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VdK Bezirksgeschäftsstelle Oberfranken

Gesundheit und Pflege müssen bezahlbar sein

VdK-Großveranstaltung in Coburg - 800 Teilnehmer aus allen Teilen Oberfrankens fordern soziale Gerechtigkeit

Eine gerechtere Gesellschaft forderte der VdK Bayern bei seiner Großveranstaltung im Kongresshaus Rosengarten in Coburg.

Vor rund 800 Menschen aus allen Teilen Oberfrankens präsentierten die VdK-Landesvorsitzende Ulrike Mascher und VdK-­Landesgeschäftsführer Michael Pausder die zentralen Forderungen des Sozialverbands im Rahmen der bundesweiten VdK-­Aktion "Soziale Spaltung stoppen!" zur Bundestagswahl 2017.

Coburgs Dritter Bürgermeister Thomas Nowak erinnerte in seiner Begrüßungsrede, dass es trotz guter Wirtschaftslage Menschen in Deutschland gibt, bei denen der Wohlstand nicht ankommt. "Die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich macht ein menschenwürdiges Leben für manche unmöglich", sagte er. Nicht selten seien Betroffene unverschuldet in Not geraten. "Ich bin dem VdK sehr dankbar, dass er der Politik auf den Zahn fühlt", sagte er. An das Publikum appellierte er: "Gehen Sie zur Wahl!"

Stellvertretender Landesverbandsvorsitzender und Kreisvorsitzender vom VdK Coburg Hellmut Ott begrüßt die Teilnehmer© VdK Bayern/ Annette Liebmann

VdK-Landesgeschäftsführer Michael Pausder zitierte den Artikel 1 des Grundgesetzes: "Die Würde des Menschen ist unantastbar." Verletzungen der Menschenwürde seien jedoch immer häufiger: "Wenn alte Frauen und Männer in Abfalleimern nach Pfandflaschen wühlen müssen, weil die Rente nicht reicht, dann ist das entwürdigend und ein Skandal." Wer sein ganzes Leben lang gearbeitet und immer in die Rentenkasse eingezahlt habe, dürfe am Ende nicht eine Rente bekommen, die unterhalb der Grundsicherung liegt.

Landesgeschäftsführer Michael Pausder© VdK Bayern/Annette Liebmann

Pausder forderte, dass künftig alle Berufsgruppen in die Rentenkasse einbezahlen sollen - also auch Selbstständige, Politiker und Beamte. "Die Privilegierung bestimmer Berufsgruppen ist nicht mehr zeitgemäß", stellte er fest. Eine Absage erteilte der Landesgeschäftsführer den Plänen, das Rentenalter ein weiteres Mal heraufzusetzen. "Das ist eine versteckte Rentenkürzung" warnte er.

VdK-Landesvorsitzende Ulrike Mascher wies auf die Missstände hin, die nach wie vor in der Pflege herrschen. "Wir müssen aufpassen, dass die Verbesserungen der Pflegereform auch bei den Betroffenen ankommen", mahnte sie. So stehen beispielsweise den Versicherten seit 2016 Entlastungsleistungen zu, sie können sie aber nicht abrufen, weil es bayernweit bisher nur einen einzigen Anbieter gibt. Als notwendig erachtete Mascher die automatische Erhöhung der Pflegeleistungen, damit die Pflege bezahlbar bleibt. Weiter forderte die VdK-Landesvorsitzende die Rückkehr zur paritätischen Finanzierung der Krankenversicherung, die Umsetzung der Barrierefreiheit, die Anhebung des Mindestlohns, faire Chancen auf dem Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderung, eine gerechtere Steuerpolitik sowie eine Stabilisierung und Erhöhung des Rentenniveaus. "Armut muss in allen Altersgruppen nachhaltig bekämpft werden", betonte Mascher. "Die Wirtschaft floriert - ich finde, die Mehrheit der Bevölkerung sollte auch etwas davon haben."

