29. August 2016
VdK-Zeitung Archiv

Soziale Gerechtigkeit im Blick

Sommerpressekonferenz des VdK Bayern

Der VdK Bayern ist eine soziale Instanz im Freistaat. Das konnte der Sozialverband auf seiner Sommerpressekonferenz in München eindrucksvoll belegen. Mit Spannung war die VdK-Pressekonferenz erwartet worden. Schließlich wurden hier erstmals der Öffentlichkeit die rentenpolitischen Forderungen des Sozialverbands VdK vorgestellt.

Großes Medieninteresse am VdK Bayern (von links): Pressesprecherin Dr. Bettina Schubarth, Landesvorsitzende Ulrike Mascher und Landesgeschäftsführer Michael Pausder. | © Liebmann

Ulrike Mascher, zugleich VdK-Landesvorsitzende und VdK-Präsidentin, zeigte klar Kante: „Die Rente darf nicht den Charakter eines Almosens bekommen.“ Insbesondere in Bayern ist die Altersarmut ein großes Problem. 26,6 Prozent aller Bezieherinnen und Bezieher einer gesetzlichen Altersrente gelten als armutsgefährdet. Noch schlimmer ist die Situation für Erwerbsminderungsrentner: Beinahe jeder Vierte von ihnen muss seine Rente mit Grundsicherung aufstocken. Das sind etwa 50.000 Männer und Frauen, die aus gesundheitlichen Gründen früher aus dem Berufsleben ausscheiden mussten und dafür mit hohen Rentenabschlägen belegt werden.

Arm in München

Kürzlich errechnete das Institut für Deutsche Wirtschaft, dass in München ein Alleinstehender mit weniger als 1106 Euro im Monat Einkommen als arm gilt. Mascher berichtete auf der Pressekonferenz von einer 57-jährigen Erwerbsminderungsrentnerin aus München, die trotz Grundsicherung nur ein Monatseinkommen von 1011 Euro hat. Obwohl sie diszipliniert lebt, ist der Alltag für die alleinstehende ehemalige Verwaltungsangestellte ein Überlebenskampf. Sie spart an der Gesundheit: Der dringende Zahnarztbesuch wird aufgeschoben, ebenso die medizinische Abklärung nächtlicher Atemnot. Der Grund: Sie befürchtet hohe Eigenleistungen, für die sie keinen Euro übrig hat. Armut bedeutet auch soziale Ausgrenzung: Die Zugreise zur Beerdigung ihrer Tante konnte sie sich nicht leisten.

Menschen wie diese hat der Sozialverband VdK Bayern im Blick, wenn es um die Bekämpfung der Armut im Freistaat und in ganz Deutschland geht. Soziale Gerechtigkeit bleibe das zentrale VdK-Thema auch bei der nächsten Bundestagswahl, kündigte VdK-Landesgeschäftsführer Michael Pausder den Journalisten an. Dafür werde der VdK „wieder gehörig Druck aufbauen“. Mit mehr als 652.000 Mitgliedern in Bayern sei der VdK ein wichtiger sozialer Fürsprecher. Der VdK Bayern könne seine Mitglieder erfolgreich mobilisieren, das habe er schon vor der letzten Bundestagswahl oder bei sozialpolitischen Kampagnen eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Tausende sind zu sozialpolitischen Kundgebungen gekommen.

„Höhere Mütterrente, Berücksichtigung der Demenzkranken in der Pflegeversicherung, Einführung des gesetzlichen Mindestlohns, Rente ab 63 für langjährig Versicherte, all diese sozialen Verbesserungen hat der VdK dank seiner Mitgliederstärke mit angeschoben“, ist Pausder überzeugt. Dabei gehe es nicht um egoistische Interessen: „Dass immer mehr Menschen sich abgehängt fühlen, hält eine Gesellschaft auf Dauer nicht aus. Die soziale Spaltung muss gestoppt werden.“ Mehr Verteilungsgerechtigkeit, etwa durch ein gerechteres Steuersystem, sei deshalb eine zentrale VdK-Forderung, erklärte er.

bsc

Schlagworte Sommerpressekonferenz | Armut | Altersarmut | Rente | Mütterrente | Rente ab 63 | gesetzlicher Mindestlohn | Verteilungsgerechtigkeit

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