Url dieser Seite: http://vdk.de/bg-oberfranken/ID77528
Sie befinden sich hier:
  • Startseite

VdK Bezirksgeschäftsstelle Oberfranken

Inklusives Jugendhaus hoch oben

Die Burg Feuerstein in Oberfranken ist Ehrenpreisträger von "JobErfolg"

Matthias Geck weiß, was er zu tun hat. Seine Aufgaben als Hausmeister im Jugendhaus Burg Feuerstein erledigt der 21-Jährige mit großem Engagement, selbstständig und mit viel Humor. Selbstverständlich ist das nicht: Matthias Geck hat das Downsyndrom. Nicht jeder Arbeitgeber würde ihm so vertrauen wie Hans-Peter Kaulen, der Leiter des Jugendhauses. Für Kaulen spielt die geistige Behinderung keine Rolle. Er kennt die Stärken und Interessen all seiner Mitarbeiter und setzt sie entsprechend ein - unabhängig davon, ob sie eine Behinderung haben oder nicht.

Arbeiten gern im Jugendhaus Burg Feuerstein: Claudia Bäumler (links) und Matthias Geck© Heise

Von seinen 42 Mitarbeitern haben vier Menschen eine körperliche oder geistige Einschränkung. Zu ihnen gehört auch die 50-jährige Claudia Bäumler, die in der Küche und im Speisesaal des Jugendhauses arbeitet. Vor mehr als 30 Jahren fing sie auf der Burg Feuerstein an. Sie fühlt sich dort ebenfalls wohl. Sie schätzt das Miteinander. Die Jury des Inklusionspreises "JobErfolg", den der Sozialverband VdK Bayern unterstützt, zeichnete die Burg Feuerstein für ihr Engagement mit dem Ehrenpreis aus. Die auf einem Berg oberhalb von Ebermannstadt gelegene Burg Feuerstein ist das Jugendhaus der Erzdiözese Bamberg.

Vom Labor zur Bildungsstätte

Burg Feuerstein in der Nähe von Forchheim.© Heise

Professor Oskar Vierling hatte die Burg 1941 als privates Forschungslabor mitten im Zweiten Weltkrieg erbaut. Dort wurde für die Wehrmacht im Bereich der Nachrichtenund Hochfrequenztechnik geforscht. Nach dem Krieg stand das Gebäude zunächst leer. 1946 pachtete es die Erzdiözese Bamberg. 1949 kaufte sie es dann zusammen mit einem 120 Hektar großen Gelände von Oskar Vierling und baute es als Jugendbildungsstätte um. In den kommenden Sommerferien werden wieder viele junge Menschen auf die Burg Feuerstein mit seinen 189 Gästebetten kommen. Das Haus bietet ganzjährig Kurse und Programme für Kinder und Jugendliche an, darunter beispielsweise integrative Pfingstfreizeiten. Jährlich sind es etwa 35 000 Übernachtungen.

Jeder ist willkommen, betont Kaulen. "Kinder und Jugendliche mit Behinderung können an allen unseren Veranstaltungen teilnehmen", erklärt der Leiter. "Wenn irgendetwas zunächst nicht funktioniert, finden wir eine Lösung", sagt er. In der Burg Feuerstein ist es das Ziel, Barrierefreiheit für alle herzustellen, beispielsweise gibt es auch Kurse für Gebärdensprache. Inklusion wird wörtlich und damit umfassend gelebt. Egal ob Mitarbeiter oder Besucher - im Haus ist jeder willkommen und soll sich wohlfühlen. In der hauseigenen Kirche bot die Burg Feuerstein bereits Flüchtlingen Kirchenasyl. "Es geht nicht nur um Normen und Gesetze", sagt Kaulen, "der Mensch muss im Mittelpunkt stehen."

Kaulen stellte auch schon einen Mitarbeiter ein, der inhaftiert und anschließend längere Zeit arbeitslos war. "Wir geben jedem eine Chance", sagt Kaulen. So bekommen bei ihm auch immer wieder Bewerber einen Ausbildungsplatz, die schlechtere Noten haben. Auf der Burg Feuerstein können sich Frauen und Männer als Landwirte, in Hauswirtschaft oder als Bürokommunikationskauffrau beziehungsweise -kaufmann ausbilden lassen. Auch Matthias Geck bekam seine Chance und nutzte sie. Seit vier Jahren arbeitet er auf der Burg Feuerstein. Über den Integrationsfachdienst kam er zunächst für ein Praktikum in den Reitstall, der zum Gelände des Jugendhauses gehört. Aus ursprünglich vereinbarten drei Wochen wurden drei Monate und dann ein ganzes Jahr. Im Anschluss daran bekam er eine unbefristete Stelle.