Landesverbandsvorsitzende Ulrike Mascher© VdK Bayern/ Annette Liebmann

In der anschließenden Podiumsdiskussion nahmen Bundestagsabgeordnete und -kandidaten verschiedener Parteien Stellung zur Renten- und Steuerpolitik. Viele Zuschauer stellten Fragen oder machten ihrem Ärger über Missstände Luft. CSU-Bundestagsabgeordnete Dr. Astrid Freudenstein wies darauf hin, dass nur bestimmte Gruppen von Alters­armut betroffen seien. Sie warnte vor der Einführung einer Bürgerversicherung: "Dieser Riesenumbau ist kaum zu bewältigen." SPD-Bundestagskandidatin Doris Aschenbrenner sprach sich dafür aus, die Rente der geburtenstarken Jahrgänge kurzfristig aus Steuermitteln zu finanzieren. Bundestagsabgeordneter Klaus Ernst plädierte dafür, Vermögen wieder stärker zu besteuern und die unteren Einkommen zu entlasten. "Gesamtgesellschaftlich wichtige Leistungen, wie beispielsweise Kindererziehung, müssen aus Steuermitteln anerkannt werden", forderte Lisa Badum, Kandidatin von Bündnis 90/Die Grünen.

Die Politiker auf dem Podium stehen Rede und Antwort. V.l. Bundestagsabgeordneter Klaus Ernst, Die Linke, Bundestagskandidatin Lisa Badum, Bündnis90 Die Grünen, Bundestagskandidatin Doris Aschenbrenner, SPD, Bundestagsabgeordnete Dr. Astrid Freudenstein, CSU und Moderator Dominik Schott© VdK Bayern/ Annette Liebmann

Für die musikalische Unterhaltung sorgten die Neundorfer Blasmusik und die fränkische Musikgruppe "Boxgalopp".

Boxgalopp sorgte für gute Unterhaltung© VdK Bayern/ Annette Liebmann

Die Großveranstaltung in Coburg war ein voller Erfolg. Von links: stellvertretender VdK-Landesgeschäftsführer Herbert Lochbrunner, VdK-Mitglied Karin Latta, VdK-Bezirksgeschäftsführer Roland Sack, Erwin Manger, Vorsitzender der Landesverbandsausschusses, Johanna Thomack, Leiterin des Pflegestützpunkts Coburg, Hellmut Ott, stellvertretender VdK-Landesvorsitzender und Coburger VdK-Kreisvorsitzender, VdK-Kreisgeschäftsführer Thomas Steinlein, VdK-Mitglied Manuel Beck, Bundestagskandidatin Doris Aschenbrenner, VdK-Landesgeschäftsführer Michael Pausder, VdK-Landesvorsitzende Ulrike Mascher, Bundestagsabgeordneter Klaus Ernst, Bundestagsabgeordnete Dr. Astrid Freudenstein, Bundestagskandidatin Lisa Badum und Moderator Dominik Schott.© VdK Bayern/ Annette Liebmann

VdK-Aktion zur Bundestagswahl

VdK-Aktion zur Bundestagswahl - Soziale Spaltung stoppen! "Soziale Spaltung stoppen!" lautet das Motto der VdK-Aktion zur Bundestagswahl 2017. Trotz der großen Wirtschaftskraft wächst die soziale Kluft in Deutschland immer weiter. Der Sozialverband VdK fordert einen Kurswechsel in der Sozialpolitik und präsentiert seine Forderungen zur kommenden Wahl.
Zur Aktions-Website des VdK Bayern Großveranstaltungen in Bayern

Mit seiner Aktion zur Bundestagswahl fordert der Sozialverband VdK nachhaltige Reformen

Deutschland droht zu zerreißen. Das symbolisiert der Schriftzug der VdK-Aktion zur Bundestagswahl. Mit dem Motto "Soziale Spaltung stoppen!" formuliert der Sozialverband seine Kernforderung an die Kandidatinnen und Kandidaten, die sich am 24. September zur Wahl stellen.

© VdK

Über 16 Millionen Menschen sind in Deutschland von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht. "Trotz der großen Wirtschaftskraft wächst die soziale Kluft in Deutschland immer weiter", warnt Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland. Wie kaum ein anderer Interessenverband konnte der VdK in den letzten Jahren sozialpolitisch wichtige Weichen stellen.

