27. August 2015
VdK-Zeitung Archiv

Ob Pflegestufe oder Elektrorollstuhl: VdK-Mitglied bekommt jedes Mal Recht

Mit Hilfe des VdK gibt es für die schwerbehinderte Renate Poisel aus Weiden viele Erleichterungen für ihren Alltag

Als Kind hatte Renate Poisel Kinderlähmung und leidet seitdem am Post-Polio-Syndrom, einer Teillähmung, verbunden mit Verkürzung und Verschmächtigung der Beine. Ein schwerer Schicksalsschlag. Doch hinzu kam in ihrem Leben immer wieder der Kampf mit Behörden um jede auch noch so kleine Erleichterung für ihren Alltag. Sie kämpfte – und der VdK half ihr tatkräftig dabei.

VdK-Mitglied Renate Poisel mit ihrem erkämpften Elektrorollstuhl.

Ob Anerkennung der Schwerbehinderung, Erwerbsminderungsrente, Pflegestufe, Elektrorollstuhl oder Bewegungstrainer: VdK-Mitglied Renate Poisel aus Weiden in der Oberpfalz musste sich alles vor dem Sozialgericht erstreiten – und bekam jedes Mal Recht. Die 64-Jährige hat bereits seit langem Erfahrung mit den zuständigen Behörden und auch mit dem Sozialgericht. Bei allen Anträgen und Widersprüchen stand der zuständige VdK Weiden mit Rat zur Seite.

Seit dem 14. Lebensjahr hat Renate Poisel gearbeitet. Sie lernte Industriekauffrau und blieb bis zu ihrem 43. Lebensjahr in ihrem Beruf. „Bis die Beschwerden zu groß wurden“, wie sie heute sagt. Einen Grad der Behinderung von 70 (heute 100) hatte sie damals schon. Es folgte der Antrag auf Erwerbsminderungsrente, den sie mit Hilfe des VdK durchbrachte. Von 1993 bis 1994 lief das Klageverfahren. Die Vertretung der Klage übernahm die VdK-Rechtsabteilung der Bezirksgeschäftsstelle Oberpfalz in Regensburg.

Doch es sollten noch viele weitere Behördengänge nötig sein. Denn die Krankheitsfolgen bei Renate Poisel verschlimmerten sich in den letzten Jahren zusehends, so dass im Jahr 2010 ihr Arzt einen Bewegungstrainer verordnete, der das Fortschreiten der Krankheit beziehungsweise deren Folgen verhindern sollte. Die Krankenkasse lehnte die Kostenübernahme mit der Begründung ab, das Gerät sei kontraproduktiv und unwirtschaftlich. Renate Poisel wehrte sich und legte über den VdK Widerspruch und schließlich Klage beim Sozialgericht Regensburg ein. Dabei entschied das Sozialgericht per Gerichtsbescheid im Juni 2011, den Bewegungstrainer zu bewilligen.

In der Begründung des Sozialgerichts wurde ausdrücklich anerkannt, dass die Klägerin alle Behandlungsmöglichkeiten ausschöpft. Doch von der Beantragung des Bewegungstrainers bei der Krankenkasse bis zum Urteil war über ein Jahr vergangen, so dass sich der Zustand von Renate Poisel in dieser Zeit verschlechtert hatte. Durch die rechtzeitige Bewilligung hätte dies nach Ansicht der Ärzte verhindert oder jedenfalls wesentlich hinausgezögert werden können. Die Klägerin beantragte daher noch im Jahr 2011 die Pflegestufe 1 und kurz darauf, also Anfang 2012, einen Elektrorollstuhl. Beides wurde von Krankenkasse und Pflegekasse abgelehnt. Wieder musste sowohl gegen die Krankenkasse als auch gegen die Pflegekasse Klage beim Sozialgericht Regensburg erhoben werden, jeweils vertreten durch den VdK.

Ein eingespieltes Team

Auch diese beiden Klagen endeten erfolgreich: Im Dezember 2012 verurteilte das Sozialgericht Regensburg die Pflegekasse, rückwirkend ab Antragstellung, die Pflegestufe 1 zu bewilligen und entsprechend Pflegegeld zu zahlen. Der Elektrorollstuhl wurde dann im September 2014 bewilligt, nachdem auch die Gerichtsgutachten diesen befürwortet hatten. Die Freude währte allerdings nicht lange: Die Pflegekasse hob nur ein Jahr, nachdem sie verurteilt worden war, per Bescheid die Pflegestufe 1 wieder auf. Renate Poisel und der VdK, vertreten durch Sozialreferentin Susanne Stöckel – mittlerweile schon ein eingespieltes Team –, mussten wieder Widerspruch und schließlich Klage erheben. Und das erneut mit Erfolg: Das VdK-Mitglied erstritt sich die Pflegestufe 1 zurück.

„Es war ein langer Weg“, sagt Renate Posel rückblickend. „Es war ein Hin und Her, aber mit gutem Ausgang.“ Renate Poisel ist enttäuscht darüber, dass Menschen mit Behinderung und Krankheiten um alles streiten müssen. Trotzdem ist sie froh, diesen Weg zusammen mit dem VdK an ihrer Seite gegangen zu sein. „Mit dem VdK hat alles super geklappt. Bei meiner Sachbearbeiterin fühlte ich mich wie eine Familienangehörige. Sie hat mir immer Mut zugesprochen.“ Momentan kommt Renate Poisel in ihrem Alltag zurecht. Sie ist in eine Seniorenwohnanlage gezogen. Dort bekommt sie eine Kombipflege: von einem Pflegedienst und von Angehörigen.

Petra J. Huschke

Mediadaten

Hier finden Sie die aktuellen Preise (bayernweit) für gewerbliche Anzeigen für die VdK-Zeitung als Download:

Impressum

Hier finden Sie das Impressum der VdK-Zeitung:

Archiv


Hier finden Sie Artikel aus älteren Ausgaben der VdK-Zeitung:


Weitere Artikel aus der VdK-Zeitung finden Sie auf den Seiten des VdK Deutschland: VdK-Zeitung

Presse
VdK-Präsidentin Ulrike Mascher
In unseren Pressemitteilungen und Pressekonferenzen informieren wir Journalistinnen und Journalisten regelmäßig über wichtige Forderungen, Positionen, Ziele und Termine des Sozialverbands VdK Bayern.
VdK-Zeitung
VdK-Zeitung
Mit einer Druckauflage von 600.000 Exemplaren zählt die VdK-Zeitung zu den auflagenstärksten Printmedien in ganz Bayern. Alle VdK-Mitglieder bekommen sie zehnmal pro Jahr kostenlos per Post zugestellt.
VdK-TV
Symbolfoto: Eine Kamera filmt die VdK-Präsidentin
Die Videoprogramme des Sozialverbands VdK bieten spannende Interviews, aktuelle Reportagen und anschauliche Berichte. Sie sind über das Video-Portal VdK-TV jederzeit im Internet abrufbar.
Presse
Symbolfoto: Ein Briefumschlag mit einem großen @-Zeichen darin.
Wir bieten Ihnen zwei Newsletter an, die Sie kostenfrei abonnieren können: unseren Presse-Newsletter mit den aktuellen Pressemitteilungen des VdK Bayern und den monatlichen Newsletter.
Tipps und Termine
Symbolfoto: Ausgeschnittene Papiermännchen bilden einen Kreis
Mit seinen Aktionen und Veranstaltungen gelingt es dem VdK Bayern immer wieder hohe Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit zu erzielen. Dazu gehört auch die Präsenz auf wichtigen Fach- und Publikumsmessen.