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Sozialverband VdK gegen Absenkung des Rentenbeitrags

VdK-Präsidentin Ulrike Mascher: „Finanzielle Spielräume zur Bekämpfung der Altersarmut nutzen“

„Der Aufschwung ist da, die Rentenkassen füllen sich und damit steigen die Rücklagen. Der finanzielle Spielraum, der sich daraus ergibt, ist eine hervorragende Chance, die drohende Altersarmut in Deutschland in den Griff zu bekommen“, so VdK-Präsidentin Ulrike Mascher heute am Rande einer Präsidiumssitzung des VdK Deutschland in Berlin. „Statt wegen der guten Kassenlage die Rentenversicherungsbeiträge abzusenken, wie dies kürzlich Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt forderte, könnte das finanzielle Polster der Rentenkassen endlich für sinnvolle Maßnahmen in der Rentenpolitik verwendet werden, für die in der Vergangenheit immer zu wenig Geld da war.“

Als Beispiel nannte Mascher die auch von Unionspolitikern geforderte Wiedereinführung einer Rente nach Mindesteinkommen, die nun umgesetzt werden könnte. „Geringverdiener haben in Deutschland keinerlei Auffangnetz. Sie müssen sich auf Armut im Alter einstellen, obwohl sie oft ein Leben lang gearbeitet haben. Mit der Rente nach Mindesteinkommen wäre ein Mindeststandard der Alterssicherung gewährleistet“, erklärte die VdK-Präsidentin.

Eine weitere VdK-Forderung ist die bessere rentenrechtliche Absicherung für pflegende Angehörige, die ihre Familienmitglieder zu Hause versorgen und dafür bisher so gut wie keine Rentenansprüche erwerben. Mascher wörtlich: „Wir können nicht das familiäre Engagement dieser überwiegend weiblichen Angehörigen selbstverständlich in der Gesellschaft voraussetzen und diese Frauen für diese Leistung zur Altersarmut verurteilen.“

Darüber hinaus sei zu überlegen, so Mascher weiter, „ob man mit dem neuen finanziellen Spielraum nicht auch die Abschlagsfaktoren bei der Rentenanpassung abschaffen könnte“. Die Rentenkürzungsfaktoren wie der Riesterfaktor führen seit Jahren zu Nullrunden und Minierhöhungen bei den Altersrenten. „Auch bei den Rentnern muss der Aufschwung wieder ankommen“, forderte Mascher. Solche Maßnahmen kämen allen zugute, nicht nur den heutigen Rentnerinnen und Rentnern. Damit würden zukunftsfeste Strategien entwickelt, die auch heutigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern eine Perspektive fürs Alter bieten. „Dies ist ein nachhaltigerer Gewinn als eine möglicherweise nur kurzfristige Absenkung der Rentenversicherungsbeiträge“, stellte Mascher fest.

Berichte, nach denen die Bundesregierung nun doch auf die eigentlich versprochene Einsetzung einer Kommission zur Bekämpfung der Altersarmut verzichten will, sieht Mascher gelassen: „Die Zeit der Kommissionen ist eigentlich längst vorbei. Die Fakten sind bekannt, die Analysen sind längst erstellt. Wir haben kein Erkenntnisproblem, wir haben ein Umsetzungsproblem. Unsere Vorschläge liegen auf dem Tisch.“

Michael Pausder

Schlagworte Rentenkasse | Rentenkürzung | Rente | Rentenbeitrag | Alterssicherung | Rentenanspruch | Altersarmut

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