24. Mai 2016
VdK-Zeitung Archiv

„Wohnen für Hilfe“ feiert Jubiläum

Seit 20 Jahren nehmen Senioren in München Studenten bei sich auf

Die Idee ist einfach und genial zugleich: Senioren, die eine große Wohnung haben und allein nicht mehr zurechtkommen, nehmen Studenten bei sich auf. Statt Miete zu zahlen, helfen die jungen Menschen im Haushalt mit. Vor 20 Jahren begann das Projekt „Wohnen für Hilfe“, mit­initiert von einem VdK-Mitglied.

Sind ein gutes Team: Josef Daberger (links) und die bei ihm lebende Studentin Verena Schlegel. | © Katharina Alt/Wohnen für Hilfe


Mit Stolz und Freude erzählt die 67-jährige Münchnerin Christel Dill von „Wohnen für Hilfe“. Seit zwei Jahrzehnten engagiert sich das VdK-Mitglied für dieses Projekt. Als Sozialarbeiterin war Dill in den 1990er-Jahren im Münchner Stadtbezirk Neuhausen-Nymphenburg aktiv. Sie lernte dort ältere Frauen und Männer kennen, die allein in einer großen Wohnung oder einem Haus lebten und sich nicht selbst versorgen konnten. „Witwen mussten Kohlen aus dem Keller holen, um zu heizen“, erzählt Dill.
Gleichzeitig suchten Studenten dringend nach bezahlbarem Wohnraum. Dies brachte Dill auf die Idee, diese beiden Gruppen zusammenzubringen. Sie sprach mit dem Seniorentreff Neuhausen und dem Studentenwerk München. Im Herbst/Winter 1995/1996 wurde ein Konzept entwickelt und Ende 1996 war das erste Studenten-Senioren-Paar gefunden.
Das Konzept bewährte sich, die Nachfrage nahm stetig zu. Mittlerweile verteilt der Seniorentreff die Studierenden nicht nur auf das ganze Stadtgebiet, sondern auch auf den Landkreis München. Gut 600 Wohnpartnerschaften wurden bereits geschlossen, aktuell bestehen 80. Die Landeshauptstadt und der Landkreis bezuschussen jeweils eine halbe Stelle.

Kultureller Austausch


Die Studierenden kommen aus dem In- und Ausland. Dabei lernen beide Seiten kulturelle Unterschiede und Gemeinsamkeiten kennen, erzählt Dill, die sich mittlerweile als ehrenamtliches Vorstandsmitglied im Seniorentreff Neuhausen engagiert. So zog beispielsweise ein chinesischer Student bei einer Münchnerin ein. Seine Familie hatte ihm gesagt: „Nimm Sauerkraut mit! Das gibt es in Bayern nicht.“ Die Seniorin konnte ihn jedoch vom Gegenteil überzeugen, und kocht nun gemeinsam mit ihm regelmäßig Sauerkraut.

Kontakt: Seniorentreff Neuhausen e.V., Wohnen für Hilfe, Brigitte Tauer und Ursula Schneider-Savage, Leonrodstr. 14b, 80634 München. Telefon: (089) 13 92 84 19-20. E-Mail: wfh@seniorentreff-neuhausen.de

Sebastian Heise

Schlagworte Wohnen für Hilfe | Seniorentreff Neuhausen e.V. | VdK-Ehrenamt | Mehrgenerationen-Wohnprojekt

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