8. März 2014
VdK-Zeitung Archiv

Kommentar: Viele starke Frauen

Frauen und Männer sind gleichberechtigt. So steht es im Artikel 3 des Grundgesetzes. Und dieser Satz wird anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März gerne und oft zitiert. Dass der Gleichheitsgrundsatz 1949 den Weg ins Grundgesetz fand, ist der Juristin Elisabeth Selbert zu verdanken. Sie war eine von nur vier „Müttern“ des Grundgesetzes. Sie konnte sich gegen alle männlichen Widerstände durchsetzen.

Ulrike Mascher | © Peter Himsel

Wie Selbert das geschafft hat, ist bis heute ein Lehrstück für Frauensolidarität. Nachdem ihr Vorschlag bei den Beratungen zweimal abgelehnt worden war, organisierte sie breiten öffentlichen Protest. Waschkörbeweise schrieben Frauen aus dem ganzen Land Briefe an die vorwiegend männlichen Mitglieder des Parlamentarischen Rats. Außerdem gelang es ihr, die drei anderen „Grundgesetz-Mütter“ als Unterstützerinnen für die Verhandlungen zu gewinnen. Und so wurde die endgültige und einstimmige Abstimmung zur Aufnahme des Gleichheitsgrundsatzes in das Grundgesetz ein Meilenstein für die Sache der Frauen.

Zu derselben Zeit schlossen sich in ganz Deutschland viele Frauen beim VdK zu einer solidarischen Gemeinschaft zusammen, um für ihre Rechte als Kriegswitwen zu kämpfen. Von Anfang an zählte der VdK etwa zur Hälfte weibliche und männliche Mitglieder. Frauen waren und sind deshalb auch im VdK-Ehrenamt eine wichtige Stütze. Ohne ihren Einsatz wäre das soziale Netz mancherorts schon sehr dünn geworden. Der VdK versteht sich auch als Interessenvertreter für Frauen. Unsere sozialpolitischen Forderungen zu Rente, Gesundheit, Pflege, Arbeit und Soziales tragen deshalb häufig eine frauenpolitische Handschrift.

Schließlich müssen immer noch genügend Benachteiligungen ausgeräumt werden. Aktuelles Beispiel dafür sind die Mütterrenten. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf war wegen mangelhafter Kinderbetreuungsmöglichkeiten vor 1992 für viele Mütter nicht zu erreichen. Viele stiegen ganz aus ihrem Job aus und konnten später oft nur zu schlechteren Bedingungen zurückkehren. Dass diese Frauen jetzt ein wenig mehr Anerkennung für ihre Lebensleistung erhalten, ist gerecht und überfällig.

Ein anderes Beispiel ist der Mindestlohn, ein Thema, das leider viele Frauen angeht. Denn weibliche Arbeitskräfte arbeiten häufig für weit weniger als 8,50 Euro in der Stunde. Die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen klafft seit Jahren unverändert bei 22 Prozent. Damit Frauen das Jahresdurchschnittsgehalt von Männern erreichen, müssten sie theoretisch fast drei Monate länger arbeiten. Genau bis zum 21. März, dem „Equal Pay Day“. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit – das ist auch heute noch schwer durchzusetzen. Auf dem Weg zur echten Gleichberechtigung ist also noch viel zu tun. Gemeinsam können wir uns dafür stark machen.

Ulrike Mascher

Schlagworte Gleichberechtigung | Frauen | Mindestlohn | Mütterrente | Equal Pay Day

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