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Start der VdK-Kampagne "Pflege geht jeden an"

Sozialverband VdK macht sich für pflegende Angehörige stark - Start der bundesweiten VdK-Kampagne "Pflege geht jeden an" in Berlin

Logo der Kampagne "Pflege geht jeden an"
Pflege geht jeden an - Kampagne für pflegende Angehörige

"Pflegende Angehörige haben keine Lobby, und genau das wollen wir mit unserer Kampagne ändern", so die Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, Ulrike Mascher, heute auf einer Pressekonferenz in Berlin zum Auftakt der bundesweiten VdK-Kampagne "Pflege geht jeden an".

Vor allem die Betreuung Demenzkranker in der Familie muss nach Meinung des VdK deutlich besser honoriert werden. Da viele Demenzkranke keine Pflegestufe zuerkannt bekommen, erhalten die Angehörigen kein Pflegegeld: "Maximal 200 Euro monatlich können aus der Pflegekasse bezahlt werden. Für eine oft 24 Stunden notwendige Versorgung ist das so gut wie nichts", erläuterte Mascher und stellte klar: "Gerade an einer Verbesserung für die Versorgung von Demenzkranken wird sich das von Bundesgesundheitsminister Rösler zum 'Jahr der Pflege' ausgerufene Jahr 2011 messen lassen müssen."

Kampagnen-Plakat "Vollzeit-Pflegekraft seit 7 Jahren, unbezahlt, kein Urlaub. Angelika A. pflegt ihren Mann."

In Deutschland gibt es etwa 1,5 Millionen pflegebedürftige Menschen – Kranke, Alte oder Menschen mit Behinderung –, die zu Hause in den eigenen vier Wänden von Familienmitgliedern gepflegt werden. Hinzu kommen rund 2,5 Millionen Hilfebedürftige, die regelmäßig häusliche Betreuung und Unterstützung benötigen, aber keine Leistungen aus der Pflegeversicherung erhalten. "Pflege ist ohne pflegende Angehörige in Deutschland nicht denkbar. Pflegende leisten über Jahre hinweg physische und psychische Schwerstarbeit – bei der Pflege der Eltern, des Ehepartners oder des behinderten Kindes. Dieses Engagement verdient höchste – auch finanzielle – Anerkennung", betonte die VdK-Präsidentin. "Pflegende Angehörige entlasten die Beitrags- und Steuerzahler um Milliardenbeträge. In vielen Familien wird gering oder gar nicht bezahlte Pflegearbeit geleistet und damit eine kostenintensive professionelle, vor allem stationäre, Pflege vermieden", so Mascher. Ohne pflegende Angehörige müsste der Beitrag für die gesetzliche Pflegeversicherung von 1,95 Prozent des Bruttolohns bis 2030 auf 4,5 Prozent steigen.

Der VdK appelliert mit seiner Kampagne "Pflege geht jeden an" an die Bundesregierung, pflegende Angehörige bei der Reform der Pflegeversicherung angemessen zu berücksichtigen und damit eine wichtige Stütze des Sozialsystems zu stärken. "Wer die Pflege behinderter und älterer Menschen sicherstellen will, muss Familien entlasten, unterstützen und beraten", betonte VdK-Präsidentin Mascher.

Der Sozialverband VdK fordert:

  • die Umsetzung des bereits seit Anfang 2009 vorliegenden, überarbeiteten Pflegebedürftigkeitsbegriffs. Dieser wird den Bedürfnissen von psychisch eingeschränkten Patienten viel besser gerecht,
  • einen zügigen und flächendeckenden Ausbau der Pflegestützpunkte in allen Bundesländern als Anlaufstelle für Pflegebedürftige und ihre Angehörige für eine wohnortnahe und neutrale Beratung,
  • kostenlose Entlastungsangebote für die Betroffenen, etwa in der Verhinderungs- und Kurzzeitpflege,
  • die Umsetzung des Grundsatzes "Rehabilitation vor Pflege" durch mehr Angebote für geriatrische Rehabilitation und Prävention, damit ältere Patienten länger so selbstständig wie möglich leben können,
  • einen Anspruch auf Pflegezeit analog zum Elterngeld inklusive Rückkehrrecht in die Vollzeiterwerbstätigkeit,
  • die Anhebung der Rentenbeiträge für pflegende Angehörige, um vor allem pflegende Frauen vor Altersarmut zu schützen.
VdK-Kampagnen-Plakat "Vollzeit-Pflegekraft seit 5 Jahren, unbezahlt, kein Urlaub. Heike J. pflegt ihre Mutter."

Zu den Forderungen der VdK-Kampagne "Pflege geht jeden an" gehört auch die Anpassung des Pflegegelds. "Der eklatante Wertverfall des Pflegegeldes seit 1996 signalisiert, dass der Gesellschaft die Arbeit pflegender Angehöriger immer weniger wert ist. Wir brauchen daher eine Anhebung und sofortige Dynamisierung des Pflegegelds mindestens in Höhe der Inflationsrate. Ohne diese Anpassung werden immer mehr Menschen in einen pflegebedingten Sozialhilfebezug abrutschen", sagte Mascher.

Der VdK will im Rahmen seiner Kampagne "Pflege geht jeden an" Politik, Medien und die breite Öffentlichkeit mit seinen Forderungen konfrontieren. Dafür stellt er umfangreiches Info-Material über Fakten und Hintergründe zur gesetzlichen Pflegeversicherung in Deutschland und zur derzeitigen Situation von pflegenden Angehörigen zur Verfügung.

Die Website zur Kampagne www.pflege-geht-jeden-an.de wird laufend aktualisiert. Zudem stehen zahlreiche Aktivitäten und Aktionen des Sozialverbands VdK und seiner Landes-, Kreis- und Ortsverbände zu diesem Thema auf dem Programm. (Michael Pausder, Pressesprecher)

Laden Sie hier das Statement von VdK-Präsidentin Ulrike Mascher zur Auftakt-Veranstaltung der VdK-Kampagne "Pflege geht jeden an" herunter:

Schlagworte Pflege | Pflegekampagne | pflegende Angehörige | Ulrike Mascher | VdK-Präsidentin | Pflege geht jeden an | Pflegebedürftige | Pflegeversicherung | Anerkennung | Altersarmut | www.pflege-geht-jeden-an.de

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