29. August 2016
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VdK im Einsatz für eine gerechtere Rente

Ein Jahr vor der Bundestagswahl präsentiert der Sozialverband VdK seine rentenpolitischen Forderungen

Derzeit greift die Altersarmut immer weiter um sich. Noch könnte die Politik gegensteuern. „Die Rente muss zum Leben reichen“, lautet deshalb der Leitsatz des Sozialverbands VdK im Vorfeld der Bundestagswahl 2017.

© Tim Reckmann/pixelio.de

„Der VdK ist die größte deutsche Rentnerorganisation. Wir setzen unsere Kräfte daran, die politischen Weichen für ein gerechteres Rentensystem zu stellen“, so die VdK-Präsidentin Ulrike Mascher bei der Vorstellung der rentenpolitischen VdK-Forderungen zur Bundestagswahl. Die Realisierung der zentralen VdK-Forderungen würde allen nützen, auch den künftigen Rentnergenerationen:

Abschaffung der sozial ungerechten Abschläge bei Erwerbsminderungsrenten
Besonders die Gruppe der Erwerbsminderungsrentner ist von Armut bedroht. „Wer vor dem Rentenalter seinen Beruf aufgeben muss, weil die Gesundheit nicht mehr mitmacht, darf nicht mit hohen Abschlägen bis ans Ende des Lebens belastet werden. Die Erkrankung und die soziale Ausgrenzung sind schon Belastung genug“, sagt Mascher.

Talfahrt des Rentenniveaus muss gestoppt werden
Ein weiterer Grund für die um sich greifende Altersarmut ist das seit Jahren sinkende Rentenniveau. Schon jetzt liegt es nur noch bei 47,9 Prozent. „Es muss bei 50 Prozent liegen, mindestens aber erst einmal auf heutigem Niveau stabilisiert werden, um einen wirksamen Schutz gegen Altersarmut zu ermöglichen“, erklärt die VdK-Präsidentin.

Vollständige Angleichung der Mütterrenten
Immer noch werden Mütter, die vor 1992 Kinder geboren haben, gegenüber jüngeren Müttern benachteiligt. Mascher: „Diese Gerechtigkeitslücke muss geschlossen werden. Die älteren Mütter sollen auch drei statt bisher nur zwei Rentenpunkte pro Kind bekommen.“

Einführung eines Freibetrags für Grundsicherungsbezieher
Die Verbesserungen bei der Mütterrente, aber auch die jährlichen Rentenanpassungen kommen bei den Ärmsten nicht an, weil jede Erhöhung mit der Grundsicherung verrechnet wird. Deshalb fordert der VdK einen Freibetrag von 100 Euro für Grundsicherungsbezieher.

Rente nach Mindesteinkommen statt Lebensleistungsrente
Nach Auffassung des VdK geht die Lebensleistungsrente, wie sie die Bundesregierung vorschlägt, mit mindestens 40 Beitragsjahren und zusätzlicher privater Vorsorge, an der Lebenswirklichkeit vieler Frauen, langzeitarbeitsloser und erwerbsgeminderter Menschen vorbei. Mit der Rente nach Mindesteinkommen, die es bis 1992 bereits gegeben hat, würden Zeiten des Niedrigeinkommens hochgerechnet. Als Voraussetzung gilt, dass 35 Jahre an rentenrechtlichen Zeiten vorliegen, dazu zählen auch Zeiten der Arbeitslosigkeit oder der Kindererziehung.

Echte Beschäftigungschancen statt höherer Regelaltersgrenze
Der VdK erteilt Plänen nach einer weiteren Anhebung der Regelaltersgrenze eine klare Absage. „Ausgebrütet werden solche Vorschläge im Wolkenkuckucksheim mancher Bosse und Politiker, aber nicht in den Fabrikhallen, in Pflegeheimen, in Großraumbüros oder auf dem Bau“, stellt Mascher klar.

Einführung einer allgemeinen Erwerbstätigenversicherung
Um die Einnahmen der Rentenversicherung zu stabilisieren und der hohen Gefahr von Altersarmut bei Selbstständigen vorzubeugen, fordert der VdK den Einbezug aller Arbeitnehmergruppen, inklusive von Beamtinnen und Beamten, in eine gemeinsame Erwerbstätigenversicherung.

Dr. Bettina Schubarth

Schlagworte Rente | Mütterrente | Rentenniveau | Grundsicherung | Lebensleistungsrente | Mindesteinkommen | Erwerbstätigenversicherung | Bundestagswahl 2017

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