"Sehr viel richtig gemacht"

Matthias Geck lebt in der Nähe bei seinen Eltern, die ihn meistens mit dem Auto zur Arbeit bringen. Manchmal fährt er aber auch mit dem Fahrrad. Nach der Förderschule war er in einer betreuten Einrichtung der Lebenshilfe. Doch dort wäre er auf Dauer unterfordert gewesen, sagt Kaulen. Der Leiter schätzt das Potenzial, das in Geck steckt: "Er kann gut lesen und schreiben, lernt schnell und kennt sich sehr gut auf dem Gelände aus", erklärt Kaulen, und fügt hinzu: "Seine Eltern haben sehr viel richtig gemacht." Er sei ein selbstständiger junger Mann.

Sebastian Heise

VdK-TV: Das Jugendhaus Burg Feuerstein

GtjLVHu70mA

Die majestätische Burg Feuerstein bei Bamberg ist ein gefragtes Begegnungszentrum für Jugendliche - und Arbeitsplatz für Menschen mit Behinderungen. Ob Hausmeister oder Küchenkraft, jeder wird hier nach seinen Fähigkeiten eingesetzt, die Defizite spielen keine Rolle. Die Burg hat eine düstere Vergangenheit, sie war anfangs ein gut getarntes Forschungszentrum für die Nazi-Rüstungsindustrie. Heute gehört sie der Erzdiözese Bamberg, beherbergt gleich drei Kirchen und liegt in einer malerischen Umgebung.© VdK-TV

Je früher zur Schuldnerberatung, desto besser

Überschuldete Senioren sind keine Seltenheit mehr - Wenn das Geld nicht ausreicht, sollte man sich kostenfrei beraten lassen

Immer mehr ältere Menschen tappen in die Schuldenfalle. Niedrige Renten, hohe Mieten und steigende Lebenshaltungskosten - da braucht nur noch eine Krankheit oder ein teurer Zahnersatz dazukommen, und schon rutscht man in die roten Zahlen. Eine frühzeitige Beratung kann helfen, dass es erst gar nicht so weit kommt.

Die Zahl der Schuldner in der Altersgruppe der über 70-Jährigen ist deutlich gestiegen. In ihrem "Schuldneratlas 2014" verzeichnet die Wirtschaftsauskunftei Creditreform 134.000 überschuldete Senioren. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Plus von 23.000 Menschen. "Dies ist umso bemerkenswerter, da in weiten Teilen der älteren Bevölkerung Verschuldung und risikobehaftetes Konsumverhalten auf Grund meist eher konservativ-bewahrender Wertvorstellungen verpönt ist", heißt es in dem Bericht.

Oft reicht die Rente nicht aus

"Die Schuldnerstruktur ändert sich", bestätigt Michael Bretz, Pressesprecher von Creditreform. Während es vor ein paar Jahren noch viele Jugendliche waren, die wegen eines Handyvertrags in die roten Zahlen rutschten, sind es nun Rentner, die ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen können. "Viele verschulden sich aus Not", weiß Bretz aus Gesprächen mit Betroffenen. Oft müssten Senioren auch im Alter arbeiten gehen, weil die Rente zum Leben nicht reicht oder sie ihre Gläubiger bedienen müssen. Ist man einmal in die Schuldenfalle getappt, so wird sie schnell zum Teufelskreis, aus dem man nur schwer wieder herausfindet.

Beim monatlichen Einkommen, der Rente, sei keine Erhöhung zu erwarten, und auch die Entlastung durch einen Kredit sei im höheren Alter meist nicht möglich. Hinzu komme, dass Schulden hoch verzinst seien. "Da können aus 5000 ganz schnell 12.000 Euro werden", berichtet Bretz. Solche Fälle kennt auch Michael Weinhold, stellvertretender Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände. Der Leiter der Schuldnerberatung des Instituts für soziale und kulturelle Arbeit (ISKA) in Nürnberg betont: "Eine Beratung ist stets dann angezeigt, wenn man mit seinem Geld nicht mehr auskommt." Dies könne beispielsweise sein, wenn das Konto dauerhaft überzogen ist, die Mahnungen sich häufen, oder es schwer falle, die Miete oder die Energiekosten zu begleichen. Prinzipiell gelte der Grundsatz: "Wenn man finanzielle Probleme hat, sollte man so früh wie möglich eine Schuldnerberatung aufsuchen."