Die Anhebung der Mütterrente, die Fortschritte bei der Erwerbsminderungsrente, die Verbesserungen für Demenzkranke durch die Pflegereform oder die Einführung des Mindestlohns: Den Anstrengungen des mitgliederstarken Sozialverbands VdK ist es mit zu verdanken, dass diese Gesetzesänderungen durchgesetzt werden konnten. Der VdK wird auch weiterhin keine Ruhe geben. "Es gibt noch etliche Baustellen in der Sozialpolitik, an der auch die nächste Bundesregierung mit Nachdruck arbeiten muss", erklärt Mascher.

Daher werde sich der Sozialverband VdK in den kommenden Monaten aktiv in den Bundestagswahlkampf und in die noch vorher anstehenden Landtagswahlkämpfe einschalten. Denn: "Der Kurswechsel für eine sozial gerechte Gesellschaft ist noch lange nicht vollzogen", so die VdK-Präsidentin. Der Sozialverband VdK hat deshalb zu den Themen Rente, Gesundheit, Pflege, Behinderung und Armut Kernforderungen aufgestellt und Vorschläge zur Finanzierung einer solidarischen Sozialpolitik gemacht.

Gerade in der Rentenpolitik gibt es auch für die neue Bundesregierung genug zu tun. "Oberstes Ziel muss sein, Altersarmut zu bekämpfen", fordert Ulrike Mascher. Seit Jahren werden Rentenbezieher immer mehr abgehängt. Das Rentenniveau darf deshalb nicht weiter sinken. Die Kürzungsfaktoren in der Rentenformel müssen abgeschafft werden, damit die Renten wieder parallel zu den Löhnen steigen. Weitere Maßnahmen gegen Altersarmut sind die Abschaffung der Abschläge für Erwerbsminderungsrentner, die vollständige Angleichung der Mütterrenten, ein Freibetrag für Grundsicherungsbezieher und höhere Renten für Bezieher von Niedrigeinkommen.

Von der Gesundheitspolitik erwartet der Sozialverband VdK die Entlastung der Versicherten. Konkret müssen die unsozialen Zusatzbeiträge abgeschafft und die solidarische Finanzierung wieder eingeführt werden, fordert der VdK. In der Pflegepolitik gibt es zwar Fortschritte, dennoch muss noch viel mehr für Pflegebedürftige, pflegende Angehörige und Pflegekräfte getan werden, so der VdK. "Wir brauchen bezahlbare Pflegeleistungen und Finanzierungshilfen für den Wohnungsumbau", erklärt Mascher.

Auch in Sachen Inklusion fehlen noch wichtige Bausteine für das gleichberechtigte Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung. Schule, Arbeitsmarkt und Barrierefreiheit sind Themen, "bei denen die Politik mehr Gas geben muss", sagt die VdK-Präsidentin. Eine neu ausgerichtete Arbeitsmarktpolitik muss das soziale Abrutschen von immer mehr Bevölkerungsgruppen stoppen.

Minijobs sowie Zeit- und Leiharbeit müssen eingedämmt, der Mindestlohn muss angehoben werden. Zudem brauchen Familien und Menschen mit weniger Einkommen günstigen Wohnraum. "Unsere Forderungen sind nicht utopisch, sie sind notwendig und bezahlbar. Soziale Balance schafft inneren Frieden und muss durch eine sozial gerechte Steuerpolitik finanziert werden", stellt Ulrike Mascher klar.

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  1. Hellmut Ott begrüßt die Zuschauer | © VdK Bayern/ Annette Liebmann
  2. Landesgeschäftsführer Michael Pausder | © VdK Bayern/Annette Liebmann
  3. Landesverbandsvorsitzende Ulrike Mascher | © VdK Bayern/ Annette Liebmann
  4. Die Politiker auf dem Podium stehen Rede und Antwort. | © VdK Bayern/ Annette Liebmann
  5. Boxgalopp sorgte für gute Unterhaltung | © VdK Bayern/ Annette Liebmann
  6. Alle Teilnehmer | © VdK Bayern/ Annette Liebmann
  7. Plakatmotiv zur VdK-Aktion "Soziale Spaltung stoppen!" zur Bundestagswahl. Ein Riss geht durch die Schrift "Soziale Spaltung stoppen!". | © VdK
  8. Button Soziale Spaltung | © VdK
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