Sozialverband VdK Berlin-Brandenburg e. V.
VdK-ZEITUNG

Ausgeglichener und glücklicher dank Yoga

In der Weimarer Straße in ­Charlottenburg findet sich jeden Sonntagnachmittag eine Gruppe von Menschen ein, um Yoga zu machen – einige davon im Rollstuhl, andere mit Orthesen oder neuem Hüftgelenk.
„Yoga barrierefrei“ nennt sich der Kurs, der speziell auf die Bedürfnisse für Menschen mit Körperbehinderung ausgerichtet ist. Kursleiterin und VdK-Mitglied Katja Sandschneider, die selbst mit einem Handicap lebt, sagt: „Gerade bei körperlichen Einschränkungen hilft Yoga, Schmerzen zu reduzieren, sich wohler zu fühlen und das Körperbewusstsein zu verbessern“.
In Berlin wimmelt es von Yoga-­Studios, doch endlich gibt es mit Yoga barrierefrei einen Kurs für Menschen mit Körperbehinderung. Seit September 2014 bietet Katja Sandschneider die wöchentlichen offenen Stunden an, bei denen ­Interessierte jederzeit neu mit einsteigen können.
„Ziel meines Unterrichts ist es, den Kursteilnehmenden zu einem guten Körpergefühl zu verhelfen und die für sie realisierbaren, stabilen und angenehmen Stellungen zu finden. Dafür variieren wir die Bewegungsvorgänge der klassischen Yoga-Übungen und verwenden Hilfsmittel wie Stühle, Gurte und Kissen“, so Katja Sandschneider weiter. Das Kursprogramm beinhaltet neben den Körperstellungen auch Atem- und Entspannungsübungen, Meditation und Informationen zur Philosophie des Yoga.
An den barrierefreien Kursen können maximal sechs Personen teilnehmen, damit eine individuelle Betreuung und persönliche Atmosphäre gewährleistet bleibt. Barrierefreiheit bedeutet dabei, dass jede Person unabhängig von ihrer körperlichen Einschränkung am Unterricht teilhaben kann und die Räumlichkeiten auch mit Rollstuhl und Rollator gut und bequem erreicht werden können.
Die Wirkungen der Yoga-Praxis lassen nicht lange auf sich warten: „Nach meiner ersten Yoga-Stunde hätte ich mir fast den Kopf am Autodach gestoßen, da ich plötzlich um einige Zentimeter größer war“, sagt eine Teilnehmerin, die im ­E-Rolli sitzt. „Das Tolle ist, dass sich das gute Gefühl nach einer Yoga-Stunde nicht nur auf den Körper beschränkt; ich fühle mich dann einfach auch ausgeglichener und glücklicher.“
Katja Sandschneider möchte noch viele Menschen mit Handicaps dabei unterstützen, diese positiven Erfahrungen auch machen zu können. Weitere Kurse während der Woche und in anderen Bezirken sind bereits in Planung.
Bei Fragen oder Interesse an ­ihren Kursen steht Sandschneider jederzeit als Ansprechpartnerin zur Verfügung und hilft, Hemmschwellen abzubauen. „Ich selbst habe lange Zeit gebraucht, ehe ich zum ersten Mal einen Yoga-Kurs besucht habe. Die Sorge, viele der Übungen nicht mitmachen zu können und mich dadurch schlecht zu fühlen, wurde am Ende zum Glück von meiner Neugier besiegt. Mir wurde dann schnell klar, dass es im Yoga keine Barrieren gibt. Jeder kann davon profitieren.“
Gerade wenn Bewegungen eingeschränkt sind, verhilft eine regelmäßige Yoga-Praxis zu mehr Vitalität und Flexibilität. „Es gibt einen tollen Vergleich, der den Nagel auf den Kopf trifft: Zu sagen, man sei nicht gelenkig genug für Yoga, ist so, als würde man sagen, man sei zu dreckig, um ein Bad zu nehmen.“
Katja Sandschneider lädt Sie herzlich dazu ein, Yoga barrierefrei selbst auszuprobieren. Wenn gewünscht, ist es auch möglich, in einer Kennenlern-Einzelstunde ­offene Fragen zu klären, erste Yoga-­Übungen zu machen und Sie auf die Yoga-Praxis in der Gruppe vorzubereiten.
Alle Kurstermine, Anmeldemöglichkeiten und weitere Informationen finden sich unter www.yoga-
barrierefrei.de im Internet oder erfahren Interessierte direkt am Telefon (01 63) 4 81 22 37.

Was macht eigentlich der VdK?

Für alle, die den VdK nicht kennen, erklären wir in diesem Beitrag, was der Sozialverband VdK eigentlich macht.

Sie suchen einen Arzt, einen Zahnarzt oder einen Psychologischen Psychotherapeuten? Über das Internetportal www.vdek-arztlotse.de können Sie gezielt nach passenden Ärzten suchen und zahlreiche Details, wie zum Beispiel Informationen zur Erreichbarkeit, Hinweise zu besonderen Sprechzeiten oder zum Grad der Barrierefreiheit, abfragen.

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