24. September 2019
VdK-Zeitung

#Rentefüralle macht weiter mobil

Großdemonstration am 28. März 2020 in München

Die VdK-Kampagne #Rentefüralle heizt mit ihren Forderungen die Debatte um eine zukunftsfähige Rentenpolitik an. Die Forderungen des Sozialverbands VdK für eine gerechte Rente haben auch hier in Bayern eine große Relevanz. Am 28. März 2020 ruft der VdK seine Mitglieder und die Bevölkerung zu einer Großdemonstration in München auf.

Auch ungewöhnliche Werbeträger, wie hier im Juli ein Poster-Car vor der VdK-Landesgeschäftsstelle in München, kommen bei der VdK-Kampagne #Rentefüralle zum Einsatz. | © Erol Gurian

„Den Bayern geht‘s doch gut!“, heißt es immer wieder – gerade auch von Seiten der Staatsregierung. Doch das ist leider nicht der Fall, wie einige bayerische Rentenfakten deutlich belegen. Die Zahlen stammen aus statistischen Erhebungen der Bundes- und Landesregierung sowie der Deutschen Rentenversicherung und beziehen sich auf das Jahr 2018.

Niedrige Frauenrenten

Insgesamt leben in Bayern 2,58 Millionen Altersrentnerinnen und -rentner. Hinzu kommen etwa 249.000 Bezieher einer Erwerbsminderungsrente. Bei den Altersrenten kommen Männer im Bestand auf durchschnittlich 1179 Euro, Frauen auf 680 Euro im Monat. Der durchschnittliche Rentenzahlbetrag liegt für Männer mit Erwerbsminderung im Bestand bei 846 Euro, für Frauen bei 803 Euro. Die Altersgruppe der über 65-Jährigen hat das höchste Armutsrisiko. Im bayerischen Landesvergleich sind 21,5 Prozent der über 65-Jährigen armutsgefährdet.

Insbesondere Frauen: 24,2 Prozent sind von Armut bedroht, also fast jede vierte ältere Frau. Im Zehnjahreszeitraum ist dieser Wert um 3,4 Prozent gestiegen, obwohl sich im selben Zeitraum die Zahl der Rentnerinnen mit längerer Berufstätigkeit und damit höheren Rentenanwartschaften erhöht hat und auch die gestiegene Mütterrente seit 2014 vielen Frauen zugutegekommen ist.

Reale Altersarmut

Altersarmut ist aber kein reines Frauenproblem. Sie betrifft auch immer mehr Männer. Hier ist die Armutsgefährdungsquote der über 65-Jährigen von 2008 bis 2018 von 15,7 auf 18,3 Prozent gestiegen. Die Zahl der Personen, die im Alter oder bei Erwerbsminderung unterhalb des Existenzminimums leben und deshalb Grundsicherungsleistungen beziehen, liegt in Bayern bei 126.298.

Krankheit birgt das größte Armutsrisiko. 53.650 der etwa 249.000 erwerbsgeminderten Menschen sind Grundsicherungsbezieher. Insgesamt leben mehr Frauen als Männer von Grundsicherung. In der Gruppe der Älteren stellen sie 58 Prozent der Leistungsempfänger. Mietkosten und Rentenhöhen laufen in Bayern deutlich auseinander. Seit 2005 stiegen die Mietpreise um 30 Prozent, die Renten nur um 20 Prozent. 46 Prozent der Wohngeldbezieher sind Rentnerinnen und Rentner.

Starke VdK-Stimme

Im März 2020 sollen die Ergebnisse der von der Bundesregierung eingesetzten Rentenkommission vorliegen. Auf dieser Grundlage werden die rentenpolitischen Weichen endgültig gestellt. Gerade zu diesem Zeitpunkt darf die starke Stimme des größten deutschen Sozialverbands nicht fehlen. Der VdK ruft deshalb am 28. März 2020 zur Beteiligung an einer Großdemonstration in der Münchner Innenstadt auf. Die VdK-Landesverbände Hessen-Thüringen, Rheinland-Pfalz und Hamburg haben bereits ihre Unterstützung zugesagt. Der März 2020 wird bunt – versprochen!



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Dr. Bettina Schubarth

Schlagworte VdK-Kampagne | Altersarmut | Frauenrenten | #Rentefüralle | VdK-Demonstration 2020

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