4. Juni 2014
VdK-Zeitung Archiv

Neue Leistungen: Was im Rentenpaket alles drinsteckt

Die VdK-Zeitung informiert, wer von der „Rente ab 63“ profitiert

Kaum ein Thema wurde in den vergangenen Wochen so heiß diskutiert wie das Rentenpaket. Am 13. Juni liegt es dem Bundesrat vor, und trotz teils heftiger Kritik aus Wirtschaft und Politik zeichnet sich ab, dass es am 1. Juli tatsächlich in Kraft treten wird.

Von der „Rente ab 63“ profitieren die Jahrgänge 1951 und 1952 in vollem Umfang, teilweise aber auch noch langjährig Beschäftigte der Jahrgänge 1949 und 1950. Bis zum Jahrgang 1963 wird das abschlagsfreie Rentenalter in Zwei-Monats-Schritten angehoben. Später Geborene können frühestens mit 65 in Rente gehen. | © VdK Bayern

Es ist ein milliardenschweres Paket, das CDU/CSU und SPD zusammengeschnürt haben: Rund 60 Milliarden Euro werden bis zum Jahr 2020 dafür veranschlagt. Bis einschließlich 2018 soll es aus der Rentenkasse finanziert werden. Danach wird das Paket mit Steuermitteln bezuschusst. Das „Gesetz über Leistungsverbesserungen in der gesetzlichen Rentenversicherung“ besteht aus vier Teilen: der Rente ab 63, der Mütterrente, der Erwerbsminderungsrente und einem höheren Reha-Budget.

Abschlagsfreie Rente ab 63

Die „Rente ab 63“ ist der umstrittenste Teil des Rentenpakets: Ab 1. Juli können Arbeitnehmer, die 45 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben, ohne Abschläge mit 63 Jahren in Rente gehen. Die abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren gibt es bereits seit 2012. Bisher galt, dass besonders langjährig Versicherte diese Möglichkeit erst mit 65 Jahren nutzen können. Von der Neuregelung profitieren allerdings nur die Jahrgänge 1951 und 1952 in vollem Umfang. Danach wird das abschlagsfreie Rentenalter in Zwei-Monats-Schritten auf 65 Jahre angehoben. Das heißt: Der Jahrgang 1953 kann mit 63 Jahren und zwei Monaten, der Jahrgang 1958 erst mit 64 Jahren in Rente gehen. Die Jahrgänge 1964 und später können die abschlagsfreie Rente erst ab 65 in Anspruch nehmen.

Neu ist auch, dass der Bezug von Arbeitslosengeld I (nicht aber Arbeitslosengeld II oder Arbeitslosenhilfe) ohne zeitliche Begrenzung auf die Versicherungsjahre angerechnet wird. Allerdings werden die letzten zwei Jahre vor Renteneintritt nicht anerkannt. Mit diesem sogenannten „rollierenden Stichtag“ will die Regierung verhindern, dass Arbeitgeber dem Beschäftigten vorzeitig kündigen und ihn damit früher in Rente schicken. Ausnahmen gibt es bei Insolvenz oder der Stilllegung des Betriebs. Auch freiwillige Versicherungsbeiträge, die zusätzlich zu den Pflichtjahren gezahlt wurden, werden bei der „Rente ab 63“ anerkannt. Darüber hinaus ist Bewegung in die starren Rentenaltersgrenzen gekommen: Eine Arbeitsgruppe der Bundesregierung soll bis Herbst Vorschläge erarbeiten, wie der Übertritt in die Rente flexibler gestaltet werden kann.

Die „Rente ab 63“ ist kein Muss. Langjährig Versicherte können selbstverständlich weiterarbeiten. Wer sie allerdings in Anspruch nimmt und sich noch einen Nebenjob sucht, darf nur begrenzt hinzuverdienen. Diese Einschränkung gilt bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze. Der VdK gibt zu bedenken, dass Langzeitarbeitslose und Frauen kaum von der „Rente ab 63“ profitieren, da sie die Voraussetzungen meist nicht erfüllen. Zudem fehlen Übergangsregelungen für Langzeitarbeitslose und behinderte ältere Beschäftigte vom Arbeitsleben in die Rente. Aus Sicht des VdK sind weitere Maßnahmen notwendig, wie die Abschaffung der Zwangsverrentung für ältere Langzeitarbeitslose und strengere Voraussetzungen für die Kündigung von älteren Mitarbeitern. (Annette Liebmann)



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Schlagworte Rente | Rente ab 63

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