Drei Fragen an... Maria Wanckel

Frau Wanckel, Sie sind seit Beginn der EUTB-Beratung vor gut einem Jahr dabei. Was ist das Besondere an dieser Beratung und ist die Idee dahinter aufgegangen?

Ja, schon. Ich denke, die beiden wichtigsten Punkte sind zum einen die Unabhängigkeit, da wir über den Bund finanziert werden. Die Kostenträger beraten selbst, aber oft in ihrem eigenen Interesse. Unser Ansatz ist es, den Ratsuchenden viele Möglichkeiten zu zeigen und sie sollen dann selbst entscheiden, welchen Weg sie gehen. Der andere wichtige Punkt ist der Peer-Beratungsansatz, der sehr gut ankommt: dass die Beratung von behinderten Menschen für behinderte Menschen und damit auf Augenhöhe möglich ist. In anderen Beratungskontexten ist das nicht unbedingt so.

Sie haben auch schon vor Ihrer Tätigkeit als EUTB-Beraterin beraten?

Ja, aber im Bereich des Kinder- und Jugendhilfegesetzes. Ich habe dort zu allen Fragen zu Hilfen zur Erziehung beraten. Ich habe mich schon während des Studiums auf die Zielgruppe Kinder und Jugendliche spezialisiert und habe bereits in einer Kriseneinrichtung, im betreuten Einzelwohnen und in einem Mutter-Kind-Wohnprojekt gearbeitet und hatte selbst mal ein Pflegekind zu Hause.

Sie sind am Aufbau des EUTB-­Netzwerks Kindheit und Jugend beteiligt. Wie wichtig ist es, auf die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen einzugehen?

Grundsätzlich ist das Gebot der EUTB „Eine für alle“: Es können erstmal ALLE zu uns kommen. Wir haben aber in der praktischen Beratungsarbeit bemerkt, in allen 18 Berliner Stellen, dass die Fragen aus dem Bereich Kindheit und Jugend sehr gering sind. Vor allem im Vergleich zu den Erwachsenen, die zu uns kommen. Das versuchen wir zu ändern. Die VdK-Rechtsanwälte bemängeln oft, dass die Kinder und Jugendlichen ein bisschen vergessen wurden im Bundesteilhabegesetz. Dort geht es hauptsächlich um Umstrukturierungen des SGB IX zu Rehabilitation und Teilhabe von Menschen mit Be­hinderungen und weniger um das SGB VIII zur Kinder- und Jugendhilfe. Insofern arbeiten wir erstmal heraus, was dort für Veränderungen für diese Zielgruppe anstehen. Besonders ist auch, dass man vor allem Kinder nie direkt erreichen kann, und sich die Ansprache auch an die Angehörigen richten muss. Außerdem sind die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen ganz anders, weil sie noch in der Entwicklung stecken. So ist es noch viel, viel schwieriger festzustellen, wann wirklich eine Behinderung vorliegt. Gerade hier spielt unser Ansatz der Prävention, der Frühen Hilfen und Fördermaßnahmen, eine große Rolle.

Maria Wanckel ist Sozialpädagogin und seit März 2018 als EUTB-Beraterin in Berlin-Mitte beim Sozialverband VdK Berlin Brandenburg tätig.

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