Schuldnerberatungen gibt es viele. Doch welche ist die richtige? Weinhold empfiehlt, sich an die jeweilige Stadtverwaltung beziehungsweise das Landratsamt zu wenden und zu erfragen, welcher soziale Träger eine kostenlose Beratung anbietet. Die Beratungsstellen vor Ort lassen sich auch im Internet herausfinden. "Wichtig ist, darauf zu achten, dass die Beratung kostenfrei ist und einen barrierefreien Zugang gewährleistet- und wenn dies nicht der Fall ist, dass auch ein Hausbesuch angeboten wird", rät Weinhold.

In einem ersten Schritt verschafft sich der Schuldnerberater einen Überblick über die finanzielle Situation. Er erstellt gemeinsam mit dem Betroffenen eine Übersicht über die laufenden Ausgaben und zieht Bilanz. Dann überprüft er, ob die Verpflichtungen weitergezahlt werden können. Bei Bedarf setzt er sich auch mit den Gläubigern in Verbindung, um eine für beide Seiten angemessene Lösung zu erzielen. Auch wenn der Schuldnerberater dafür sorgt, dass Verbindlichkeiten langfristig beglichen werden können, so muss dem Betroffenen genügend Geld zum Leben bleiben. Miete, Heizung, Strom und Lebenshaltung haben absoluten Vorrang. Die Rente ist bei Alleinstehenden bis 1050 Euro, bei Paaren bis 1440 Euro geschützt. Das heißt, unterhalb dieser Grenze ist der Betroffene nicht pfändbar.

Ein Privatinsolvenzverfahren sei erst dann notwendig, wenn die Betroffenen ihre Schulden dauerhaft nicht mehr zurückzahlen können, so Weinhold. Dies hänge von der persönlichen und wirtschaftlichen Situation sowie von der Art und der Höhe der Schulden ab. Die Frage, ob ein solches Verfahren sinnvoll ist, könne daher nur im Rahmen einer umfassenden Beratung beantwortet werden. Am besten ist es jedoch, erst gar nicht so hohe Schulden anzuhäufen. Doch das ist wohl nicht so einfach. Die größte Schwierigkeit sei nämlich, sich die Situation einzugestehen, berichtet Bretz: "Vielen fällt es schwer zu sagen: Ich bin pleite." Für sie sei es einfacher, mit Schulden zu leben, zumal sie darauf hoffen, dass Gläubiger ab einem bestimmten Alter des Schuldners oft auf ihre Forderungen verzichten würden. Nicht vergessen werden dürfe aber auch, welche seelischen Folgen das finanzielle Scheitern haben kann. "Gerade ältere Menschen schämen sich und ziehen sich zurück."

Annette Liebmann

Ulrike Mascher als Vorsitzende des VdK Bayern bestätigt

Bundesbehindertenbeauftragte Verena Bentele in Vorstandsteam gewählt.

Ulrike Mascher ist auf dem 20. Ordentlichen Landesverbandstag des VdK Bayern für vier weitere Jahre in ihrem Ehrenamt als Landesvorsitzende des größten Sozialverbands Bayerns bestätigt worden. Die Münchnerin erhielt in geheimer Wahl 97 Prozent der Stimmen. Gleichzeitig steht sie als Präsidentin dem Sozialverband VdK Deutschland vor. Ebenfalls mit überwältigender Mehrheit wurde Verena Bentele aus München als neue Schriftführerin in den VdK-Landesvorstand gewählt. Die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange der Menschen mit Behinderung wird sich somit künftig für den Sozialverband VdK Bayern auf Vorstandsebene engagieren.

Ulrike Mascher (links) wurde als Landesvorsitzende des VdK Bayern bestätigt. Neu in den Vorstand wurde Verena Bentele (Mitte) als Schriftführerin gewählt. VdK-Landesgeschäftsführer Michael Pausder (rechts) gratulierte den beiden Münchnerinnen.© Toni Sahm

Neben Ulrike Mascher und Verena Bentele wurden einige andere Mitglieder des Landesvorstands wiedergewählt:

Als stellvertretende Landesvorsitzende sind dies Hans Joachim Werner (Kreisvorsitzender Ingolstadt-Eichstätt), Barbara Frey (Kreisvorsitzende Starnberg) sowie Hellmut Ott (Kreisvorsitzender Coburg). Ebenfalls stellvertretender Landesvorsitzender ist nun Heinz Heeg (Kreisvorsitzender Aschaffenburg-Alzenau), der bisher als Beisitzer für den Bezirk Unterfranken im Landesvorstand tätig war.

