24. August 2014
VdK-Zeitung Archiv

Gute Arbeit für alle!

Soziales Netz Bayern legt Forderungspapier vor

Zum zehnjährigen Jubiläum des Sozialen Netzes Bayern war den Mitgliedsverbänden, zu denen der Sozialverband VdK Bayern gehört, eher nicht zum Feiern zumute. Denn noch immer gibt es zahlreiche soziale Missstände im Freistaat. Bei einer Tagung im DGB-Haus in München stellte das Netzwerk aus 17 Verbänden, Organisationen und Institutionen ein umfangreiches Forderungspapier unter dem Titel „Gute Arbeit für alle!“ vor.

Spitzenvertreter des Sozialen Netzes Bayern: Die VdK-Landesvorsitzende Ulrike Mascher zwischen dem bayerischen DGB-Vorsitzenden Matthias Jena (rechts) und dem Landesgeschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuzes, Leonhard Stärk. | © Heise

Die Landesvorsitzende des VdK Bayern, Ulrike Mascher, beklagte, dass nicht alle Bevölkerungsgruppen vom Wirtschaftsaufschwung profitieren. „Die Arbeitslosenzahlen sind gefallen, aber die Zahl der arbeitslosen Menschen mit Behinderung ist gestiegen“, sagte Mascher. Gegenüber Mitarbeitern mit Handicap gibt es vor allem in kleinen und mittleren Betrieben noch immer Vorbehalte. Zu Unrecht: Menschen mit Behinderung sind oft hochqualifiziert und sehr motiviert, wie Mascher aus eigener Erfahrung berichten konnte. Schon jetzt gibt es ein umfassendes Förderprogramm für eine behindertengerechte Umgestaltung des Arbeitsplatzes.

Um gute Arbeit für alle zu ermöglichen, müssen laut Mascher die Leistungen der beruflichen Rehabilitation verbessert werden. Die VdK-Landesvorsitzende kritisierte, dass diese bisher budgetiert sind und nicht der Nachfrage angepasst werden. Es dürfe keine Deckelung geben. Mascher verwies darauf, dass berufliche Rehabilitation sich auszahlt, da die Menschen nach erfolgreicher Reha wieder Geld in die Sozialkassen einzahlen. Der Vorsitzende des DGB Bayern, Matthias Jena, und der Landesgeschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuzes, Leonhard Stärk, stellten die vier Forderungen des Sozialen Netzes vor:

  • Mehr Qualität in der Arbeit: Dazu gehören die altersgerechte Gestaltung von Arbeitsplätzen, mehr berufliche Gesundheitsförderung, bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie Abbau von Leiharbeit und Befristungen.
  • Auf- und Ausbau einer inklusiven Arbeitswelt: Alle Menschen müssen ungeachtet chronischer Krankheit oder Behinderung, sozialer Lebensumstände, Migration, Alter und Geschlecht die gleichen Chancen erhalten, um durch Arbeit ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können.
  • Öffentlich geförderte Beschäftigung für Langzeitarbeitslose: Trotz geringer Arbeitslosigkeit in Bayern gibt es noch immer eine große Gruppe von Menschen, die über lange Zeit keine Beschäftigung finden. Für diese Menschen muss es öffentlich geförderte Arbeitsplätze geben.
  • Teilhabe am Arbeitsleben fördern – Leistungen der beruflichen Rehabilitation stärken: Die Wiederherstellung und der Erhalt der Arbeitsfähigkeit müssen im Vordergrund stehen.

Das Forderungspapier, an dem auch der Landesgeschäftsführer des VdK Bayern, Michael Pausder, mitwirkte, wurde der bayerischen Sozialministerin Emilia Müller überreicht. Müller versprach auf der Tagung, die Vorschläge zu prüfen.

Sebastian Heise

Schlagworte Soziales Netz Bayern | Forderungspapier | Arbeit | Arbeit und Handicap

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