28. Januar 2015
VdK-Zeitung Archiv

Fremde als Freunde

Manchmal ist es gut, sich an seine Wurzeln zu erinnern. Der Sozialverband VdK wurde gegründet, weil ein schrecklicher Krieg und ein menschenverachtendes Regime für die große Not in Deutschland nach 1945 verantwortlich waren und sich die Menschen selbst helfen mussten. Auch der VdK war zunächst eine Selbsthilfeorganisation.

© Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Unsere Gründerväter und -mütter hofften trotz ihrer Wunden an Körper und Seele auf eine gute Zukunft. Nicht nur die Kriegsheimkehrer, die Verwundeten, Witwen und Waisen mussten sich im zerstörten Nachkriegsdeutschland zurechtfinden. Millionen Menschen waren damals auf der Flucht. Sie suchten Schutz in einem Deutschland, das ihnen sicherlich erst einmal sehr fremd erschienen ist. Es ist eine der größten Leistungen, dass diese Flüchtlinge integriert wurden und sich irgendwann keiner mehr dafür interessierte, wo jemand geboren worden war.

Auch in den Jahrzehnten danach gab es immer wieder Flüchtlingsgruppen, die zu uns nach Deutschland kamen – aus Ungarn, Vietnam, der ehemaligen UdSSR oder den Nachfolgestaaten Jugoslawiens. Darüber hinaus wurden viele Menschen aus Südeuropa und der Türkei als Arbeitskräfte beim wirtschaftlichen Aufbau gebraucht.

Derzeit suchen Tausende von Menschen aus den Kriegsgebieten der Welt bei uns Zuflucht. Sie haben oft einen gefährlichen Weg hinter sich gebracht, um der Verfolgung und der Bedrohung in ihrer Heimat zu entgehen. Sie haben Schreckliches erlebt und viel verloren. Viele Familien wurden auseinandergerissen, manche Kinder müssen ihr Schicksal sogar ohne ihre Eltern meistern.

Doch zum Glück überwiegt in Deutschland die Hilfsbereitschaft. Überall finden sich Bürgerinnen und Bürger, die mit anpacken, damit sich die Flüchtlinge ein wenig willkommen fühlen. Viele von uns erinnern sich vielleicht daran, dass sie selbst oder ihre Eltern und Großeltern auch einmal als Flüchtlinge ins Land gekommen sind. Die Deutschen wissen es aus ihrer Geschichte: Fremdenhass und Ausgrenzung sind eine Gefahr für den inneren Frieden im Land.

Deshalb ist es wichtig und ermutigend, dass in vielen Städten, Gemeinden und Dörfern die Menschen mit großen Demonstrationen und Veranstaltungen, aber auch mit kleinen Gesten und tätiger Nachbarschaftshilfe, nicht zulassen, dass aus unserem Land Toleranz und Freiheit vertrieben werden. „Fremde können Freunde sein, die man nur noch nicht kennengelernt hat“, so hat es ein unbekannter Verfasser einmal formuliert.

Auch VdK-Mitglieder beteiligen sich an Aktionen vor Ort. Ich bedanke mich für dieses Engagement und möchte alle dazu ermutigen, auch aktiv zu werden. Es gibt keinen „falschen“ Glauben oder eine „falsche“ Herkunft. Religions- und Meinungsfreiheit sowie das Bekenntnis zu den Menschenrechten gehören zu den größten Errungenschaften der Demokratie. Auch die terroristischen Anschläge in Paris sind keine Rechtfertigung dafür, diese Grundüberzeugungen in Frage zu stellen. Deshalb erteilt der Sozialverband VdK allen fremdenfeindlichen Bewegungen in Deutschland eine deutliche Absage.

Kommentar von Ulrike Mascher

Schlagworte Kommentar | Ulrike Mascher | Zuwanderung | Menschenrechte | Religionsfreiheit | Meinungsfreiheit

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