Mit großer Mehrheit wiedergewählt wurde ebenfalls Rechtsanwalt Konrad Gritschneder aus Wörthsee/Starnberg als Landesschatzmeister. Auf Bundesebene bekleidet Gritschneder das Amt des Bundesschatzmeisters beim Sozialverband VdK Deutschland.

Als Vertreterin der Frauen im Landesvorstand wird sich die neu gewählte Beate Schießl-Sedlmeier vom Kreisverband Rottal-Inn einsetzen. In ihrem Amt bestätigt wurde Michaela Ziegler vom Kreisverband Bayreuth als Vertreterin der jüngeren Generation.

Zwei Beisitzerinnen und ein Beisitzer wurden ebenfalls neu in den Landesvorstand gewählt: Den VdK-Bezirk Mittelfranken vertritt die Kreisvorsitzende von Nürnberg, Prof. Dr. Cornelia Lipfert, den VdK-Bezirk Oberpfalz die Kreisvorsitzende von Regensburg, Helgit Kadlez, und den VdK-Bezirk Schwaben der Kreisvorsitzende von Dillingen-Wertingen, Georg Böck.

Der neu gewählte Landesvorstand des VdK Bayern. v.l. Stv. Landesgeschäftsführerin Ingrid Müller, Georg Böck, Stv. Landesgeschäftsführer Herbert Lochbrunner, Beate Schießl-Sedlmeier, Erwin Manger, Michaela Ziegler, Barbara Frey, Konrad Gritschneder, Dr. Cornelia Lipfert, Ulrike Mascher, Verena Bentele, Hellmut Ott, Heinz Heeg, Helgit Kadletz Landesgeschäftsführer Michael Pausder und Hans Joachim Werner© Toni Sahm

Delegierte aus Oberfranken freuen sich über die Wiederwahl von Ulrike Mascher.© Toni Sahm

Als Vorsitzender des VdK-Landesverbandsausschusses wurde Erwin Manger aus Bayreuth bestätigt.

Dr. Bettina Schubarth

Ehrenamt & soziale Praxis

Um den veränderten Ansprüchen unserer Mitglieder gerecht zu werden und um unser Beratungsangebot weiter zu entwickeln, haben wir zum 1. Januar 2015 unsere bisherige "VdK-Sozialakademie" umgestaltet und mit neuen Inhalten erweitert. Die Abteilung heißt nun "Ehrenamt und soziale Praxis".

Mit dieser Neuerung wollen wir auch die Bedeutung des Ehrenamts für unseren Sozialverband herausstellen. Über 15.200 Ehrenamtliche sind im VdK engagiert - entweder in einer der fast 2.000 Ortsvorstandschaften, einem der 69 Vorstandschaften der Kreisverbände, im Landesvorstand oder einem der zahlreichen überregionalen Ausschüsse und Gremien.

Zum traditionellen Ehrenamt im VdK in Form dieser Vorstandstätigkeiten sind in den letzten Jahren sechs weitere Projekte hinzugekommen, in denen sich VdK-Mitglieder ehrenamtlich engagieren können. Wir wollen mit diesen zusätzlichen, neuen Ehrenämtern einen Beitrag zu einer sozialen und gerechten Gesellschaft leisten.

Die Schulung und Begleitung unseres VdK-Ehrenamtes liegt uns sehr am Herzen, weshalb wir diese Angebote auch künftig ausbauen werden. Unser VdK-Ehrenamt ist der Garant für die Mitgliederbindung, die unseren Verband erhält und unsere solidarisch finanzierte Rechtsberatung ermöglicht.

In unseren Ressorts "Leben mit Behinderung" und "Leben im Alter" bearbeiten wir zahlreiche Themen. Ein umfassendes Beratungsangebot, insbesondere unsere Telefonberatung, ergänzt diese Hilfen.

