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38.000 Betriebe beschäftigen keine schwerbehinderten Menschen

Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland | © Foto: Archiv

Anlässlich des Europaweiten Protesttags für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai hat die Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, Ulrike Mascher die Verbesserung der Beschäftigungssituation von schwerbehinderten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern gefordert. "Es ist ein Skandal, wenn rund 38.000 der 135.500 beschäftigungspflichtigen Betriebe in Deutschland keinen einzigen Schwerbehinderten beschäftigen", kritisierte Mascher. Die Politik dürfe hier nicht länger tatenlos zusehen. Menschen mit Behinderung seien leistungsfähige und engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. "Ich fordere die Arbeitgeberverbände auf, ihre Betriebe besser über die Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung zu informieren, auch über staatliche Eingliederungszuschüsse", erklärte Mascher.

Beschäftigungspflichtig sind private und öffentliche Arbeitgeber mit mindestens 20 Arbeitnehmern. In solchen Betrieben müssen 5 Prozent der Arbeitsplätze mit Schwerbehinderten besetzt werden. Bei Nichteinhalten der Pflichtquote wird eine Ausgleichsabgabe zwischen 105 und 260 Euro je Monat und unbesetztem Pflichtarbeitsplatz fällig.

Formal sei die Unterzeichnung der UN-Behindertenrechtskonvention im Jahr 2009 ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. "Jetzt ist es höchste Zeit, die Vorgaben der Konventionen politisch in die Praxis umzusetzen. Solange behinderte Menschen Schwierigkeiten haben, in Ämter, Kinos und Theater zu gelangen oder öffentliche Verkehrsmittel hindernisfrei zu nutzen, ist das Ziel einer gleichberechtigten Teilnahme im Alltagsleben für diese große Bevölkerungsgruppe noch lange nicht erreicht", so Mascher. In Deutschland leben acht Millionen Menschen mit Behinderung.

Eine wichtige Grundlage für das gleichberechtigte Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung bilde der Abbau von Vorurteilen. Je früher man damit beginnt, desto leichter lassen sich Barrieren in den Köpfen überwinden, so Mascher. Daher sprach sich die VdK-Präsidentin für die in der UN-Konvention geforderte "Inklusion" behinderter Kinder aus: "Es muss auch in Deutschland endlich die Regel sein, dass behinderte Kinder die Regelschule besuchen, Förderschulen nur in begründeten Ausnahmefällen." In kaum einem anderen europäischen Land gebe es so eine starke Trennung zwischen behinderten und nicht behinderten Kindern wie in Deutschland, kritisierte die VdK-Bundesvorsitzende. Nur 16 Prozent aller Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf besuchen eine Regelschule.

Schlagworte Behinderung | behindert | Schwerbehinderung | Beschäftigung | Arbeitgeber | Gleichstellung | Arbeitnehmer | Behindertenrechtskonvention | Pressemitteilung | Pressemeldung | VdK-Präsidentin | Ulrike Mascher

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