1. September 2019
VdK-Zeitung

Armut ohne Ende?

Sommer-Pressekonferenz des VdK Bayern

Armut ist und bleibt ein Thema in Bayern. Auf seiner Sommer-Pressekonferenz analysierte der VdK Bayern aktuelle Statistiken und stellte die zentralen Forderungen der Kampagne #Rentefüralle vor.

Eindringlich warnte Landesvorsitzende Ulrike Mascher (Zweite von links) auf der VdK-Pressekonferenz vor wachsender Armut. Den Fragen stellten sich auch (von links) Pressesprecherin Dr. Bettina Schubarth, Präsidentin Verena Bentele und Landesgeschäftsführer Michael Pausder. | © Mirko Besch

„Am bittersten ist die Armut, aus der man sich nicht mehr selbst befreien kann“, sagte VdK-Landesvorsitzende Ulrike Mascher auf der Sommer-Pressekonferenz des VdK Bayern in München. 21,5 Prozent der über 65-Jährigen im Freistaat weisen – gemessen an ihrem Haushaltseinkommen – ein hohes Armutsrisiko auf. Insbesondere Frauen: 24,2 Prozent der bayerischen Rentnerinnen sind armutsgefährdet. Die bayerische Staatsregierung hingegen beharrt darauf, dass nur 3 Prozent der Rentnerinnen und Rentner arm sind, nämlich die, die Sozialleistungen beziehen. Doch sozialwissenschaftliche Studien belegen, dass 70 Prozent der Berechtigten Sozialleistungen aus Angst und Scham nicht beantragen.

Arm trotz Arbeit

Für eine gute Rente braucht es ein gutes Einkommen. Auch daran hakt es in Bayern: 27,16 Prozent aller Hartz-IV-Bezieher im erwerbsfähigen Alter sind „Aufstocker“, verdienen in ihrem Job also so wenig, dass sie zusätzlich Arbeitslosengeld II benötigen. 21,5 Prozent dieser Aufstocker haben sogar eine Vollzeitstelle. „Diese Menschen laufen trotz Arbeit schnurstracks in die Altersarmut, denn von Hartz IV werden keine Rentenversicherungsbeiträge bezahlt“, warnte Mascher.

„Altersarmut verstößt gegen die Menschenwürde“, erklärte Verena Bentele, Präsidentin des VdK Deutschland und stellvertretende Landesvorsitzende des VdK Bayern. Der VdK fordert ein Rentensystem, in das alle einzahlen: Arbeitnehmer, Selbstständige, Beamte, Freiberufler, Manager und Politiker. Umverteilung sei dafür zentraler Bestandteil. Schon auf kleine Renten ab 764 Euro werden Steuern fällig, doch die Vermögenssteuer wurde vor über 20 Jahren abgeschafft. „Das ist sozialer Zündstoff“, ist Bentele überzeugt. Deswegen dürfe die Grundrente nicht länger „im Stau stehen“, sagte die VdK-Präsidentin. Eine Bedürftigkeitsprüfung lehnt der VdK ab. Wer genügend Beitragsjahre hat, soll die Grundrente bekommen – ohne Wenn und Aber.

Demo in München

Bentele lobte den VdK Bayern für seine Aktivitäten: „Hier ist der VdK jung und wild“, stellte sie fest. Den Faden nahm VdK-Landesgeschäftsführer Michael Pausder gerne auf. Er kündigte für März 2020 eine große VdK-Demonstration in München an: „Wir wollen mit mindestens 20.000 Menschen von der Theresienwiese bis zum Odeonsplatz ziehen.“ Er versprach „eine bunte, lautstarke und eindrucksvolle Demonstration“. Dass der Sozialverband VdK für eine gerechte #Rentefüralle die Menschen zahlreich auf die Straßen ziehen wird, davon ist er fest überzeugt: „Wir setzen ein Zeichen für mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt statt wachsender sozialer Spaltung.“



Das könnte Sie auch interessieren:

PRESSEMITTEILUNG
Zum Auftakt der Sommer-Pressekonferenz beklagt VdK-Landesvorsitzende Ulrike Mascher eine hohe Armutsgefährdungsquote für ältere Menschen, vor allem für Frauen. "Armut darf nicht kleingeredet werden!"
07.08.2019 - „Am bittersten ist die Armut, aus der man sich nicht mehr selbst befreien kann“, sagte VdK-Landesvorsitzende Ulrike Mascher auf der heutigen Pressekonferenz des Sozialverbands VdK Bayern in München. In Bayern trifft das vor allem auf ältere Menschen zu. 21,5 Prozent der über 65-Jährigen im Freistaat weisen – gemessen an ihrem Haushaltseinkommen – ein hohes Armutsrisiko auf. | weiter
07.08.2019 | bsc
VdK-KAMPAGNE
Plakatmotiv der VdK-Rentenkampagne mit der Aufschrift "Wieso wird bei der Rente jung gegen alt ausgespielt?"
Die bundesweite VdK-Kampagne 2019 steht unter dem Namen #Rentefüralle, denn wir denken: Rente geht alle an, alt und jung. Es ist Zeit für eine gerechte gesetzliche Altersvorsorge. Hier informieren wir Sie über unsere Kampagne #Rentefüralle und was wir mit ihr erreichen wollen. | weiter

bsc

Schlagworte Sommer-Pressekonferenz 2019 | Rente | #Rentefüralle | VdK-Kampagne | VdK-Demonstration 2020

Mediadaten

Hier finden Sie die aktuellen Preise (bayernweit) für gewerbliche Anzeigen für die VdK-Zeitung als Download:

Impressum

Hier finden Sie das Impressum der VdK-Zeitung:

Archiv


Hier finden Sie Artikel aus älteren Ausgaben der VdK-Zeitung:


Weitere Artikel aus der VdK-Zeitung finden Sie auf den Seiten des VdK Deutschland: VdK-Zeitung

Presse
Symbolfoto: Unterlagen, eine davon mit dem Vermerk "Wichtig"
Bleiben Sie stets auf dem Laufenden: Unsere Abteilung "Presse, PR, neue Medien" versorgt Journalistinnen und Journalisten mit aktuellen Pressemeldungen und Statements des Sozialverbands VdK Bayern.
VdK-Zeitung
Eine Frau und ein Mann lesen die VdK-Zeitung
Mit einer Druckauflage von 600.000 Exemplaren zählt die VdK-Zeitung zu den auflagenstärksten Printmedien in ganz Bayern. Alle VdK-Mitglieder bekommen sie zehnmal pro Jahr kostenlos per Post zugestellt.
VdK-TV
Die Videoprogramme des Sozialverbands VdK bieten spannende Interviews, aktuelle Reportagen und anschauliche Berichte. Sie sind über das Video-Portal VdK-TV jederzeit im Internet abrufbar.
Presse
Symbolfoto: Ein Briefumschlag mit einem großen @-Zeichen darin.
Wir bieten Ihnen zwei Newsletter an, die Sie kostenfrei abonnieren können: unseren Presse-Newsletter mit den aktuellen Pressemitteilungen des VdK Bayern und den monatlichen Newsletter.
Tipps und Termine
Symbolfoto: Ausgeschnittene Papiermännchen bilden einen Kreis
In unserer Rubrik "Tipps und Termine" stellen wir Ihnen aktuelle Neuigkeiten aus dem Verbandsleben, Aktionen, Veranstaltungen, Pressemitteilungen sowie Links zu interessanten Beiträgen vor.