15. Dezember 2016
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Alt – krank – arm? VdK Bayern fordert eine nachhaltige Rentenpolitik

„Die Weichen für ein nachhaltiges Rentensystem in Deutschland müssen jetzt gestellt werden. Die Bürgerinnen und Bürger müssen sich auf die gesetzliche Rentenversicherung verlassen können. Und zwar unabhängig von den politischen Farbenspielen, die sich durch künftige Bundesregierungen ergeben mögen“, sagte Ulrike Mascher, Landesvorsitzende des Sozialverbands VdK Bayern und Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, am 15.12.2016 auf der Jahrespressekonferenz des VdK Bayern in München.

(v.l.) Pressesprecherin Dr. Bettina Schubarth, VdK-Landesvorsitzende Ulrike Mascher und Landesgeschäftsführer Michael Pausder traten auf der Jahrespressekonferenz des VdK Bayern für ein nachhaltiges Rentensystem ein. | © Liebmann

Statt „barmherziger Armenspeisung“ an den Tafeln müsse den Rentnerinnen und Rentnern ein Leben in Würde ermöglicht werden. Aktuelle bayerische Zahlen widerlegen die oft gehörte Aussage, dass es den heutigen Rentnern so gut ginge wie noch nie zuvor. In den Jahren 2000 bis 2015 betrug der Kaufkraftverlust der Altersrenten im Freistaat 5,6 Prozent, bei Erwerbsminderungsrenten sogar 18 Prozent. Auch die zuletzt geringe Inflation konnte diese reale Entwertung nicht aufholen. Zudem werden die Neurenten wegen des sinkenden Rentenniveaus von Jahr zu Jahr niedriger – insbesondere bei männlichen Rentnern in Bayern. „Wir fordern deshalb ein Einfrieren des Rentenniveaus auf heutigem Stand und danach eine Anhebung auf mindestens 50 Prozent“, so Mascher.

Insgesamt weisen Ältere in Bayern mit 21,8 Prozent das höchste Armutsrisiko aller Altersgruppen auf (Gesamtbevölkerung: 15 Prozent). Die Armutsgefährdungsquote der über 65-jährigen Frauen lag 2015 sogar bei 24,4 Prozent. Extrem armutsgefährdet sind Erwerbsminderungsrentner. Deren Renten liegen durchschnittlich deutlich unter 800 Euro, die Armutsgefährdungsgrenze ist in Bayern aber bei 1049 Euro. Fast jeder dieser gesundheitlich schwer betroffenen Menschen muss mit Rentenabschlägen leben. „Deshalb fehlen ihnen durchschnittlich 76 Euro pro Monat“, so Mascher. Sie kritisierte, dass die Bundesregierung diese Abschläge beibehalten will. Zudem würden sich geplante Verbesserungen bei den Zurechnungszeiten „nur in Trippelschritten“ und nur für zukünftige Rentenbezieher auswirken. Für Erwerbsminderungsrentner wird sich der VdK im Vorfeld der Bundestagswahl deshalb ganz besonders engagieren. „Wer krank ist, darf nicht abgehängt werden!“, erklärte Mascher.

Derzeit wieder verstärkt diskutierten Lösungen zur Stabilisierung des Rentensystems wie eine vermehrte private und betriebliche Altersvorsorge oder die Heraufsetzung des Rentenzugangsalters erteilt der VdK eine klare Absage. Diese wären nach Meinung des VdK wirkungslos und könnten die Armutssituation sogar noch weiter verschärfen.

Um mehr Menschen eine gute Rente zu sichern, fordert der VdK die Eindämmung prekärer Beschäftigung und eine stete Anpassung des Mindestlohns, die Förderung von Prävention und Rehabilitation, die Einführung des dritten Kindererziehungsjahrs bei der Mütterrente sowie die rentenrechtliche Gleichstellung von Kindererziehung und häuslicher Pflege von Angehörigen. Zudem müssten Grundsicherungsbezieher auf Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung wie die Mütterrente oder die jährlichen Rentenanpassungen einen Freibetrag von 100 Euro bekommen.


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15.12.2016 | bsc

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