2. Mai 2014
VdK-Zeitung Archiv

Ein typisches Frauenleben kann arm machen

VdK-Podiumsdiskussion auf der „Die 66“ mit Sozialministerin Emilia Müller

Vier prominente Frauen diskutierten lebhaft auf der Münchner Messe „Die 66“ über weibliche Altersarmut: VdK-Landesvorsitzende Ulrike Mascher, Bayerns Sozialministerin Emilia Müller, die bayerische Landesvorsitzende des Katholischen Deutschen Frauenbunds, Dr. Elfriede Schießleder, und „BISS“-Gründerin Hildegard Denninger. Sybille Giel vom BR-Familienfunk moderierte das Gespräch, das für das „Notizbuch“ des Bayerischen Rundfunks aufgezeichnet wurde.

Diskutierten auf der „Die 66“ (von links): Moderatorin Sybille Giel, Dr. Elfriede Schießleder, bayerische Landesvorsitzende des Katholischen Deutschen Frauenbunds, Sozialministerin Emilia Müller, VdK-Landesvorsitzende Ulrike Mascher und „BISS“-Gründerin Hildegard Denninger. | © Schubarth

Frauen sollten sich am besten auf sich selbst verlassen. Jedenfalls, was ihre Versorgung im Alter betrifft. Das war der einhellige Rat der vier Frauen, die zum Thema „Altersarmut ist weiblich“ auf dem Podium zur sozialpolitischen Diskussion des VdK auf der Messe „Die 66“ saßen. Ein typisches Frauenleben sieht häufig so aus: Erst ein paar Jahre im Beruf – oftmals gering qualifiziert –, dann Familienphase zu Hause ohne Berufstätigkeit, später ein Job in Teilzeit. Eigene Rentenansprüche haben sich Frauen oft kaum erworben.

Doch wenn die Lebensplanung schief ging, weil der Ehemann überraschend starb oder die Ehe geschieden wurde, leben viele Rentnerinnen in Armut. Leider sieht die Lebensplanung sogar vieler jüngerer Frauen bis heute ähnlich aus. VdK-Landesvorsitzende Ulrike Mascher warnte: „Wenn der Rentenbescheid dann kommt, fallen sie aus allen Wolken.“ Dabei sei die Rechnung ganz einfach: „Jedes Einkommen, von dem ich schon als Berufstätige nicht ohne Unterstützung des Ehemannes leben kann, wird erst recht zu wenig sein, um mit der Rente daraus im Alter leben zu können.“

Sozialministerin Emilia Müller ergänzte: „Der Trauschein ist kein Garantieschein.“ Immer mehr Ehen würden geschieden, deshalb müssten Frauen sich noch viel stärker im Berufsleben etablieren. Darüber hinaus forderte sie eine bessere Wertschätzung von Frauenberufen, die sich auch in Gehaltsstrukturen und flexibleren Arbeitszeitmodellen niederschlagen muss. Die staatliche Aufgabe sieht sie darin, die Rahmenbedingungen zu verbessern. Müller verwies darauf, dass in Bayern bereits 120.000 Krippenplätze geschaffen wurden. „Bei den Kindergartenplätzen haben wir schon Vollversorgung. Bis 2018 wollen wir ein flächendeckendes Angebot mit Ganztagseinrichtungen für Kinder bis 14 Jahren erreichen.“

Dr. Elfriede Schießleder vom Katholischen Deutschen Frauenbund wehrte sich jedoch dagegen, dass Frauen nur wirtschaftskonform funktionieren sollen: „Wir müssen junge Familien anders absichern. Berufstätigkeit darf nicht alles sein, Eltern müssen weiterhin die Wahlfreiheit haben.“ Doch auch sie appellierte an die Mütter, sich selbst um die Altersabsicherung zu kümmern. Weibliche Altersarmut ist allerdings noch ein Tabu. Frauen wollen aus Scham nicht um Hilfe bitten, wie Hildegard Denninger sagte. Zu ihr kommen sozial benachteiligte Menschen, die sie als Verkäufer der Zeitschrift „BISS“ in München vermittelt. Nur 20 Prozent davon sind weiblich, „doch es müssten viel, viel mehr sein“.

Dr. Bettina Schubarth

Schlagworte Die 66 | Podiumsdiskussion | Altersarmut | Frauenleben | Altersabsicherung | Arbeitszeitmodelle | Kinderbetreuung

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