grundsätzlich werden diese Renten nämlich nur auf Zeit gewährt, zum Beispiel für zwei Jahre. Für die Betroffenen beginnt dann wieder eine Zeit der Ungewissheit: Neue medizinische Gutachten müssen belegen, dass man weiterhin nur einer Erwerbstätigkeit im Umfang von unter drei Stunden am Tag nachgehen kann.

Wird der Antrag auf Weitergewährung abgelehnt und sind alle Rechtsmittel ausgeschöpft, müssen die Betroffenen dem Arbeitsmarkt wieder zur Verfügung stehen, wie es heißt. Wir wissen aus unseren Beratungen, dass diese Verfahren ungeheuer belastend sind, gerade wenn man durch eine schwere Erkrankung ohnehin sehr geschwächt ist, sagte Mascher.

VdK nötiger denn je

Jede fünfte neu ausbezahlte Rente ist bereits eine Erwerbsminderungsrente. Das Renteneinstiegsalter sinkt hier immer mehr, auf derzeit etwa 50 Jahre. Das bedeutet, dass diese Menschen 15 Jahre zu früh aus dem Erwerbsleben ausscheiden müssen, machte Mascher deutlich. Auch ein weiterer Befund ist erschreckend: 41 Prozent werden wegen psychischen Erkrankungen erwerbsunfähig, ebenfalls mit steigender Tendenz. Die Ausgaben für berufliche Rehabilitation und medizinische Prävention müssen deutlich angehoben, und Arbeitgeber müssen stärker an den Kosten der Erwerbsminderung beteiligt werden, weil viele Erkrankungen ihre Ursache im Arbeitsumfeld haben, forderte VdK-Landesvorsitzende Mascher.

Das Prinzip Reha vor Rente dürfe nicht länger durch Budgetierungen wie den Reha-Deckel untergraben werden. Der Sozialverband VdK Bayern verzeichnete 2012 das vierte Jahr in Folge 50 000 Neuaufnahmen. Aktuell zählt er 611 000 Mitglieder. Es wird für den Einzelnen immer schwieriger, Sozialleistungen zu beantragen, auf die ein Rechtsanspruch besteht. Deshalb ist der VdK nötiger denn je, erklärte VdK-Landesgeschäftsführer Albrecht Engel.

Immer mehr Menschen kommen zum VdK

50.000 Neuaufnahmen in 2012 - Jetzt 623.500 Mitglieder

12.12.2012 - Der Sozialverband VdK Bayern konnte seine Mitgliederzahl auch in diesem Jahr deutlich steigern. Dank 50.000 Neuaufnahmen gehören dem VdK im Freistaat aktuell 623.500 Mitglieder an, berichtete der VdK-Landesgeschäftsführer Albrecht Engel auf der Jahrespressekonferenz des Sozialverbands am Mittwoch in München.

Engel: "Natürlich ist uns bewusst, dass diese Mitgliederzuwächse auch Ausdruck einer wachsenden sozialen Verunsicherung im Lande sind." Immer mehr Menschen suchen Rat und Hilfe in den VdK-Geschäftsstellen. Im Vordergrund stehen dabei Fragen rund um Rente, Schwerbehinderung, Kranken- und Pflegeversicherung, gesetzliche Unfallversicherung, Arbeitslosengeld und Grundsicherung.

Im Jahr 2012 hat der VdK Bayern bislang für seine Mitglieder zirka 160.000 Sozialrechtsberatungen durchgeführt, 60.000 Anträge auf Sozialleistungen gestellt, 24.000 Widersprüche gegen Behördenbescheide eingelegt und 8.266 Sozialgerichtsverfahren begleitet. Dabei wurden für die Kläger 24,3 Millionen Euro an Nachzahlungen erstritten.

Der VdK-Landesgeschäftsführer stellte fest, dass es für die einzelnen Bürgerinnen und Bürger immer schwieriger wird, ohne fachliche Hilfe Sozialleistungen zu beantragen und zu erhalten, auf die sie einen Rechtsanspruch haben. Engel: "Hier müssen wir wachsam sein. Der Sozialstaat darf nicht zum Privileg der Informierten und Organisierten werden. Der Sozialstaat muss sich auch am Umgang mit den schwächsten Gliedern in der Gesellschaft messen lassen."

Verstärkt gelinge es dem VdK, auch neue Mitglieder zu gewinnen, die nicht sofort selbst die sozialrechtliche Beratung in Anspruch nehmen, sondern dem Verband aus sozialpolitischer Überzeugung und Solidarität mit den Schwächeren beitreten, berichtete Engel. (Michael Pausder)

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