Kontakt:
Eberhard Grünzinger
Abteilungsleitung und Ressortleitung "Ehrenamt":
e.gruenzinger@vdk.de
Telefon (089) 2117-244
Telefax (089) 2117-240

Die Gesamtleitung der Abteilung sowie die Leitung für das Ressort "Ehrenamt" liegt bei Eberhard Grünzinger - unterstützt von seiner Stellvertreterin Ulrike Stemmer

VdK-TV-Aktuell

VdK TV: Kämpfer für die Gleichstellung

3VtpBFnE-5M

Vorkämpfer, Richter, Politiker – Horst Frehe ist engagiert – und humorvoll. Der Bremer war schon Ende der siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts ganz vorne mit dabei, als es um das selbstbestimmte Leben für Menschen mit Behinderung ging – damals eine unerhörte Forderung. Inzwischen sitzt er für die Grünen im Bremer Senat und ist sich selbst treu geblieben: Ein Mann für unkonventionelle Lösungen.© VdK-TV

"Niemand soll Angst haben, ins Heim zu kommen"

"Der VdK fordert nicht nur, er handelt auch. Das haben wir mit dem Einreichen der Verfassungsbeschwerde gezeigt, mit der den Verletzungen der Grundrechte von Pflegebedürftigen in Pflegeheimen ein Riegel vorgeschoben werden soll", so VdK-Landesvorsitzende Ulrike Mascher auf der heutigen Pressekonferenz des VdK Bayern in München. Mascher: "Mein Ziel ist es, dass in Deutschland niemand mehr Angst haben muss, ins Heim zu kommen."

Sie berichtete von großer Zustimmung für die Verfassungsbeschwerde aus der Bevölkerung, aber auch aus der Politik und von Fachleuten aus der Pflege. Gerade von Seiten der Pflegekräfte komme viel Unterstützung: "Viele sprechen mehr oder minder offen von Mängelverwaltung und Mängelvertuschung."

Beschwerdeführer sind sieben Personen aus ganz Deutschland, die wegen einer Erkrankung oder bereits bestehender Pflegebedürftigkeit befürchten, in ein Pflegeheim umziehen zu müssen und dort massiven Grundrechtsverletzungen ausgesetzt zu sein, erläuterte Verfassungsrechtler Prof. Dr. Alexander Graser auf der Pressekonferenz: "Unter anderem haben sie Angst davor, unzureichend mit Nahrung oder Flüssigkeit versorgt zu werden, mit Fixiergurten oder Psychopharmaka ruhig gestellt zu werden, vermeidbare Druckgeschwüre oder Kontrakturen zu erleiden, hygienisch zu verwahrlosen oder seelisch zu verkümmern."

Die Mängel seien so verbreitet, ergänzte Rechtsanwalt Dr. Christoph Lindner, "dass ihre Ursachen im System zu suchen sind". Das Grundgesetz gebiete aber den aktiven Schutz der Grundrechte, weshalb der Staat gegenüber Pflegebedürftigen in der Pflicht sei. Das Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht ist eingeleitet, über die Dauer lässt sich derzeit jedoch nichts aussagen.

Mascher kritisierte den auch in Bayern ungebremsten "Zug ins Heim". Waren es 1999 noch 82.400 Personen, die im Heim lebten, war deren Zahl Ende 2013 auf 112.000 gestiegen. Im selben Zeitraum sind 500 Pflegeheime in Bayern hinzugekommen. Gleichzeitig haben sich im Lauf der Zeit Städte und Kommunen immer mehr aus der Pflegethematik herausgezogen, nur 156 der 1751 stationären Einrichtungen in Bayern sind in öffentlicher Trägerschaft. Die VdK-Landesvorsitzende forderte für Bayern "eine Rückbesinnung auf kleinräumliche Strukturen in der Pflege". Kommunen müssten in die Pflicht genommen, aber auch finanziell wie organisatorisch in die Lage versetzt werden, Pflegebedürftige in ihrer gewohnten Umgebung versorgen zu lassen ? idealerweise bis an deren Lebensende.

Mascher: "Pflegeheime könnten für eine solche Neustrukturierung ein weiterer sinnvoller Baustein sein, zum Beispiel als Begegnungszentren mit Angeboten zur Tages- und Kurzzeitpflege, aber auch mit medizinischen Angeboten zur Prävention und Rehabilitation." Ebenso müsse die ambulante Pflegeversorgung gerade im Flächenland Bayern auch mit finanzieller Aufwertung gewährleistet werden.

Die VdK-Landesvorsitzende sieht Pflege als Querschnittsaufgabe der Politik: "Das Thema gehört in alle Ressorts." Der VdK Bayern fordert deshalb eine viel deutlichere Unterstützung für den Pflegebeauftragten der bayerischen Staatsregierung, Hermann Imhof, beispielsweise für dessen Vorstoß für einen Pflege-Flächentarifvertrag. In dieser Richtung sollte es von Gesundheitsministerin Melanie Huml und Arbeitsministerin Emilia Müller, aber auch von Ministerpräsident Horst Seehofer deutlichere Signale geben.

