24. September 2019
VdK-Zeitung

Werbung bei Tempo 130 und mehr

Mit braun-weißen Hinweisschildern wird an Autobahnen und Bundesstraßen auf Sehenswürdigkeiten aller Art hingewiesen

Wer auf Autobahnen und Bundesstraßen unterwegs ist, kennt diese Schilder: Sie sind braun und weiß, stehen rechts am Rand und werben für Landschaften, Städte sowie Sehenswürdigkeiten aller Art.

„Merkendorf. Historische Krautstadt“, „Deutsches Pinsel- und Bürstenmuseum/Bechhofen a.d. Heide“, „Minnesängerstadt Wolframs-Eschenbach“. Wer oft auf Autobahnen fährt, lernt viel über Deutschland kennen: dank der erdbraunen Schilder mit weißer Schrift. „Touristische Hinweisschilder“ heißen sie, und mittlerweile stehen viele Hundert davon in Bayern und im gesamten Bundesgebiet. Sie weisen nicht nur auf bekannte Sehenswürdigkeiten wie das Kloster Weltenburg und den Donaudurchbruch an der A 93 hin. Auch viele weitgehend unbekannte Orte finden sich als Piktogramm gezeichnet am Straßenrand wieder.

Schilder ohne Ende

Die drei am Anfang genannten Schilder stehen alle im mittelfränkischen Landkreis Ansbach an der A 6. Innerhalb von zehn Kilometern sind es dort allein sechs. Hat man gerade noch erfahren, dass Wolframs-Eschenbach die Minnesängerstadt ist, fährt man nur 300 Meter weiter an „Festung Lichtenau“ und 250 Meter später an der Krautstadt Merkendorf vorbei. Bei einer Geschwindigkeit von 120 Stundenkilometern ist man in 15 Sekunden an drei Schildern vorbeigerauscht. Die Auftraggeber der zwei mal drei Meter großen Tafeln werden sich daher heimlich über einen Stau oder zumindest zähfließenden Verkehr freuen. Schließlich kostet die Installation der Werbetafeln zwischen 10.000 und 20.000 Euro.

Grundsätzlich kann jede Bürgerin und jeder Bürger ein touristisches Hinweisschild formlos und verbunden mit einem Standortwunsch (Autobahnnummer und Anschlussstelle) beantragen. Zuständig für Unter-, Ober- und Mittelfranken sowie die Oberpfalz ist die Autobahndirektion Nordbayern in Nürnberg, und für die anderen Bezirke im Freistaat ist es die Autobahndirektion Südbayern in München.

Die Antragsteller müssen die touristische Bedeutung des Ziels, die Gestaltung und den Standort der Unterrichtungstafel und die Kostenübernahme belegen, wie ein Sprecher des bayerischen Innenministeriums erläutert. Ob ein Ziel touristisch bedeutsam und noch ein Platz frei ist, wird von der Straßenverkehrsbehörde mit der Straßenbaubehörde, der Polizei, den Tourismusverbänden und, je nach Standort, auch mit Denkmalschutzbehörde und Naturschutzbehörde entschieden.

Vorbild Frankreich

Bereits 1956 wurde die Straßenverkehrsordnung so geändert, dass auf Flüsse und Sehenswürdigkeiten hingewiesen werden durfte. Zunächst waren diese deutlich schmaleren, rechteckigen Schilder gelb und enthielten nur den Namen in schwarzer Schrift. 1971 wurden die gelben Exemplare durch grüne mit gelber Schrift ersetzt. Seit 1984 gibt es in Deutschland nun die deutlich größeren braun-weißen Schilder. Vorbild war das Nachbarland Frankreich.

Nach Zeichen 386 der Straßenverkehrsordnung ist die Farbe Braun ausschließlich der touristischen Beschilderung vorbehalten. Die Regeln wurden mit der Zeit gelockert. So war 1988 noch ein Abstand von 20 Kilometern zwischen zwei solchen Schildern vorgeschrieben. Inzwischen können zwischen zwei Ausfahrten zwei Hinweisschilder stehen, und der Abstand kann wenige Hundert Meter betragen. So haben die Autoinsassen immer etwas zu schauen und lernen Bayern und Deutschland noch ein bisschen besser kennen.

Sebastian Heise

Schlagworte Hinweisschilder | Werbetafeln | Touristische Hinweisschilder

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