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Lebenswichtiger Hitzeschutz im Sommer

Von: Julia Frediani

Der Klimawandel lässt die Durchschnittstemperaturen in Deutschland ansteigen. Das hat Auswirkungen auf die Gesundheit von pflegebedürftigen Menschen.

Eine ältere Frau trinkt Wasser aus einer Plastikflasche
© IMAGO / Zoonar

Pflegende müssen sensibilisiert werden

In den letzten Jahren ist die Anzahl der warmen Tage stark angestiegen, die Sommer werden immer häufiger von Hitzewellen bestimmt. Gesunde Menschen in unseren Breitengraden können sich dadurch beeinträchtigt fühlen, für viele pflegebedürftige Menschen können diese hohen Temperaturen aber sogar gesundheitsschädlich sein. Ein geschwächter oder kranker Körper kann sich nicht so leicht an die Hitze anpassen. Dazu arbeitet das Herz-Kreislauf-System unter hohen Temperaturen weniger effektiv.

In der häuslichen Pflege ist es unbedingt erforderlich, dass pflegende Angehörige zu Risikofaktoren und Symptomen bei hitzebedingten Gesundheitsproblemen sensibilisiert werden. Besonders bei pflegebedürftigen Menschen mit Demenz oder anderen kognitiven Einschränkungen müssen Wege gefunden werden, wie sie bei steigenden Temperaturen geschützt und versorgt werden.

VdK: Zuhause Gepflegte nicht vergessen

VdK-Präsidentin Verena Bentele warnt: „Zuhause Gepflegte dürfen nicht vergessen werden. Eine Informationskampagne muss sie und pflegende Angehörige auf die Gefahren hinweisen und wie man sich effektiv davor schützen kann.“

Eine wichtige Schutzmaßnahme bei pflegebedürftigen Menschen ist die ausreichende Versorgung mit Flüssigkeit. Pflegende Angehörigen und ambulante Pflegedienste nehmen eine wichtige Rolle ein. Sie müssen auf Anzeichen für Flüssigkeitsmangel, Überhitzung oder gar einen Hitzschlag bei den zu pflegenden Personen achten. Diese Anzeichen können vielfältig sein: Schwäche, Müdigkeit, niedriger Blutdruck, schneller Puls, Kopfschmerzen, trockener Mund, Hautveränderungen, Verstopfung, stark konzentrierter Urin, geringe Urinausscheidung, ungewohnte Vergesslichkeit oder Verwirrtheit. Das alles erhöht das Sturzrisiko.

Nicht banal: ausreichend trinken

Grundsätzlich besteht bei vielen älteren Menschen ein erhöhtes Risiko für einen Flüssigkeitsmangel. Was sich banal anhört, ist in der Praxis für viele jedoch schwierig umzusetzen: Ältere Menschen vergessen häufig, regelmäßig zu trinken. Wenn sie bettlägerig oder körperlich eingeschränkt sind, kann ihnen eine praktische Hilfe zum Trinken fehlen. Auch ist es weit verbreitet, dass ältere Menschen absichtlich wenig trinken, um häufige Toilettengänge zu vermeiden. 

Pflegende Angehörige müssen von daher während Hitzewellen besonders darauf achten, dass Pflegebedürftige regelmäßig und ausreichend trinken – mehr als sonst. Pflegebedürftige sollten während Hitzewellen mindestens 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit pro Tag angeboten werden, beispielsweise  natriumarmes Mineralwasser oder isotonische Getränke. Ein Trinkprotokoll hilft, eine ausreichende Versorgung sicherzustellen. Bei vorliegenden Herz- und Nierenerkrankungen sollte unbedingt die  ärztlich empfohlene Trinkmenge eingehalten werden. Besonders wichtig ist es, Körper und Raumluft kühl zu halten. Für Gebäude, in denen pflegebedürftige Menschen wohnen und versorgt werden, sind ausreichende Rollläden und Klimaanlagen zwingend notwendig.

Hitzeaktionsplan

Für Kommunen fordert VdK-Präsidentin Verena Bentele Hitze-aktionspläne: Diese müssten umfassende Vorgaben für Pflegeeinrichtungen und -dienste beinhalten: von der Medikamentenlagerung bis hin zu baulichen Maßnahmen wie Thermofenstereinbau und Verschattungssysteme. Städte und Gemeinden arbeiten daran, eigene Hitzepläne umzusetzen – in unterschiedlichen Geschwindigkeiten und mit unterschiedlichen kommunalen Schwerpunkten.

Der VdK rät seinen Mitgliedern, sich bei der jeweiligen Stadtverwaltung zu erkundigen, ob es vor Ort schon Projekte wie ein Hitzetelefon mit lokalen Informationen, gekühlte Rückzugsräume, Trinkbrunnen oder Nebelduschen gibt.
 

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