Dr. Bettina Schubarth

VdK Bayern auf Facebook

der VdK Bayern hat einen eigenen Facebook-Auftritt.

Besuchen Sie uns unter: Facebook VdK Bayern

VdK Bayern und Lohnsteuerhilfe Bayern schließen Kooperation

Günstige Steuerberatung für alle

Die Steuererklärung ist für viele ein Buch mit sieben Siegeln. Damit das nicht so bleibt, hat der VdK Bayern mit der Lohi (Lohnsteuerhilfe Bayern) eine Kooperation geschlossen. Die Lohi bietet Arbeitnehmern, Rentnern und Pensionären - im Rahmen einer Mitgliedschaft begrenzt nach Paragraf 4 Nummer 11 Steuerberatungsgesetz - Beratung in allen Einkommen- und Lohnsteuerfragen. Ab 1. Januar 2014 entfällt in Bayern für VdK-Mitglieder die Aufnahmegebühr für die Lohi.

© VdK/Lohi

Der VdK Bayern und die Lohnsteuerhilfe Bayern kooperieren ab sofort. | © VdK/Lohi

Nicht für jeden ist die Beratung durch einen Steuerberater erschwinglich. Damit auch Menschen mit kleineren Einkommen Unterstützung bei ihrer Steuererklärung bekommen, gibt es die Lohnsteuerhilfe Bayern. Viele VdK-Mitglieder, die beim Sozialverband Beratung suchen, haben auch steuerliche Fragen. Gerade viele Rentnerinnen und Rentner sind oft unsicher, ob sie steuerpflichtig sind oder nicht. Der VdK Bayern darf allerdings in Steuerfragen nicht beraten, seine Beratungen dürfen sich nur um sozialrechtliche Belange drehen. Umgekehrt stellen die Mitarbeiter der Lohi immer wieder fest, dass ihre Mitglieder Unterstützungsbedarf im Sozialrecht haben, den wiederum sie nicht erfüllen dürfen. Deshalb wurde die Idee einer Kooperation geboren.

Wer bei seinem Mitgliedsantrag für die Lohi seinen VdK-Mitgliedsausweis vorlegt, für den entfällt die Aufnahmegebühr von 15 Euro. Die Lohi-Jahresbeiträge, beginnend bei 45 Euro, richten sich nach dem individuellen Einkommen. Mitglieder mit wenig Einkommen müssen also auch wenig zahlen. Nach dem Ausfüllen des Lohi-Mitgliedsantrags kann vom ersten Tag an die Beratungsleistung in Anspruch genommen werden, Wartezeiten gibt es nicht.

Herbert Lochbrunner, stellvertretender Landesgeschäftsführer des VdK Bayern, ist überzeugt: "Die neue Kooperation des VdK Bayern mit der Lohi ist für unsere Mitglieder ein echter Vorteil. Die Lohi arbeitet nicht gewinnorientiert, unsere Mitglieder sind bei den Steuerexperten sehr gut aufgehoben." Darüber hinaus wurde ein fachlicher Austausch zwischen VdK und Lohi vereinbart. Gudrun Steinbach vom Vorstand der Lohnsteuerhilfe ergänzt: "Die Lohi lebt wie der VdK in Bayern das Prinzip der kurzen Wege. In über 140 Beratungsstellen bekommen unsere Mitglieder Unterstützung."

Die nächstgelegene Beratungsstelle der Lohnsteuerhilfe Bayern finden Interessierte unter http://www.lohi.de/ oder im örtlichen Telefonbuch.

VdK-Internet-TV
Filmrolle

VdK-Internet-TV

Bewegte Bilder im VdK-Internet-TV

Besuchen Sie auch unser VdK-Internet-TV, das Videoportal des Sozialverbands VdK Deutschland und seiner Landesverbände. Unter der Internet-Adresse www.vdktv.de können sich alle Interessierten über 100 Filmbeiträge rund um die VdK-Themen Sozialrecht, Sozialpolitik, Service, Barrierefreiheit, Ehrenamt, VdK-intern, Sport und Gesundheit anschauen. Link zu VdK-Internet-TV: VdK-TV

Die VdK Bezirksgeschäftsstelle Oberfranken